Jaguar Land Rover: Keine Einigung über die Marge

Verband lehnt den Entwurf in der aktuellen Form ab

| Autor: Julia Mauritz

Die Jaguar-Land-Rover-Händler müssen weiter auf einen neuen Margenleitfaden warten.
Die Jaguar-Land-Rover-Händler müssen weiter auf einen neuen Margenleitfaden warten. (Bild: Simon/»kfz-betrieb«)

Jaguar Land Rover Deutschland und der Verband der deutschen Jaguar- und Land-Rover-Vertragspartner haben sich hinsichtlich der für 2019 geltenden Margenvereinbarung immer noch nicht einigen können. Einem Händlerschreiben des Verbands zufolge, das der Redaktion »kfz-betrieb« vorliegt, sieht der Händlerverband vor allem drei Punkte kritisch: So plant der Kronberger Importeur, einen Teil der variablen Marge, die der Händlerverband mitgestalten darf, in Boni umzuwandeln. Diese könnte der Importeur allerdings beliebig abändern oder streichen.

Zudem sehe der neue Margenleitfaden vor, dass die Händler im Rahmen der individuell abgeschlossenen Jahreszielvereinbarung künftig margenrelevante Vorgaben in den einzelnen Modellfamilien erfüllen müssen. Der dritte Punkt, den der Händlerverband kritisch betrachtet, ist eine anteilige Mindestlagerhaltung. Der Verband sieht in beiden letzteren Punkten eine Verlagerung des Vermarktungsrisikos in den Handel. Dieser laufe Gefahr, dass er unter Margendruck Modelle abnehmen muss, die sich nicht im jeweiligen Verkaufsgebiet vermarkten lassen, heißt es im Schreiben des Verbands. Zudem ergebe sich durch Abnahmeverpflichtungen von Lagerfahrzeugen ein hohes Liquiditätsrisiko.

Bisheriges Regelwerk bleibt zunächst gültig

Ursprünglich hätte die Margenregelung für dieses Jahr bereits zum 1. Januar in Kraft treten sollen. Da der Händlerverband, der ein vertraglich geregeltes Mitspracherecht hat, den Entwurf damals abgelehnt hatte, behält das bisherige Regelwerk bis zur Einigung zwischen beiden Parteien seine Gültigkeit. Das nächste mögliche Datum für das Inkrafttreten des neuen Leitfadens wäre der 1. Juli 2019. Für den Mai hat Jaguar Land Rover dem Schreiben zufolge regionale Treffen mit ausgewählten Händlern geplant, um über die geplanten Änderungen zu diskutieren. Auch das sieht der Verband kritisch: Er befürchtet, dass der Importeur ihn auf diese Weise übergehen will.

Eine Sprecherin von Jaguar Land Rover Deutschland verwies auf Anfrage darauf, dass man grundsätzlich einen regen und partnerschaftlichen Austausch mit der Handelsorganisation führe. Hierfür habe die Geschäftsleitung unter anderem Arbeitskreise ins Leben gerufen, in denen man aktuelle Themen diskutiere. „Neben dem regelmäßigen Austausch mit dem Händlerverband ermöglichen uns diese Diskussionsforen, die Ideen und Anregungen unserer Händler, die je nach Region, Größe und Marken durchaus variieren, einzubeziehen und deren Kompetenzen zu nutzen“, heißt es seitens Jaguar Land Rover Deutschland.

Strategiemeetings im Mai

Händlerverbandspräsident Rolf Weinert hofft auf Nachfrage von »kfz-betrieb« trotz der aktuellen Differenzen weiter auf einen baldigen Konsens mit dem Kronberger Importeur. Gerade angesichts der zahlreichen Herausforderungen, mit denen sich die Autohäuser aktuell konfrontiert sehen, sowie der getätigten Investitionen in die neue CI sei es wichtig, eine Vereinbarung zu treffen, die dem Handel langfristig ein Überleben im Markt sichert, so Weinert. Im Mai werde der Verband im Rahmen von Strategiemeetings mit Jaguar Land Rover Deutschland an einer Lösung arbeiten. Der Verbandspräsident plant, das Ergebnis der Verhandlungen im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, die im Juni stattfinden soll, zu präsentieren.

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