TÜV-Report Omnibus 2026 Jeder fünfte Bus fiel durch

Von Malika Matkarimova 2 min Lesedauer

Während die Busbestände wachsen, scheint die Wartungsqualität zu sinken. Die aktuelle Analyse des TÜV-Verbands in Form des TÜV-Reports Omnibus zeigt kritische technische Schwachstellen in der Busflotte.

Die TÜV-Analyse von 67.250 Hauptuntersuchungen zeigt kritische technische Schwachstellen in der Busflotte.(Bild:  TÜV-Verband)
Die TÜV-Analyse von 67.250 Hauptuntersuchungen zeigt kritische technische Schwachstellen in der Busflotte.
(Bild: TÜV-Verband)

Der Sicherheitszustand von Reise- und Linienbussen in Deutschland hat sich in den vergangenen beiden Jahren verschlechtert. Laut den Ergebnissen des TÜV-Reports Omnibus 2026 fiel fast jeder fünfte geprüfte Omnibus bei der Hauptuntersuchung durch. Laut Auswertung von rund 67.250 HU aus den Jahren 2024 und 2025 wiesen 19,2 Prozent der Fahrzeuge erhebliche oder gefährliche Mängel auf – ein Anstieg um 5,1 Prozentpunkte gegenüber dem Vorbericht. Der Anteil mängelfreier Busse sank zeitgleich um 5,6 Punkte auf 69,8 Prozent.

„Die Ergebnisse des aktuellen Bus-Reports sind alarmierend“, sagt Richard Goebelt, Fachbereichsleiter Fahrzeug und Mobilität beim TÜV-Verband. „Die Mängelquoten steigen zum zweiten Mal in Folge kräftig. Insbesondere jüngere Fahrzeuge schneiden bei den Prüfungen schlechter ab. Bereits ein Jahr nach der Neuzulassung fällt jeder zehnte Bus durch die HU.“

Der negative Trend bei neueren Fahrzeugen ist bemerkenswert. Nach Angaben des Verbands fällt bereits ein Jahr nach der Neuzulassung jeder zehnte Bus durch die HU – ein Wert, der sich gegenüber dem Report von 2024 mehr als verdoppelt hat. Bei vier Jahre alten Fahrzeugen zeigen über 20 Prozent erhebliche Mängel, bei 15 Jahre alten Bussen steigt die Quote auf 24,1 Prozent. Das Durchschnittsalter der Busflotte in Deutschland liege unverändert bei 8,3 Jahren. Zum 1. Januar 2026 waren laut TÜV-Verband rund 87.500 Busse zugelassen.

Der Verband führt die Entwicklung auf wirtschaftlichen Druck in der Personenbeförderungsbranche zurück. Laut Richard Goebelt widmen viele Unternehmen der Instandhaltung ihrer Fahrzeuge nicht die erforderliche Aufmerksamkeit. Dies gehe „über kurz oder lang zulasten der Verkehrssicherheit“, so der Verbandsfunktionär.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts, auf das der TÜV-Verband verweist, wurden 2024 insgesamt 6.118 Verkehrsunfälle mit Personenschaden an Reise- oder Linienbussen registriert (plus drei Prozent). Dabei verunglückten 9.917 Personen (plus 4,5 Prozent), 61 starben, 839 wurden schwer verletzt.

Die Inspektionen dokumentieren folgende kritische Befunde:

  • Ölverluste an Motor oder Antrieb: 6,3 Prozent (plus 1,2 Punkte),
  • Beleuchtungsmängel: 4,2 Prozent, vorwiegend defekte Rückleuchten,
  • Bremsanlagen-Defekte: 5,3 Prozent (aggregiert), darunter riefige Bremsscheiben, defekte Bremsleitungen und Funktionsstörungen.

Der TÜV-Verband fordert eine Weiterentwicklung der Inspektionsstandards. Neben klassischen sicherheitsrelevanten Komponenten wie Bremsanlage, Lenkung und Fahrwerk gewinnen elektronische Assistenzsysteme, Sensorik, Softwarestände sowie Hochvolt- und Batteriesysteme bei Elektro- und Hybridbussen zunehmend an Bedeutung. Eine datengestützte, an den sicherheitsrelevanten Systemen orientierte technische Überwachung sei erforderlich.

Darüber hinaus plädiert der Verband dafür, die Sicherheitsprüfung für Kraftomnibusse gezielt an neue Fahrzeugtechnologien anzupassen. Sie ergänzen bislang die jährliche HU durch engmaschige Kontrollen sicherheitskritischer Baugruppen.

Handlungsempfehlungen des TÜV:

  • Verstärkte Wartungsinvestitionen durch die Betreiber,
  • konsequente Durchführung von Abfahrtskontrollen,
  • verstärkte Kontrolle der Anschnallpflicht in Reise- und Fernbussen.

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