Volkswagen Kernmarke VW soll näher an Premiumfabrikate rücken

Autor / Redakteur: dpa / Christoph Seyerlein

Der Volkswagen-Konzern will an der Positionierung einzelner Fabrikate am Markt feilen. Das größte Aufholpotenzial sieht Vertriebsleiter Christian Dahlheim bei Audi. Eine etwas andere Ausrichtung soll künftig VW Pkw bekommen.

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„Wir sind extrem zuversichtlich, 2021 CO2-regelkonform zu sein“, sagte Volkswagen-Konzernvertriebschef Christian Dahlheim.
„Wir sind extrem zuversichtlich, 2021 CO2-regelkonform zu sein“, sagte Volkswagen-Konzernvertriebschef Christian Dahlheim.
(Bild: Volkswagen)

Volkswagen will die Profile seiner einzelnen Marken schärfen. Das kündigte Konzernvertriebsleiter Christian Dahlheim am Donnerstag in einer Telefonkonferenz an. Es hatte früher bei einigen Modellen auch interne Konkurrenz zwischen VW und Audi im oberen Segment oder zwischen VW und Skoda bei günstigeren Fahrzeugen gegeben.

Der Strategie zufolge soll etwa die VW-Kernmarke zwar ein Volumenfabrikat für breite Käuferschichten bleiben, zugleich aber etwas näher an höherwertige Gruppen geführt werden („Top Volume“).

Zu Skoda hatte Konzernchef Herbert Diess zuletzt erklärt, die Marke sei ihm noch nicht aggressiv genug am Markt. Die tschechische Tochter solle allerdings keine Billigmarke werden, sagte Dahlheim, sondern in Bereichen angreifen, in denen der Konzern noch nicht stark genug vertreten sei. Im Blick hat Volkswagen dabei aber definitiv Kunden in niedrigen Preissegmenten.

Seat soll diese wohl eher nicht bedienen, da der Konzern die spanische Tochter mit der zunehmenden Gewichtung von Cupra eher höher positioniert.

Audi biete zudem das größte Aufholpotenzial, nachdem die Ingolstädter in den vergangenen Jahren an Boden verloren hatten.

Optimismus beim Thema CO2

Beim Thema CO2 geht Volkswagen davon aus, im kommenden Jahr die EU-Abgasregeln einhalten zu können. „Wir sind extrem zuversichtlich, 2021 CO2-regelkonform zu sein“, sagte Dahlheim.

In diesem Jahr rechnet der Konzern demnach weiter wie bereits von Vorstandschef Herbert Diess angedeutet mit einer leichten Verfehlung der Ziele für den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids. Deutliche Überschreitungen der Emissionsgrenzen könnten für Autobauer in der EU Milliardenstrafen nach sich ziehen.

Seit 2020 gelten für die Branche in der EU verschärfte Regeln, wonach neu verkaufte Autos im Schnitt je gefahrenem Kilometer noch 95 Gramm CO2 ausstoßen dürfen. In diesem Jahr gelten noch Übergangsregeln, die aber 2021 wegfallen. Derzeit ziehen die Verkäufe von Elektro- und Plug-in-Hybrid-Autos auch wegen einer stärkeren Förderung an.

Volkswagen hatte bereits angedeutet, dass es im kommenden Jahr mit dem Wachstum dieser Modelle einfacher werde, die EU-Regeln einzuhalten. Für einzelne Autobauer gelten je nach Marktposition individuelle Grenzen, Marken mit schwereren Fahrzeugtypen dürfen etwa mehr ausstoßen.

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