»kfz-betrieb« Auto-Check: Mercedes-V-Klasse 250d

„Avantgarde Edition“ startet bei 61.142 Euro

| Autor: Wolfgang Michel

Mit knapp 10.000 Neuzulassungen im ersten Halbjahr 2018 zählt die V-Klasse von Mercedes-Benz auch vier Jahre nach ihrer Markteinführung zu den erfolgreichsten Großraumlimousinen in Deutschland.
Mit knapp 10.000 Neuzulassungen im ersten Halbjahr 2018 zählt die V-Klasse von Mercedes-Benz auch vier Jahre nach ihrer Markteinführung zu den erfolgreichsten Großraumlimousinen in Deutschland. (Bild: Michel / »kfz-betrieb«)

Viele Menschen denken bei einem Großraumwagen wie der Mercedes-V-Klasse immer noch an einen Transporter. Aus dem Weg räumen lassen sich solche Gedanken nur durch eine Probefahrt. Spätestens dann erfahren selbst die größten Kritiker dieses Fahrzeugformats, dass sich der große Wagen ebenso komfortabel wie ein Pkw-Kombi oder SUV fahren lässt. Der Vergleich mit einem klassischen Transporter hält maximal bei der Ladekapazität mit. Diesbezüglich sticht so eine Großraumlimousine jeden noch so großen Kombi in jedem Fall aus (siehe Bildergalerie).

Mit 5,14 Metern Fahrzeuglänge fuhr unser Testwagen in der Liga von S-Klasse, A8 und 7er. Als „Avantgarde Edition“ hält sich die V-Klasse auch in Sachen Ausstattung nicht zurück. Das Auto verfügt bereits serienmäßig über viele Komfort- und Sicherheitsfeatures, und die Liste der individuellen Sonderausstattung lässt kaum Wünsche offen.

Für mehr Komfort und Sicherheit sorgt unter anderem das Parkpaket mit 360-Grad-Kamera. Wie bei anderen Rückfahrkameras bekommt der Fahrzeuglenker auch auf dem Bildschirm der V-Klasse folgenden Hinweis eingeblendet: „Gesamtes Umfeld beachten!“ Dass dieser Hinweis ernst zu nehmen ist, erfuhr der Autor persönlich. Was ist passiert? Stellen Sie sich eine sehr enge Hoteltiefgarage vor, bei der für die ein- und ausfahrenden Fahrzeuge nur eine schmale, kurvige und gleichzeitig steile Fahrspur zur Verfügung steht. Eine Ampelschaltung regelt die Ein- und Ausfahrt. Hier einen über fünf Meter langen und beinahe zwei Meter breiten Van herein- und herauszufahren, verlangt vom Fahrzeuglenker und den Assistenzsystemen jedes Mal aufs Neue höchste Konzentration.

Zerbröselte Heckscheibe

In solchen Situationen ist es gut, wenn das Auto über Parksensoren vorn und hinten und ein Rundum-Kamerasystem verfügt. Letzteres zeigte zwischen der roten Linie auf dem Bildschirm und der unteren Hälfte des Betonpfeilers noch geschätzte 20 Zentimeter Platz. Blöd nur, dass sowohl Fahrer als auch Kamerasystem ausgerechnet den auf Höhe der getönten Heckscheibe montierten Feuerlöscher übersahen. Es kam wie es kommen musste: Bei Kontakt mit dem Feuerlöscher zerbröselte die Heckscheibe in unzählige kleine Glasteile, die sich wie Kandiszucker auf dem Boden der Tiefgarage verstreuten.

Glück im Unglück war, dass ansonsten nichts zu Bruch ging und der Hotelier ein Mercedes-Benz G-Modell sein Eigen nennt. Somit existierte ein persönlicher Kontakt zum nächstgelegenen Mercedes-Händler. Das Navigationssystem lotste uns bei schönstem Wetter nach Bruneck/Südtirol zu „Autoindustriale“ (siehe Bildergalerie). Dort erfolgte eine unkomplizierte Fahrzeugannahme, Serviceberater Leo Brugger war die Freundlichkeit in Person. Eine gute halbe Stunde später waren wir in einem Leihwagen (B-Klasse) wieder in Richtung Hotel unterwegs. Hier übergab uns der Hotelier nicht nur eine Dauerkarte für das großzügige öffentliche Parkhaus in der Ortsmitte. Ganz nebenbei erzählte er auch, dass ihm genau dasselbe Tiefgaragen-Heckscheiben-Feuerlöscher-Malheur in einem Schweizer Hotel passiert war.

Apropos Tiefgarage: Vier Tage später stand die von außen und innen picobello gereinigte V-Klasse wieder mit Heckscheibe auf ihrem neuen Übernachtungsplatz in der öffentlichen Tiefgarage. Zwei Randerlebnisse wollen wir nicht verschweigen. Erstens: Die erste zum Händler angelieferte Heckscheibe war defekt. Nur deshalb hat die Reparatur vier Tage gedauert. Zweitens: Die Navigationssysteme von V-Klasse und B-Klasse (Leihwagen) führten trotz der in beiden Navis werkseitig abgespeicherten MB-Serviceadresse nicht auf das Gelände des Mercedes-Händlers, sondern direkt zum Wettbewerber – einem VW- und Audi-Autohaus. Aber wie in Sachen Rückfahrkamera kommt man auch in Sachen Navi unbeschadet ans Ziel, solange man selbst die Augen offen hält.

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