»kfz-betrieb« Auto-Check: Opel Zafira Life - Van war gestern

Vierte Generation wächst zum Kleinbus

| Autor: Jakob Schreiner

Der uns zur Verfügung gestellte Opel Zafira Life Innovation M kostet samt Extras 53.470 Euro.
Der uns zur Verfügung gestellte Opel Zafira Life Innovation M kostet samt Extras 53.470 Euro. (Bild: Schreiner/»kfz-betrieb«)

Vor ziemlich genau zwei Jahrzehnten begann die Erfolgsgeschichte des Opel Zafira. Er war der Maßstab für geräumige, aber zugleich kompakte Vans. Mit der nun vierten Generation beerdigen die Konzernmutter PSA und die Rüsselsheimer dieses Konzept. Bis auf den Namen – Zafira Life – erinnert nichts mehr an den Van von früher, der nun ein Kleinbus für bis zu neun Personen ist und im Gebiet von VW T6 wildern soll.

Der neue Zafira ist im Prinzip, bis auf die kleineren optischen Retuschen, baugleich mit den PSA-Konzernbrüdern Peugeot Traveller und dem Citroën Spacetourer sowie dem Toyota Pro Ace Verso, die bereits seit 2016 auf dem Markt sind.

Unser in „Jade-Weiß“ lackierter Testwagen stand mit mittlerem Radstand (M) und der höchsten Ausstattungslinie „Innovation“ auf dem Hof. Darin serienmäßig unter anderem enthalten: ein schickes Panorama-Glasdach, elektrische Schiebetüren, Xenon-Scheinwerfer mit Abbiegelicht oder das Soundsystem mit insgesamt zehn Lautsprechern. Extra bezahlen muss man bei der Ausstattungslinie die Fahrerassistenzpakete, die mit Fernlicht-, Spur- und Notbremsassistent oder adaptivem Geschwindigkeitsregler kaum Wünsche offen lassen.

Insgesamt kamen zu dem Grundpreis von 48.300 Euro noch mal rund 5.200 Euro an Extras hinzu. Viel Geld für den einstigen Van, der mit der Einführung von Generation drei mit einem Kampfpreis von rund 23.000 Euro gestartet ist. Die Basisversion des Zafira Life liegt jetzt gut 11.000 Euro darüber.

Von der Modellpolitik kann man nun halten, was man will – es soll aber um das Fahrzeug gehen. Und das legt einen durchaus soliden Auftritt hin. Der Selbstzünder mit 150 PS und manuellem Sechsganggetriebe sorgt für ausreichend Vortrieb. Lediglich der Druckpunkt der Kupplung ist sehr straff gehalten, kommt damit ruckartig und ist gewöhnungsbedürftig. Auffällig: Selbst bei Geschwindigkeiten jenseits der 130 km/h bleibt es im Inneren angenehm ruhig.

Auch die Wankneigung des 1,90 Meter hohen Busses hält sich in Grenzen, und insgesamt vermittelt das Fahrwerk ein eher Pkw-artiges Fahrverhalten, da die Basis für alle PSA-Kastenwagen eine Pkw-Plattform ist. Entsprechend direkt kommt auch die Lenkung daher. Ein weiterer Vorteil des Zafira: Mit seiner Höhe ist der Kleinbus in vielen Fällen noch gerade so parkhaustauglich.

Raumangebot überzeugt

Überzeugen konnte im Test das Raum- und Sitzangebot im neuen Zafira. Das fällt dank den vielfach verstellbaren und im Verhältnis 60 zu 40 geteilten Sitzbänken sehr variabel aus und bietet entsprechend viele Möglichkeiten, Sitzplätze gegen Stauraum zu tauschen und umgekehrt. Abgesehen von reichlich Hartplastik geht es im ergonomisch gut gestalteten Cockpit sachlich, nüchtern und aufgeräumt zu. Der Bedienhebel hinter dem Lenkrad für Tempomat und Co. ist schlecht zu erreichen und anfangs ohne Blickkontakt nicht zu bedienen.

Eine Lösung direkt am Lenkrad wäre die eindeutig bessere Wahl. Dafür ist das Sieben-Zoll-Touchscreen-Infotainmentsystem weitestgehend selbsterklärend und leistet gute Arbeit, könnte aber etwas mehr Rechenleistung vertragen.

Wer also auf der Suche nach einem günstigeren Pendant zum Klassiker Bulli ist, wird hier fündig.

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