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»kfz-betrieb« Auto-Check: Toyota Corolla – jetzt mit Fahrspaß lieferbar

Autor: Jan Rosenow

Der neue Power-Hybrid macht aus dem bisherigen Klassenstreber den Kapitän der Sportmannschaft. Und das beste: Sparsam und sauber bleibt er trotzdem.

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Die neue Corolla-Generation ist sicherlich die schönste in der langen Modellgeschichte.
Die neue Corolla-Generation ist sicherlich die schönste in der langen Modellgeschichte.
(Bild: Rosenow/»kfz-betrieb.de)

Es gibt wieder einen Toyota Corolla! Dabei hatten die Japaner den Namen wegen seines zwar soliden, aber sterbenslangweiligen Images zwei Generationen lang beiseite gelegt und ihre Kompaktklasse unter der schönen Bezeichnung Auris vermarktet. Eine stichhaltige Erklärung für die Rolle rückwärts lieferte Toyota nicht – aber letzten Endes sind Namen auch Schall und Rauch. Auf die inneren Qualitäten kommt es an!

Und da hat der neue Corolla einiges zu bieten, vor allem unter der Motorhaube. Erstmals gibt es zwei Hybridantriebe, wobei die stärkere Version mit einer Systemleistung von 132 kW/180 PS die Rolle des Fahrspaßmodells übernimmt, die in der Auris-Ära komplett verwaist war. Dieser Antrieb war auch im »kfz-betrieb«-Testwagen verbaut.

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Am Toyota-Hybridsystem scheiden sich seit jeher die Geister. Durch seine stufenlose Kraftübertragung erinnert es viele an ein CVT-Getriebe, was durch das lautstarke Hochdrehen des Verbrennungsmotors bei hoher Leistungsanforderung auch unterstrichen wird. Andere – darunter auch wir – schätzen die ingeniöse Konstruktion, die ohne Wechselgetriebe auskommt, den sehr niedrigen Alltagsverbrauch und die vorbildliche Zuverlässigkeit und Langlebigkeit des Antriebs. Und mit der neuesten Generation zählt nun auch der Fahrspaß zu den vielen guten Eigenschaften des Toyota-Hybrids.

Zwar heult der Motor beim Gasgeben immer noch auf, aber die dabei gewonnene Zugkraft steht im Einklang mit dem Fahrgeräusch. Der Corolla geht richtig ab, und das auch bei höherem Tempo auf der Autobahn. Der 2.0 Hybrid beschleunigt in 7,9 Sekunden von Null auf 100 km/h (Werksangabe). Zum Vergleich: Der 1.8 Hybrid benötigt gemütliche 10,9 Sekunden.

Das Fahrwerk passt zur sportlichen Auslegung des Corolla

Und der Verbrauch? Toyota gibt einen NEFZ-Mittelwert von 3,9 Litern an. Im Testalltag bei »kfz-betrieb«, der sich überwiegend auf der Autobahn abspielt, waren es zwar um die sechs Liter, aber auf Landstraßen sind problemlos auch unter fünf Liter möglich. Gemessen an der Leistung sind das gute Werte.

Das Fahrwerk hält mit dem leistungsstarken Antrieb problemlos mit. Der Corolla basiert auf einer neuen Plattform mit dem komplizierten Namen TNGA GA-C, die sich vom Auris durch höhere Verwindungssteifigkeit und einen niedrigeren Schwerpunkt unterscheidet. Außerdem besitzt das neue Modell eine Mehrlenker-Hinterachse. Das merkt man beim Fahren: In schnellen Kurven liegt der Corolla satt auf der Straße, wankt kaum und kommt auch bei abrupten Richtungswechseln nicht ins Straucheln. Die solide, klapperfreie Verarbeitung unterstützt den hochwertigen Eindruck.

Platz da wie im Mazda: Schön, aber eng

Doch das Autoleben besteht nicht nur aus schneller Kurvenfahrt, sondern auch aus Transportaufgaben. Und gerade hier schwächelt der Corolla. Gemessen am Auris ist die Karosserie deutlich enger geschnitten. Auf den Rücksitzen fehlt es an Kniefreiheit, der Kofferraum des Schrägheckmodells ist mit 313 Litern ziemlich klein. Das liegt nicht nur am Platzbedarf von Hybridbatterie und Mehrlenkerachse, sondern auch an der coupéhaften Linie des Corolla. Dadurch sieht er zwar fast so gut aus wie ein Mazda 3, handelt sich aber auch dessen Probleme mit der Raumausnutzung ein.

Der Modellwechsel führte natürlich auch zu einer deutlichen Aufrüstung in Sachen Ausstattung und Fahrerassistenz. Ein TFT-Display im Armaturenbrett bietet mehrere Instrumentenlayouts und eine Vielzahl an Informationen. Der Acht-Zoll-Bildschirm des Infotainmentsystems steht fast schon zu wuchtig im Raum. Dank fester Auswahltasten klappt immerhin die Bedienung einigermaßen flüssig. Handys lassen sich in einer Ladeschale kabellos laden, allerdings ist diese dunkle Höhle fast schon die einzige Möglichkeit, ein Telefon unterzubringen. Allgemein mangelt es an geräumigen Ablagefächern.

Um die aktive Sicherheit kümmern sich ein Notbremsassistent, eine adaptive Geschwindigkeitsregelung und eine Spurhaltehilfe. Der Spurverfolgeassistent greift sogar in die Lenkung ein, um den Fahrer zu unterstützen.

Ein günstiges Vergnügen ist der neue Corolla allerdings nicht. Für die Einstiegsvariante mit konventionellem 1,2-Liter-Turbo werden 20.990 Euro fällig. Der günstigste 1.8 Hybrid kostet bereits 27.290 Euro. Der Aufpreis für den stärkeren Antrieb beträgt 2.000 Euro. Unser Testwagen kam in der gut ausgestatteten Version Club inklusive Navi und Sonderlack auf 31.770 Euro.

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Über den Autor

 Jan Rosenow

Jan Rosenow

Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group