Kfz-Branche drängt auf Online-Zulassung im Autohaus

Autor: Christoph Seyerlein

Während des Corona-Lockdowns ging an vielen Kfz-Zulassungsstellen so gut wie gar nichts. Eine aktuelle Umfrage unter Autohändlern zeigt: Vielerorts ist die Lage immer noch nicht gut. Die Branche fordert die Politik deshalb erneut zum Handeln auf.

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Der Zulassungsprozess gestaltet sich für viele Händler weiter schwierig.
Der Zulassungsprozess gestaltet sich für viele Händler weiter schwierig.
(Bild: Kroschke-Gruppe)

Geschlossene oder nur eingeschränkt geöffnete Zulassungsstellen waren ein erheblicher Faktor, die den Autohandel neben ausbleibendem Kundeninteresse während des Corona-Lockdowns fast zum Erliegen brachten. Eine aktuelle Umfrage der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) zeigt nun: Nach wie vor hadern viele Händler mit der Situation rund um den Zulassungsprozess.

59 Prozent der insgesamt 657 Kfz-Unternehmer, die zwischen dem 2. und 14. Juni an der Umfrage teilnahmen, gaben an, dass die aktuelle Situation an den Zulassungsstellen ihr Geschäft „in erheblichem Maße“ belaste. Bei 30 Prozent war das „in geringem Maße“ der Fall. Lediglich 9 Prozent erklärten, alles laufe wie gewohnt. Zwei Prozent wählten die Antwortmöglichkeit „weiß nicht/keine Angabe“.

Jürgen Karpinski, Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), fordert deshalb einmal mehr die Politik auf, sich des Themas anzunehmen. „Jedes Fahrzeug, das beim Handel steht und nicht zugelassen werden kann, bindet Kapital, das für die Händler aktuell besonders wichtig für das wirtschaftliche Überleben ist“, mahnt er. „Diese Erfahrung zeigt uns ganz klar: Wir brauchen jetzt sehr schnell die Online-Zulassung im Autohaus“, so Karpinski weiter.

Diesen Wunsch äußerte mit 85 Prozent auch die große Mehrheit der von der DAT befragten Händler. Bislang ist Kfz-Betrieben eine digitale Zulassung nicht gestattet, nur private Fahrzeughalter können das tun.

„Wir dürfen uns nicht derartig von einer schwerfälligen Bürokratie abhängig machen“

Karpinski warnte, man dürfe sich „nicht derartig von einer schwerfälligen Bürokratie abhängig machen“. Dieses Verhalten sei nicht mehr zeitgemäß. Technisch sieht er keine Probleme, die Online-Zulassung in Autohäusern und Werkstätten einzuführen, es gebe aber noch rechtliche Fragen zu klären.

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Fachredakteur Next Mobility