Kfz-Gewerbe fordert mehr Subventionen für Wasserstoff

Autor Doris Pfaff

Der ZDK spricht sich für die Förderung von Wasserstofffahrzeugen aus und hat ein entsprechendes Strategiepapier vorgelegt. Um diese Technologie weiter voranzubringen, fordert der ZDK-Präsident von der Bundesregierung eine konsistente Förderpolitik analog zum aktuellen Umweltbonus.

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Bislang gibt es bundesweit rund 85 Wasserstofftankstellen.
Bislang gibt es bundesweit rund 85 Wasserstofftankstellen.
(Bild: Daimler)

Mit einem Strategiepapier bezieht der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) eindeutig Stellung zur Wasserstofftechnologie und plädiert für eine einheitliche Förderpolitik. Als zukunftsfähig und unverzichtbar für alternative Antriebsarten müsse die Politik den Wasserstoff stärker berücksichtigen. Durch seine unterschiedlichen Verwendungsmöglichkeiten könne Wasserstoff einen entscheidenden Beitrag auf dem Weg zum klimaneutralen Individualverkehr leisten – sei es als Energielieferant für die Brennstoffzelle, als Basis für synthetische Kraftstoffe (E-Fuels) oder als Stromspeicher, so der ZDK.

„Die Kfz-Betriebe sind bereits heute gewappnet für den Umgang mit wasserstoffbasierten Antrieben“, betont ZDK-Präsident Jürgen Karpinski. Das gelte sowohl für den mit E-Fuels betriebenen Verbrenner als auch für Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb. Um jedoch Fahrzeuge mit Brennstoffzellen zu attraktiven Preisen anbieten zu können, sei eine Förderpolitik notwendig, die die Wasserstofftechnologie auch im Straßenverkehr vorantreibe.

Der ZDK fordere deshalb die Unterstützung beim Aufbau eines Wasserstofftankstellennetzes und Investitionen in eine kostengünstigere Produktion von Wasserstoff. Denn neben dem hohen Anschaffungspreis und der geringen Zahl an Wasserstofftankstellen gelte auch die vergleichsweise teure Erzeugung von Wasserstoff als Kaufhemmnis. Eine effektive Förderung der Wasserstofftechnologie müsse deshalb in allen drei Bereichen ansetzen.

ZDK: Aufbau der Infrastruktur ist sofort möglich

Und das könne laut ZDK durchaus schnell passieren: Mit dem Aufbau der Infrastruktur zur Wasserstofferzeugung könne sofort begonnen werden, indem nicht sofort benötigte und damit überschüssige elektrische Energie für die Erzeugung von Wasserstoff mittels Elektrolyse genutzt werde. Diese so gespeichert Energie könne später bedarfsgerecht zur Verfügung gestellt werden.

„Diese Infrastruktur wäre auch als Brückentechnologie zur Erzeugung von E-Fuels nutzbar“, sagt Karpinski. Denn E-Fuels ließen sich sofort als CO2-neutraler Kraftstoff für Fahrzeuge mit konventionellen Antriebssystemen verwenden. Das energieintensive und mit hohen Kosten verbundene Herstellungsverfahren dürfe kein Hindernis sein, „bereits heute den Kraftstoff von morgen zu fördern“, postuliert der ZDK in seinem Strategiepapier.

Langfristiges Ziel müsse es sein, den benötigten Wasserstoff völlig CO2-frei herzustellen (grüner Wasserstoff). Als Zwischenlösung biete sich der Einsatz von Wasserstoff aus der Industrie an, der dort als Nebenprodukt anfalle. Der ZDK-Vorstand plädiert dafür, Förderungen für zukünftige, klimafreundliche Mobilität nach technologieoffenen Kriterien zu definieren. Nur das würde auch dem Nutzungsverhalten der Verbraucher Rechnung tragen. „Die Festlegung auf eine einzige Antriebsart wird vom Markt nicht akzeptiert werden und könnte sowohl für die Automobilindustrie als auch für alle nachgelagerten Wirtschaftszweige verheerende wirtschaftliche Folgen haben“, betont der ZDK-Präsident.

Wie beim Kauf von E-Autos erhalten Kunden auch beim Kauf von Wasserstofffahrzeugen die Innovationsprämie. Doch es fehlen Angebote. Bislang stehen auf dem deutschen Markt Privatkunden nur der Hyundai Nexo, der Toyota Mirai und der Mercedes-Benz GLC F-Cell zur Verfügung. Der Anschaffungspreis für ein Wasserstoffauto liegt bei rund 70.000 Euro aufwärts.

Rund 1.000 Tankstellen wären nötig

Ähnlich verhält es sich mit dem Versorgungsangebot mit Wasserstoff: In Deutschland gibt es derzeit rund 85 Wasserstofftankstellen. Laut Angaben des ADAC wären bundesweit rund 1.000 Tankstellen nötig, um eine flächendeckende Versorgung abzusichern.

Mit seinem Strategiepapier und seiner Position zur Wasserstofftechnologie liegt der ZDK grundsätzlich auf der Linie der Bundesregierung. Erst im Juni hatte der Bund seine Wasserstoffstrategie beschlossen, mit der er die Energiewende weiter voranbringen möchte, und dazu rund neun Milliarden Euro bereitgestellt. Auch europaweit will Deutschland Wasserstoff als Energieträger voranbringen. Erklärtes Ziel ist laut Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier: „Wir wollen bei Wasserstofftechnologien die Nummer eins in der Welt werden und so neue Geschäftsfelder und Arbeitsplätze sichern.“

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