Kfz-Junioren treffen sich auf Sylt

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Der Vortrag von Schauspielerin und Führungskräfte-Coach Butting war alles andere als eine steife Brise. Sie nahm sich der Körpersprache an, die „Steife Brise“ ist ihre Heimat. Dieses Hamburger Improvisationstheater berät seit einigen Jahren auch Unternehmen. Auf Sylt vermittelte Butting den Junioren ihr Wissen über die Sprache des Körpers. Sie analysierte die Kommunikation zwischen Führungskräften und Mitarbeitern aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln.

„Durch positive Körpersprache entsteht eine andere Stimmung im Unternehmen“, sagte Butting. In ihrem Vortrag verwies sie darauf, dass die Beziehungsebene die Sachebene trage. „Wir können keine Sachen vermitteln, ohne Beziehung zu vermitteln. Das wird in vielen Unternehmen komplett vergessen“, sagte die Theaterschauspielerin. Das Problem ist leicht zu identifizieren: Ganz viele Führungskräfte seien zwar in ihrem Fach Spezialisten, also auf der Sachebene. Kaum einer sei aber Spezialist auf der Beziehungsebene, sprich Spezialist in Sachen Körpersprache.

Der Körper erzählt Geschichten

Somit müssten Führungskräfte in erster Linie an sich selbst arbeiten. „Viele Fehler passieren, weil wir Dinge in der Körpersprache verschleppen. Gewöhnen Sie sich einen regelmäßigen Körpercheck an“, sagte Butting. Ob am Telefon oder real im Büro – der Körper spreche immer, erzähle immer Geschichten, ganz ohne Worte. „Bevor Sie ein Gespräch mit Kunden oder Mitarbeitern führen, sollten Sie vor allem negative Spannung abbauen“, erklärte Butting den Junioren. Wer Einfluss nehmen wolle, der müsse freundlich, kompetent, verbindlich, dynamisch und hilfsbereit wirken. Diese Wirkung könne man durch Gang, Stand und Haltung erreichen. Genauso wichtig seien Blickkontakt sowie Mimik und Gestik. Stimme und Sprache komme ebenfalls eine besondere Rolle zu. Das gelte für Sprachtempo ebenso wie für Sprechpausen.

„Geradeaus und aufrecht gehen, steht für Zielstrebigkeit und Kompetenz. Denn jeder Schritt ist das Ziel!“, sagte Butting. Zudem sei es ein großer Unterschied mit den Füßen hüftbreit oder im schmalen Stand zu stehen. „Wenn wir auf Mitarbeiter oder Kunden kompetent wirken wollen, dann kommt es auf den richten Stand an. Ein schmaler Stand erzählt die Geschichte, ich brauche nicht so viel Platz im Leben.“ Als weiteres Beispiel nannte die Referentin die Körperhaltung: Haltung kommt von halten! „Zuwendung oder Abwendung – welche Haltung gegenüber einem Mitarbeiter eingenommen wird, dass verrät der Körper.“

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Ein klassischer Fehler sei es auch, nicht sauber mit Nähe und Distanz zu arbeiten. „Wenn wir alles in derselben körperlichen Nähe sagen, verbuchen die Mitarbeiter alles im selben Bereich und trennen gar nicht zwischen Smalltalk und Auftrag“, erklärte Butting. Arbeitsebene und private Ebene dürften sich in der Kommunikation jedoch nicht vermischen. Wenn eine Führungskraft über den Smalltalk ins Gespräch mit Mitarbeitern einsteigt, sollte sie einen Schritt zurückgehen, wenn sie dem Mitarbeiter einen Auftrag erteilt.

Als Ratschlag an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sagte sie: „Authentisch, heißt nicht: Ich bin wie ich bin. Authentisch bedeutet, so zu sein, wie man sein will.“

Branche muss attraktiver Arbeitgeber bleiben

Den zweiten Tag der Herbstakademie eröffnete Dr. Axel Koblitz. In seinen Grußworten bedankte er sich bei den Sponsoren der Veranstaltung. „Dank der Sponsoren haben wir hier den einzig wahren Juniorenkongress und heute Abend die schärfste Party der Welt bei Gosch in List.“ Der ZDK-Hauptgeschäftsführer erklärte, warum die Veranstaltung so wichtig sei: „Junge Führungskräfte sind für die Zukunft des Kfz-Gewerbes von unschätzbaren Wert. Sie haben ein deutlich höre Restlaufzeit als die etablierten Kräfte. Wir betreuen das Kfz-Gewerbe nur so lange, bis Sie es übernehmen.“

In seinen Grußworten ging Koblitz auch auf die Zukunft des stationären Automobilhandels ein. Derzeit sei das für den Verband eine Großbaustelle. „Die ohnehin schon anspruchsvollen Standards der Hersteller werden noch anspruchsvoller. Da geht eine Schere auseinander, die wir dringend schließen müssen“, sagte der ZDK-Hauptgeschäftsführer mit Blick auf den Fabrikatshandel. Eine weitere Mammutaufgabe für das Kfz-Gewerbe sei die Nachwuchssicherung. „Hier muss die Branche weiterhin als Arbeitgeber attraktiv bleiben“, sagte Koblitz.

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