Kfz-Junioren treffen sich auf Sylt

10. Herbstakademie des Kfz-Gewerbes Schleswig-Holstein

| Autor: Wolfgang Michel

Georg Hensch gehörte zur Refernten-Riege der Herbstakademie auf Sylt.
Georg Hensch gehörte zur Refernten-Riege der Herbstakademie auf Sylt. (Foto: Zietz)

Das Kfz-Gewerbe Schleswig-Holstein hatte zum zehnten Mal den Führungsnachwuchs des Kfz-Gewerbes zur Herbstakademie nach Sylt eingeladen. Rund 200 Teilnehmer nutzten die Möglichkeit, sich umgeben von der einzigartigen Atmosphäre der Insel, Impulse für den Automobilvertrieb und die Geschäftsführung zu holen.

„Wir freuen uns sehr, dass Sie trotz Bahnstreik zur zehnten Herbstakademie der Junioren 2014 so zahlreich und pünktlich eingetroffen sind!“ Mit diesen Worten begrüßte Jan-Nikolas Sontag, Geschäftsführer des Landesverbands Schleswig-Holstein, rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 8. Bundestreffens der Junioren des Deutschen Kfz-Gewerbes auf der Insel Sylt am ersten Tag der Veranstaltung (Anm. d. Redaktion: Die ersten beiden Veranstaltung waren keine Bundestreffen).

Herbstakademie 2014: Fit fürs digitale Zeitalter

„Auch in diesem Jahr haben wir wieder eine lockere, aber dennoch fachlich hochwertige Veranstaltung für Sie zusammengestellt. Vielen Dank für die große Resonanz auf unsere zehnte Herbstakademie. Unsere Veranstaltung ist zu einer guten Tradition geworden, sie zeichnete sich von Beginn an durch Kontinuität und Qualität aus“, sagte Rolf-Dieter Fröhling. In seiner Ansprache bedankte sich der Landesverbandspräsident Schleswig-Holsteins bei allen Sponsoren und Partnern der Herbstakademie. An die Juniorinnen und Junioren gerichtet, sagte er: „Bitte denken Sie an das Ehrenamt im Kfz-Gewerbe. Das Ehrenamt muss auch künftig funktionieren, dazu braucht es Sie, den Nachwuchs.“

Neuwagenhandel: Wie wird 2015?

Traditionell eröffnete »kfz-betrieb«-Chefredakteur Wolfgang Michel den Vortragsreigen der Herbstakademie. „Wohin fährt der Neuwagenhandel 2015?“ lautete der Titel des Vortrags. Michel beleuchtete nicht nur verschiedene Marktentwicklungen, sondern ging auch auf die unterschiedlichen Vertriebs- und Marketingaktivitäten der Hersteller und Importeure ein. „2013 war kein Boomjahr für den Neuwagenhandel, 2014 bricht ebenfalls keine Neuwagenrekorde. Geld verdienen mit Neuwagen wird zur immer größeren Herausforderung.

Und trotz alledem geht gerade eine von den Herstellern und Importeuren getriebene Investitionswelle durchs Land. Bei sehr vielen Marken stehen derzeit hohe Investitionen bezüglich CI, Ausstellungsräumen und Verkäuferarbeitsplätzen an. Keiner weiß, wie viele Neuwagen deswegen tatsächlich mehr verkauft werden! Bleibt zu hoffen, dass die Rechnung am Ende nicht allein die Händler bezahlen!“, sagte der Chefredakteur.

Michel zeigte auf, dass die Hersteller in Sachen Neuwagenhandel immer kreativer werden. Umso wichtiger sei es für die Autohäuser bei Marktanteil und Rendite eine überlebensfähige Quote zu erlangen, um wirtschaftlich dauerhaft im grünen Bereich zu verbleiben. „Das gelingt nur, wenn Ihr Unternehmen für eine möglichst breite Zielgruppe attraktiv ist – offline und online, real und virtuell! Nur wenn die Kunden Ihr Autohaus auch in Zukunft unabhängig vom Produktlabel auswählen, nämlich vor allem aufgrund Ihrer besseren Dienstleistungsqualität, haben Sie eine positive Zukunft“, sagte der Chefredakteur.

Mit dem Schweinehund kooperieren!

„Simplify your life – Was die kleinen Dinge mit dem großen Erfolg Ihres Unternehmens zu tun haben.“ Unter diesem Motto stand der Vortrag von Werner Tiki Küstenmacher. Sein 2001 erschienenes Buch „Simplify your life“ wurde mittlerweile in 40 Sprachen übersetzt. „Der Gedanke, Dinge zu vereinfachen, lässt sich hervorragend auf ein Kfz-Unternehmen übertragen“, sagte der Autor. Besonders Führungskräfte klagten sehr häufig über immer komplexer werdende Arbeitsprozesse und undurchschaubare Mechanismen. Küstenmacher stellte Methoden vor, mit denen das Berufsleben zufriedenstellender glücklicher und einfacher werden könne. Sein Prinzip lasse sich nicht nur auf den Arbeitsplatz, sondern auch privat anwenden.

Die Deutschen seien weltweit dafür berühmt, dass sie selbst komplexeste Aufgaben hervorragend umsetzen könnten – ausgenommen den Berliner Hauptstadtflughafen. „Um Aufgaben gut umzusetzen, muss man sich gut verstehen“, sagte Küstenmacher. Nicht selten gäbe es selbst beim besten Vorsatz eine Blockade. „Besiegen Sie Ihren inneren Schweinehund. Wenn das nicht gelingt, kooperieren sie zumindest mit ihm!“ Das grundsätzliche Problem dabei sei, dass die meisten Emotionen der Menschen negative Emotionen seien. „Das liegt daran, dass uns ein Verlust emotional mehr trifft, als ein Gewinn“, sagte Küstenmacher.

Man ärgere sich nun mal deutlich mehr über einen verlorenen 100-Euro-Schein als über einen gewonnenen 100-Euro-Schein. Übertragen auf die Mitarbeiterführung heißt das seiner Meinung nach: „Um andere zu motivieren, muss man selbst positiv denken und agieren.“ Zum Abschluss seines Vortrags gab Küstenmacher den jungen Leuten zwei Tipps mit auf den Weg. Erstens: Im Leben sollte man die verschiedenen Dinge immer wieder neu bewerten! Zweitens: Verzichten Sie auf Multitasking, und machen Sie eine Sache nach der anderen!

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