Kfz-Werkstatt: Digitalisierung als Chance

Der Einzug digitaler Prozesse in die Kfz-Werkstatt löst nicht überall Begeisterungsstürme aus. Vielerorts wird er mit hohen Kosten und Risiken in Verbindung gebracht. Dabei tragen effiziente Abläufe dazu bei, mehr Geld zu verdienen.

| Autor: Richard Linzing

Connected Repair von Bosch vernetzt nicht nur Werkstattgeräte, sondern bietet auch ein intelligentes Informationsmanagement. Via Asanetwork lassen sich auch Geräte anderer Hersteller in das System einbinden.
Connected Repair von Bosch vernetzt nicht nur Werkstattgeräte, sondern bietet auch ein intelligentes Informationsmanagement. Via Asanetwork lassen sich auch Geräte anderer Hersteller in das System einbinden. (Bild: Bosch)

Digitalisierung und Vernetzung: Diese Schlagworte machen schon seit geraumer Zeit die Runde in der Kfz-Servicewelt. Auf Messen und in Werbefilmchen werden Bilder der schönen neuen Servicewelt 4.0 gezeichnet, in der jeder mit jedem und alles mit allem vernetzt ist. Datenströme fließen zwischen Fahrzeug, Hersteller, Kunde und Servicebetrieb. In dieser digitalen Welt werden Software-Updates drahtlos in die Fahrzeugsteuergeräte überspielt, Telematikdaten an Hersteller und Servicebetrieb übertragen, Werkstatttermine per Smartphone reserviert. Und kaum fährt der Kunde auf den Werkstatthof, ist sein Kennzeichen per Kamera erfasst und der Auftrag blitzschnell im Hintergrund vorbereitet. Alles flutscht, alles scheint so einfach, so praktisch und effizient zu sein.

Wirft man aber einen Blick in den Werkstattalltag vieler Betriebe, erhält man ein sehr inhomogenes Bild. Die Digitalisierung und Vernetzung ist leider noch nicht flächendeckend in der Kfz-Servicewelt angekommen. Natürlich gibt es viele Werkstätten, die die Zeichen der Zeit erkannt und sich bereits auf die neuen Trends eingestellt haben. Vor allem in größeren Betrieben und solchen mit mehreren Filialen läuft nichts mehr ohne digitale Unterstützung der Serviceprozesse. Schaut man sich aber die Abläufe in kleineren Werkstattteams an, macht sich schnell Ernüchterung breit. Die Terminplanung erfolgt noch vielerorts auf Papier. Auftragsdetails werden mündlich, bestenfalls als handschriftliche Notiz auf dem Auftragsformular weitergegeben. Die Werkstattgeräte arbeiten autark. Daten müssen während eines Werkstattdurchlaufs mehrfach erfasst werden. Wichtige Informationen zum Fahrzeug oder über den Kunden sind nur dem Mitarbeiter bekannt, der unmittelbar mit dem Auftrag betraut war.

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