Kfz-Zulassungsstellen schotten sich ab

< zurück

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Prekär ist die Lage in Berlin, wo es lediglich zwei Anlaufstellen gibt. Die Hauptzulassungsstelle vermeldete am Dienstag für gewerbliche Kunden einen Bearbeitungsrückstand von zwei Tagen. Man werde den Autohäusern und Zulassungsdiensten eine E-Mail mit dem geplanten Abholtermin übermitteln. Sprechzeiten finden nicht mehr statt. Bei mehr als 50 neuen Vorgängen heißt es: „Beschäftigte der Sammel- und Gewerbeschalter werden Sie informieren, sobald Vorgänge zur Bearbeitung angenommen werden können. Ihnen werden konkrete Termine mitgeteilt, an denen Ihre Vorgänge entgegengenommen werden.“ Aktuell lasse sich nicht einschätzen, wann man den Dienstbetrieb wieder voll aufnehmen könne. Von einem großen Berliner Autohaus war allerdings zu vernehmen, dass der Zulassungsdienstleister des Kfz-Betriebs bislang den Prozess in enger Abstimmung mit dem Amt noch vergleichsweise reibungslos durchbringen konnte.

In zahlreichen anderen deutschen Städten gelingt das nicht mehr, obwohl auf den Webseiten der Ämter zumeist lediglich von „Einschränkungen“ die Rede ist. Opel- und Nissan-Händler Peter Hübner aus Kaiserslautern beispielsweise berichtete auf Anfrage, dass sein Team für zwei zuletzt noch getätigte Zulassungen ins 35 Kilometer entfernte Pirmasens fahren musste. „Ab morgen ist hier alles komplett zu", so der Unternehmer.

Daher mache für ihn die Frage, ob und wann er seinen Showroom vorübergehend schließen muss, gar keinen Sinn mehr. „Wenn wir keine Fahrzeuge mehr zulassen können – wir können ja schon keine Liefertermine mehr nennen – dann verkaufen wir sowieso nichts.“ Trotz allem müssten die Zulassungsstellen aber – vor allem für Gewerbetreibende – gewährleisten, dass Fahrzeuge zugelassen werden können. „Zumindest die Ware, die noch da ist, müssen wir ja zu Geld machen können“, sagt Peter Hübner.

„i-Kfz“ kommt nicht voran

Auch in Nürnberg wird die Erreichbarkeit der Zulassungsstellen „in dringenden Fällen“ über eine Hotline des Service-Centers der Stadt zugesichert. Wie Kfz-Betriebe vor Ort allerdings versichern, geht auch in Nürnberg aktuell nichts mehr.

Eigentlich sollte es ja schon seit Oktober 2019 möglich sein, Neuwagen bundesweit online zuzulassen. Doch die Realität sieht anders aus: Nach Angaben des Deutschen Städtetags war es im vergangenen Monat gerade einmal in der Hälfte der bundesweiten Zulassungsstellen möglich, einen Neuwagen rein digital anzumelden. Der Grund: Probleme bei der Anbindung an die IT- Programme der einzelnen Landkreise. Kunden, die die internetbasierte Fahrzeugzulassung, kurz „i-Kfz“ nutzen möchten, müssen zudem einige Anforderungen erfüllen: Dazu zählen der Besitz eines Personalausweises mit E-ID-Funktion und die Installation einer Ausweis-App. Dazu kommt ein recht komplexes, 12-stufiges Anmeldeverfahren mit dem Hinweis, dass das Zahlungsmittel je nach zuständiger Zulassungsbehörde variieren kann.

(ID:46414312)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung