Klimaanlagen: Kältemittel-Blues

Redakteur: Steffen Dominsky

Die umstrittene Chemikalie R1234yf wird in immer mehr Fahrzeugen verwendet. Für Werkstätten und den Service an Klimaanlagen hat das weitreichende Folgen.

(Foto: Auto-AC-Reporter)

Er war ursprünglich der musikalische Ausdruck des Schwermuts der afroamerikanischen Bevölkerung: der Blues. Die Melodie: Meist vorgetragen in Form dreier Akkorde. Wer einen „Blues“ hat, der ist traurig. Ebenfalls künftig drei Akkorde bilden auch in einem ganz anderen Bereich die technische Basis – und zwar die von Kältemitteln in Kraftfahrzeugen: neben dem bekannten R134a die Alternative R1234yf und die Alternativ-Alternative R744 alias CO2.

Wer die Entwicklung bzw. dramatische Einführung des neuen Kältemittels verfolgt hat, der dürfte ebenso dem Blues nahe sein – oder besser gesagt dem Heulen. Wie bereits mehrfach berichtet (Ausgaben 15/2014 und 12/2013 bzw. im Internet) gleicht die Einführung von R1234yf einem Fiasko. Wie bekannt, hatte sich die deutsche Automobilindustrie 2007 erst auf CO2 als künftiges Kältemittel geeinigt, um dann doch auf das von den US-Firmen Honeywell und Dupont entwickelte R1234yf umzuschwenken. Dieses für seine neu homologierten Fahrzeuge einzusetzen, boykottiert wiederum der Daimler-Konzern seit September 2012 und trat damit eine Lawine los, die bis heute rollt.