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Klimaanlagen: Tierisch heiß

| Autor / Redakteur: Steffen Dominsky / Steffen Dominsky

Die EU möchte den Ausstoß klimaschädlicher Gase reduzieren; das ist gut. Schlecht ist, dass sie dabei unüberlegt vorgeht. So kam es bei der Versorgung mit R134a schon letztes Jahr zu Lieferengpässen. Dieses Jahr droht ein echter Kältemittel-Notstand. Die Konsequenz: Autoinsassen dürften im Sommer richtig ins Schwitzen kommen.

(Bild: © annette shaff - stock.adobe.com)

Die Finnen gehen in die Sauna, die Russen in ihre Banja, und selbst die alten Azteken sowie die Römer machten sich mithilfe des „Temazcal“ bzw. des „Caldarium“ die entspannende wie heilende Wirkung schweißtreibender Kammern zunutze. Genau zu einer solchen könnte ab diesem Jahr verstärkt auch des Deutschen liebstes Kind mutieren, das Automobil. Doch anders als bei erstgenannten Einrichtungen ist hier das Schwitzen so gar nicht erwünscht, im Gegenteil – wofür gibt’s schließlich Klimaanlagen?

Doch genau da liegt der Hund begraben. Denn etliche Autofahrer dürften in diesem Sommer vergeblich die „AC“-Taste in ihrem Fahrzeug bemühen: Kalt wird es dennoch nicht. Nämlich dann nicht, wenn die Anlage leer ist, sei es aufgrund einer Undichtigkeit oder weil z. B. aufgrund eines Unfallschadens Komponenten getauscht werden mussten. Bereits im vergangenen Jahr saßen zahlreiche Werkstätten in Sachen Kältemittel über Wochen hinweg auf dem Trockenen, konnten leere Klimaanlagen nicht befüllen. In der Regel beziehen Kfz-Betriebe das Gas von ihrem Werkstattausrüster. Doch statt Gas erhielten die von ihren Lieferanten, den Gasehändlern, quasi nur einen „treuen Blick“ – sorry.