Kfz-Gewerbe Bayern Kritik am Industriestrompreis

Von Nick Luhmann 2 min Lesedauer

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Der von der Bundesregierung beschlossene Industriestrompreis gehe an der betrieblichen Realität vorbei, kritisiert das Kfz-Gewerbe Bayern. Denn von der Entlastung profitiere allein die Industrie, nicht aber die Kfz-Werkstätten, die ebenfalls hohe Energiekosten tragen müssten. Kritik übt auch der ZDH.

Räderwechsel in der Werkstatt: Für die meisten Diagnose- und Servicearbeiten sind die Betriebe auf Strom angewiesen. Der von der Bundesregierung beschlossene Industriestrompreis schließe den Mittelstand trotzdem aus, kritisiert das Kfz-Gewerbe.(Bild:  ProMotor)
Räderwechsel in der Werkstatt: Für die meisten Diagnose- und Servicearbeiten sind die Betriebe auf Strom angewiesen. Der von der Bundesregierung beschlossene Industriestrompreis schließe den Mittelstand trotzdem aus, kritisiert das Kfz-Gewerbe.
(Bild: ProMotor)

Das Kraftfahrzeuggewerbe Bayern mit seinen sieben Innungen kritisiert die von der Bundesregierung vorgestellten Pläne zum Industriestrompreis. „Der Bund hat monatelang über den Industriestrompreis gestritten. Herausgekommen ist nun eine Regelung, die das mittelständische Handwerk nicht nur außen vor lässt, sondern benachteiligt. Sie geht an der wirtschaftlichen Realität selbstständiger Betriebe komplett vorbei“, sagte Albert Vetterl, Präsident und Landesinnungsmeister des Kraftfahrzeuggewerbes Bayern.

Besonders Kfz-Werkstätten würden viel Strom benötigen – angefangen bei umfangreichen Diagnosegeräten über Hebebühnen und Schweißgeräte bis hin zur Hallenbeheizung im Winter. Gerade im Vergleich zur oftmals geringen Betriebsgröße sei der Energieaufwand daher hoch und könne durchaus rund zehn Prozent vom Umsatz ausmachen, sagte Präsident Vetterl.

Für Servicearbeiten brauchen Werkstätten viel Strom

Vor allem aber könne der Energieverbrauch beispielsweise durch effizientere Beleuchtung optimiert, aber nicht beliebig gesenkt werden. „Servicearbeiten an Fahrzeugen werden aufgrund der digitalen Prozesse immer aufwendiger und sie müssen im Interesse der Verkehrssicherheit auch absolut verlässlich durchgeführt werden – da kann man nicht einfach einen Arbeitsschritt abkürzen oder weglassen, weil dieser Strom frisst“, so Vetterl.

Kfz-Werkstätten müssten laut Vetterl ähnlich wie Bäcker seit Beginn der Energiepreiskrise sehr hohe Stromkosten vorfinanzieren und letztlich an die Kundinnen und Kunden weitergeben. Daher schade der Ampel-Plan allen Verbrauchern, wenn nur die Großindustrie, aber nicht der Mittelstand von einer Stromsteuersenkung profitiere. Es brauche insgesamt niedrigere Energiekosten, die im internationalen Vergleich in Deutschland sehr hoch seien.

Vetterl: „Egal ob für die 350 größten Industrieunternehmen, die allein in Bayern rund 7.000 mittelständischen Kfz-Innungsbetriebe oder die Privathaushalte – der Strompreis muss runter. Deshalb begrüßen wir es ausdrücklich, dass sich auch die neue bayerische Staatsregierung weiterhin für insgesamt niedrigere Energiepreise einsetzt und Berlin in die Pflicht nimmt.“

ZDH fordert Nachbesserungen

Kritik übte auch Jörg Dittrich, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH): „Das Strompreispaket der Bundesregierung geht in die richtige Richtung. Das Maßnahmenpaket greift wichtige Forderungen des Handwerks zur Entlastung bei den Stromkosten auf, etwa die Senkung der Stromsteuer und die Stabilisierung der Netzentgelte.“

Allerdings fielen wichtige energieintensive Branchen aus dem Handwerk abermals durch das Raster, da sie formal nicht zum produzierenden Gewerbe gehörten – etwa Textilreinigungen oder Betriebe des Kfz-Handwerks. „Eine Entlastung ist aber für alle energieintensiven Betriebe dringend notwendig, um eine drohende Existenzgefährdung abzuwenden. Hier sollte die Bundesregierung das Entlastungspaket noch einmal nachschärfen, um das energieintensive Handwerk nachhaltig zu stärken und Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden“, fordert Dittrich.

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