Überwiegend entwickeln chinesische Autobauer inzwischen seriös und auch mit Blick auf westliche Geschmäcker. Hie und da geht den Entwicklern aber noch der Gaul durch. Ein paar Pekinger Modelle, die Europa nicht braucht.
Messe-Premiere: Der Lynk&Co 07 – veraltete Optik mit konventionellem Antrieb.
(Bild: SP-X/Benjamin Bessinger)
Zwar ist die Automesse in Peking nicht nur die größte, sondern vielleicht auch mittlerweile die wichtigste Motorshow der Welt. Das alte Kuriositäten-Kabinett ist weitgehend verschwunden, das zeigt der Hauptrundgang über die Messe, aber eben noch nicht ganz geschlossen. Nach ein bisschen Suchen findet man in den Messehallen noch ein paar dreiste Imitate aus dem Copyshop und ein paar Designs, die eher Karikaturen sind als ernsthafte Konzepte. Und auch nicht alles, was technisch machbar ist, ist wirklich sinnvoll. Mit solchen Modellen und Studien müssen uns die derzeitigen Aufsteiger der Automobilbranche gar nicht erst kommen. Die fünf auffälligsten Beispiele, die nicht nach Europa müssen.
Dongfeng M-Hunter: Ein bisschen Brabus
Gerade hat Dongfeng uns mit dem martialischen M-Hero1 einen Elektroschocker nach Europa geschickt und jetzt legen die Chinesen noch einmal nach. Sie machen aus dem kampferprobten Kommandowagen als M-Hunter einen Buggy für Bodybuilder und Boulevard-Soldaten. Nach dem Vorbild des Brabus Crawler haben sie die Karosserie gestrippt, die Türen durch Gitter ersetzt und den Wagen dabei nicht nur luftiger gemacht, sondern auch leichter – wobei das Gewicht kaum eine Rolle spielen dürfte, wenn der M-Hunter den Antrieb des M-Hero übernimmt – schließlich zerren dann runde 1.000 PS an den Rädern.
Fang Cheng Bao Super 9: Offen gesagt, ziemlich abgefahren
Die BYD-Tochter Fang Cheng Bao versucht sich in China an einer luxuriösen Luftnummer – und präsentiert uns den Super 9 als radikalen Spyder im Stil eines Ferrari Monza SP2 oder eines Mercedes SLR Stirling Moss. Ohne Dach und ohne Scheiben, dafür aber mit rasiermesserscharfer Karbonkarosse und Schmetterlingstüren. Und natürlich mit Elektroantrieb. Dumm nur, dass solche Autos niemand fahren, sondern allenfalls in eine klimatisierte Sammlergarage stellen möchte. Und damit das funktioniert, braucht es einen klangvollen Namen und eine gewisse Tradition – was bei Fang Cheng Bao kaum gegeben sein dürfte. Trotzdem planen die Chinesen eine Serienproduktion. Und denken hoffentlich nicht über den Export nach.
Xpeng Aero HT: Wer wird den gleich in die Luft gehen
Nach zwei Stunden Stau auf den nicht einmal 20 Kilometern zur Messe kann man sie ja verstehen. Doch ob die Idee vom Flugauto wirklich je zum Fliegen kommt? VWs neuer China-Partner Xpeng ist davon fest überzeugt und zeigt in Peking deshalb noch einmal den Aero HT – einen Zweisitzer, der auf Knopfdruck zum Senkrechtstarter wird und dem Stau davonfliegt. Nicht ausgeschlossen, dass die Chinesen die Idee tatsächlich zum Fliegen bekommen, und vielleicht spielen im Reich der Mitte auch die Behörden mit. Doch dass sich in deutschen Amtsstuben irgendjemand auf so ein Abenteuer einlassen könnte, das sprengt dann doch die Vorstellungskraft. Deshalb kann der gerne in China in die Luft gehen, wird bei uns aber kaum je abheben.
Hongqi Luxuscoupé: Bitte kein Bentley für Batman
Was haben Chinas Präsident Xi Jinping und Batman gemeinsam? Sie fahren beide im Zeichen der Roten Fahne. Das zumindest ist die Vision der Designer bei der Staatsmarke Hongqi, die nicht nur traditionell die Regierungsflotte baut, sondern seit Jahren auch mit schrägen Studien über die Autoshows tingelt. Diesmal haben sie eine Mischung aus Bentley und Batmobil in den Mittelpunkt gerückt. Über sechs Meter lang, mit riesigen Flügeltüren ausgestattet und innen mit elektrischen Drehsesseln möbliert. Wie wenig die Chinesen selbst an eine Serienfertigung glauben, lässt sich an zwei Details ablesen: Nicht nur, dass man am Stand nirgends einen Namen für die augenscheinlich elektrische Studie findet. Sondern es hat sich auch niemand die Mühe gemacht, irgendwelche technischen Daten anzugeben.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Lynk&Co 07: Eine Stufe rückwärts
Futuristische Fließhecklimousinen können sie gut in China und manche davon lassen selbst Autos wie einen Porsche Taycan altbacken und grobschlächtig aussehen. Aber bisweilen fallen die Chinesen zurück in den Klassizismus des Karosseriebaus und präsentieren ebenso konventionelle wie krude Modelle. Aktuelles Beispiel ist der Lynk&Co 07. Der sieht nicht nur aus, als wäre er von gestern, sondern macht auch beim Antrieb eine Rolle rückwärts – und passt damit dann doch zum Trend. Denn während die Chinesen beständig die elektrische Revolution befeuern, arbeiten sie auch tapfer weiter am Plug-in-Hybrid und lassen sich so alle Antriebsoptionen offen.