Auto China 2024 Kuriositäten-Kabinett zum Vergessen

Von sp-x 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Überwiegend entwickeln chinesische Autobauer inzwischen seriös und auch mit Blick auf westliche Geschmäcker. Hie und da geht den Entwicklern aber noch der Gaul durch. Ein paar Pekinger Modelle, die Europa nicht braucht.

Messe-Premiere: Der Lynk&Co 07 – veraltete Optik mit konventionellem Antrieb.(Bild:  SP-X/Benjamin Bessinger)
Messe-Premiere: Der Lynk&Co 07 – veraltete Optik mit konventionellem Antrieb.
(Bild: SP-X/Benjamin Bessinger)

Zwar ist die Automesse in Peking nicht nur die größte, sondern vielleicht auch mittlerweile die wichtigste Motorshow der Welt. Das alte Kuriositäten-Kabinett ist weitgehend verschwunden, das zeigt der Hauptrundgang über die Messe, aber eben noch nicht ganz geschlossen. Nach ein bisschen Suchen findet man in den Messehallen noch ein paar dreiste Imitate aus dem Copyshop und ein paar Designs, die eher Karikaturen sind als ernsthafte Konzepte. Und auch nicht alles, was technisch machbar ist, ist wirklich sinnvoll. Mit solchen Modellen und Studien müssen uns die derzeitigen Aufsteiger der Automobilbranche gar nicht erst kommen. Die fünf auffälligsten Beispiele, die nicht nach Europa müssen.

Dongfeng M-Hunter: Ein bisschen Brabus

Gerade hat Dongfeng uns mit dem martialischen M-Hero1 einen Elektroschocker nach Europa geschickt und jetzt legen die Chinesen noch einmal nach. Sie machen aus dem kampferprobten Kommandowagen als M-Hunter einen Buggy für Bodybuilder und Boulevard-Soldaten. Nach dem Vorbild des Brabus Crawler haben sie die Karosserie gestrippt, die Türen durch Gitter ersetzt und den Wagen dabei nicht nur luftiger gemacht, sondern auch leichter – wobei das Gewicht kaum eine Rolle spielen dürfte, wenn der M-Hunter den Antrieb des M-Hero übernimmt – schließlich zerren dann runde 1.000 PS an den Rädern.

Fang Cheng Bao Super 9: Offen gesagt, ziemlich abgefahren

Die BYD-Tochter Fang Cheng Bao versucht sich in China an einer luxuriösen Luftnummer – und präsentiert uns den Super 9 als radikalen Spyder im Stil eines Ferrari Monza SP2 oder eines Mercedes SLR Stirling Moss. Ohne Dach und ohne Scheiben, dafür aber mit rasiermesserscharfer Karbonkarosse und Schmetterlingstüren. Und natürlich mit Elektroantrieb. Dumm nur, dass solche Autos niemand fahren, sondern allenfalls in eine klimatisierte Sammlergarage stellen möchte. Und damit das funktioniert, braucht es einen klangvollen Namen und eine gewisse Tradition – was bei Fang Cheng Bao kaum gegeben sein dürfte. Trotzdem planen die Chinesen eine Serienproduktion. Und denken hoffentlich nicht über den Export nach.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Xpeng Aero HT: Wer wird den gleich in die Luft gehen

Nach zwei Stunden Stau auf den nicht einmal 20 Kilometern zur Messe kann man sie ja verstehen. Doch ob die Idee vom Flugauto wirklich je zum Fliegen kommt? VWs neuer China-Partner Xpeng ist davon fest überzeugt und zeigt in Peking deshalb noch einmal den Aero HT – einen Zweisitzer, der auf Knopfdruck zum Senkrechtstarter wird und dem Stau davonfliegt. Nicht ausgeschlossen, dass die Chinesen die Idee tatsächlich zum Fliegen bekommen, und vielleicht spielen im Reich der Mitte auch die Behörden mit. Doch dass sich in deutschen Amtsstuben irgendjemand auf so ein Abenteuer einlassen könnte, das sprengt dann doch die Vorstellungskraft. Deshalb kann der gerne in China in die Luft gehen, wird bei uns aber kaum je abheben.

Hongqi Luxuscoupé: Bitte kein Bentley für Batman 

Was haben Chinas Präsident Xi Jinping und Batman gemeinsam? Sie fahren beide im Zeichen der Roten Fahne. Das zumindest ist die Vision der Designer bei der Staatsmarke Hongqi, die nicht nur traditionell die Regierungsflotte baut, sondern seit Jahren auch mit schrägen Studien über die Autoshows tingelt. Diesmal haben sie eine Mischung aus Bentley und Batmobil in den Mittelpunkt gerückt. Über sechs Meter lang, mit riesigen Flügeltüren ausgestattet und innen mit elektrischen Drehsesseln möbliert. Wie wenig die Chinesen selbst an eine Serienfertigung glauben, lässt sich an zwei Details ablesen: Nicht nur, dass man am Stand nirgends einen Namen für die augenscheinlich elektrische Studie findet. Sondern es hat sich auch niemand die Mühe gemacht, irgendwelche technischen Daten anzugeben.

Lynk&Co 07: Eine Stufe rückwärts

Futuristische Fließhecklimousinen können sie gut in China und manche davon lassen selbst Autos wie einen Porsche Taycan altbacken und grobschlächtig aussehen. Aber bisweilen fallen die Chinesen zurück in den Klassizismus des Karosseriebaus und präsentieren ebenso konventionelle wie krude Modelle. Aktuelles Beispiel ist der Lynk&Co 07. Der sieht nicht nur aus, als wäre er von gestern, sondern macht auch beim Antrieb eine Rolle rückwärts – und passt damit dann doch zum Trend. Denn während die Chinesen beständig die elektrische Revolution befeuern, arbeiten sie auch tapfer weiter am Plug-in-Hybrid und lassen sich so alle Antriebsoptionen offen.

(ID:50016328)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung