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Liqui Moly kann ein schwieriges Jahr noch drehen

| Autor / Redakteur: Nick Luhmann / Jens Rehberg

Trotz einer fehlgeschlagenen Softwareumstellung, die Lieferprobleme nach sich zog, hat der Öl- und Additivspezialist im vergangenen Jahr noch einen Umsatzrekord geschafft. Die Umsatzrendite konnte Liqui Moly zweistellig halten.

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(Bild: Jennifer Weyland)

Trotz Schwierigkeiten am Jahresanfang 2019 bleibt der Öl- und Additivspezialist Liqui Moly im Hinblick auf das zurückliegende Gesamtjahr auf Wachstumskurs. Laut einer Mitteilung des Unternehmens beendete Liqui Moly das Jahr 2019 mit einem Rekordumsatz von 569 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Dabei hatte der Öl-Hersteller zum Jahresauftakt 2019 mit erheblichen Problemen zu kämpfen gehabt: Die Umstellung auf eine neue Software zur Steuerung von Einkauf, Produktion und Verkauf verlief holprig. Die Folge waren massive Lieferschwierigkeiten. „Unsere Kunden waren entsetzt, und das zu Recht“, wird Geschäftsführer Ernst Prost in der Mitteilung zitiert. „So etwas kannten sie von uns einfach nicht.“

Der verkorkste Software-Wechsel verhagelte kräftig die Zahlen für die ersten Monate. Trotzdem hatte das Unternehmen am Jahresende sogar noch Umsatzhöchststand erreicht. Dabei wuchs das Geschäft im Export stärker als auf dem Heimatmarkt, wo die Marke seit Jahrzehnten etabliert ist. Die wichtigsten Märkte für Liqui Moly sind mittlerweile Russland, die USA und China.

Nichtsdestotrotz hinterließ der mühsame Start in das vergangene Jahr „deutliche Spuren beim Ertrag“. Fehlende Umsätze sowie Zusatzkosten zur Behebung der Software-Probleme drückten ihn offenbar unter den Wert von 2018. Genaue Zahlen nennt Liqui Moly an dieser Stelle nicht – die Umsatzrendite sei aber nach wie vor zweistellig. „Liqui Moly steht finanziell gesund da, ist schuldenfrei und hat eine Eigenkapitalquote von über 80 Prozent“, so Prost.

Trotz der herausfordernden Gesamtsituation baute das Würth-Tochterunternehmen mit Sitz in Ulm 2019 Mitarbeiter auf. Die Zahl der Angestellten stieg im vergangenen Jahr von 849 auf 933. Mehr Personal in schwierigen Zeiten ist für den Firmenchef kein Widerspruch: „Krisen werden nicht bewältigt, indem man Menschen entlässt, sondern indem man Menschen einstellt, die das Problem dann lösen.“

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