MAN trennt sich von jedem vierten Mitarbeiter

Autor / Redakteur: dpa / Andreas Grimm

Schon länger liefert der Lkw- und Bushersteller MAN nicht die erwarteten Ergebnisse. In der aktuellen Krise greift das Management nun hart durch und will weltweit bis zu 9.500 Mitarbeiter entlassen.

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Zu neuem Glanz soll ein Spar- und Restrukturierungprogramm den Lkw-Hersteller MAN bringen. Dafür verliert eine Vielzahl an Mitarbeitern den Job.
Zu neuem Glanz soll ein Spar- und Restrukturierungprogramm den Lkw-Hersteller MAN bringen. Dafür verliert eine Vielzahl an Mitarbeitern den Job.
(Bild: MAN)

Der Umbau im Volkswagenkonzern trifft nun auch den Lkw- und Bushersteller MAN. Weltweit, speziell aber in Deutschland und Österreich, will das Unternehmen, das zur VW-Nutzfahrzeugsparte Traton gehört, bis zu 9.500 Stellen streichen. Derzeit beschäftigt die MAN SE nach eigenen Angaben 39.700 Menschen. Bis 2023 solle eine Ergebnisverbesserung von 1,8 Milliarden Euro erzielt werden, teilten die Münchener am Freitag mit. Ziel sei eine Umsatzrendite von 8 Prozent. In allen Bereichen sollen Stellen wegfalle, zudem wollen die Manager Produktion und Entwicklung an andere Standorte verlegen.

Seit längerem steht bei MAN ein größerer Stellenabbau zur Diskussion, weil dem Konzern die Kosten schon vor der Corona-Krise zu hoch waren. Zuletzt war in Medienberichten von bis zu 6.000 Stellen die Rede. Über das Vorgehen hatte es zwischen dem früheren VW-Nutzfahrzeugvorstand und Traton-Chef Andreas Renschler und der Arbeitnehmerseite heftigen Streit gegeben. Renschler musste Anfang Juli seine Posten räumen, Traton und MAN erhielten neue Chefs.

Für den Umbau veranschlagt MAN Kosten im mittleren bis oberen dreistelligen Millionenbereich. Nun sollen zeitnah Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern aufgenommen werden. Der Produktionsstandort im österreichischen Steyr und die Betriebe in Plauen (Sachsen) und Wittlich (Rheinland-Pfalz) könnten ganz geschlossen werden.

Auch Standort-Verlagerungen sind geplant

„Die beabsichtigte Neuausrichtung wird eine grundlegende Restrukturierung des Man Truck & Bus-Geschäfts in allen Bereichen, einschließlich einer Neuaufstellung des Entwicklungs- und Produktionsnetzwerks sowie einen signifikanten Stellenabbau erfordern“, hieß es in der Mitteilung weiter. „In diesem Zusammenhang sind teilweise Verlagerungen von Entwicklungs- und Produktionsprozessen an andere Standorte geplant.“

MAN gehört zusammen mit dem schwedischen Lkw-Bauer Scania zum Volkswagen-Konzern. Die Branche ist auch wegen der weltweit stark sinkenden Nachfrage nach Lastwagen unter Druck. In Europa rechnete MAN schon vor der Corona-Pandemie mit einem Rückgang um 10 bis 20 Prozent in diesem Jahr.

Der Konzernbetriebsrat hat harten Widerstand gegen die Maßnahmen angekündigt. „Es kann nicht sein, dass Stellenabbau und Standortschließungen die einzigen Lösungsansätze sind, die dem Vorstand einfallen“, sagte der Vorsitzende Saki Stimoniaris am Freitag. Sparprogramme „nach der Rasenmäher-Methode“ seien mit dem Betriebsrat nicht zu machen. Daran ändere auch die Corona-Krise nichts. Er kritisierte, dass die verschiedenen Chefs von MAN es nicht geschafft hätten, in Zeiten guter Konjunktur für ausreichend Rendite zu sorgen, um eine Krise wie die jetzige zu überstehen. Dafür solle jetzt die Belegschaft büßen.

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