Manheim Express: Cox Automotive launcht Auktions-Plattform

Autor: Yvonne Simon

Mit dem US-Konzern Cox Automotive im Rücken geht Ende Mai die Auktions-Plattform Manheim Express in Deutschland an den Start – zunächst als Beta-Version. Die Ziele sind ehrgeizig.

Firmen zum Thema

In einigen Märkten wie den USA und Australien ist Manheim Express bereits im Einsatz.
In einigen Märkten wie den USA und Australien ist Manheim Express bereits im Einsatz.
(Bild: Manheim Express)

Der US-Konzern Cox Automotive bringt die Marke Manheim als Auktions-Plattform zurück nach Deutschland. „Manheim Express“ startet Ende Mai zunächst als Beta-Version, im Sommer soll der volle Launch erfolgen. Das bestätigte das Unternehmen im Gespräch mit »kfz-betrieb«.

Manheim war in Deutschland ab 2008 als Veranstalter physischer Auktionen aktiv, zog sich aber drei Jahre später wieder zurück. Jetzt will Cox im Auktionsgeschäft hierzulande über den digitalen Weg angreifen.

Monatliche Nutzungsgebühr von 29 Euro

Mit der neuen App sollen Verkäufer sämtliche Schritte vom Einstellen des Fahrzeugs bis zum Start der Auktion in unter zehn Minuten erledigen können. Von der Konkurrenz abheben soll sich Manheim Express laut Anbieter vor allem durch die Integration verschiedener Services mehrerer Anbieter. Dazu gehören DAT-Daten, eine Fahrzeugbewertung über Autobiz, eine Carpass-Schnittstelle sowie eine Kooperation mit Euro-Coc für die Erleichterung EU-weiter Geschäfte. Zudem können Käufer einen Transport über die App buchen – Cox Automotive geht hierfür mit einer eigenen Transportmarke namens „Car-Courier“ an den Start.

Beim Einstellen des Fahrzeugs muss der Verkäufer zunächst selbst die Schäden markieren – in Zukunft soll eine künstliche Intelligenz diese eigenständig erkennen. Wie lange eine Auktion laufen soll, kann der Händler selbst entscheiden, zudem wird es eine Sofort-Kauf-Option geben. Scheitern Geschäfte knapp, so handelt ein sogenanntes „Trade-Desk-Team“ von Manheim Express im Namen des Verkäufers nach und versucht, den Deal doch noch abzuschließen.

Die Nutzung der Plattform kostet monatlich 29 Euro Grundgebühr. Pro abgeschlossenem Geschäft zahlen Käufer und Verkäufer jeweils 69 Euro. Manheim Express bietet eine dreimonatige Testphase an, in der die Grundgebühr wegfällt. Eine Kündigung ist grundsätzlich monatlich möglich.

Ziel: 650 Nutzer bis Ende 2020

Als hauptsächliche Zielgruppe nennt Cox Automotive als Verkäufer Markenhändler, die angekaufte Fahrzeuge von „Fremdfabrikaten“ schnell vom Hof haben wollen, und freie Mehrmarkenhändler als Käufer. „Wir sind zuversichtlich, dass wir bis Ende des Jahres knapp 500 kaufende und zwischen 100 und 150 verkaufende Händler auf die Plattform bekommen“, sagt Sebastian Fuchs, Managing Director für Manheim Express. Interessierte Händler können die App bereits während der Beta-Phase nutzen.

Manheim Express ist genau wie Manheim eine Tochter von Cox Automotive – der Konzern mit Sitz in Atlanta ist weltweit mit zahlreichen Tochterunternehmen unter anderem in den Bereichen Marketing, E-Commerce, Einzel- und Großhandel aktiv und beschäftigt rund 34.000 Mitarbeiter. Zu den Kunden zählen an die 40.000 Autohändler. In Deutschland ist Cox unter anderem mit dem Online-Marketing-Dienstleister Modix und dem Softwareanbieter RMS Automotive vertreten, wodurch sich Synergien für die neue App ergeben sollen.

Manheim Express hat der Konzern bereits in den USA und Australien und unter anderem Namen in Kanada und England gelauncht – jeweils angepasst an den jeweiligen Markt. In England gebe es das Konzept bereits seit 2011, die Abschlussrate liege dort mittlerweile bei 75 Prozent. „Diesen Wert peilen wir mittelfristig auch in Deutschland an“, so Fuchs. Im Markt will Manheim Express an die Spitze: „Es ist unsere ganz klare Ambition, Marktführer zu werden.“

(ID:46565057)

Über den Autor

 Yvonne Simon

Yvonne Simon

Redakteurin Management & Handel