Mann türmt bei Probefahrt mit Zwei-Millionen-Euro-Ferrari

Früheres Auto von Eddie Irvine geklaut

| Autor: cb/dpa

Diesen Ferrari 288 GTO hat ein dreister Dieb in Neuss während einer Probefahrt geklaut.
Diesen Ferrari 288 GTO hat ein dreister Dieb in Neuss während einer Probefahrt geklaut. (Bild: Polizei Düsseldorf)

Bei der Probefahrt mit einem mehr als zwei Millionen Euro teuren Ferrari von 1985 hat ein dreister Autodieb Gas gegeben und ist mit dem Boliden verschwunden. Der Unbekannte habe sich als Kaufinteressent ausgegeben, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag.

Als Verkäufer und vermeintlicher Kunde bei der Probefahrt die Plätze wechselten, passierte es: Der Unbekannte, kaum am Steuer, gab an einer Bundesstraße in Neuss mit dem roten 400-PS-Gefährt Gas. Den Verkäufer ließ er auf der Straße stehen.

Der Ferrari 288 GTO war eines von nur 272 Exemplaren und gehörte einst Formel-1-Fahrer Eddie Irvine.
Der Ferrari 288 GTO war eines von nur 272 Exemplaren und gehörte einst Formel-1-Fahrer Eddie Irvine. (Bild: Polizei Düsseldorf)

Der seltene Ferrari 288 GTO war von einem Oldtimerhandel angeboten worden. Zur Tatzeit hatte er das amtliche Kennzeichen D-06073. Erstbesitzer soll Ex-Formel-1-Pilot Eddie Irvine gewesen sein.

Dem Autodieb könnte allerdings ein Missgeschick noch zum Verhängnis werden. Bevor er verschwand, habe er sich fotografieren lassen, sagte der Polizeisprecher. Die Ermittler prüfen nun eine Öffentlichkeitsfahndung nach dem Mann.

„Er war sehr fachkundig, wusste viel über das Auto. Vor zehn Tagen wollte er vorbeikommen, das hat dann nicht geklappt. Am Montag war er dann da. Wir haben lange über den Vertrag verhandelt, er fragte noch, mit welchem Spediteur wir das Auto verschicken werden. Wir hatten ein gutes Gefühl bei ihm“, zitiert der Kölner „Express“ den betroffenen Händler.

Dieser geht davon aus, dass es sich bei dem Diebstahl um eine Auftragstat handelt, wie er der Zeitung sagte: „Das Auto ist auf dem freien Markt nicht verkäuflich. Es ist registriert. Ich vermute, dass der GTO auf Bestellung gestohlen wurde.“

Mit dem GTO plante Ferrari einst ein Comeback im Rallyesport. Um eine entsprechende Zulassung für die Rallye Gruppe B zu erhalten, musste Ferrari 200 fahrfertige Fahrzeuge bauen. Bis Ende 1985 fertigten die Italiener dann 272 Straßen-GTOs. Ein weiterer, letzter 288 GTO wurde 1986 für Ex-Formel-1-Weltmeister Niki Lauda gebaut und ihm geschenkt.

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