Moment mal: Hieß es nicht immer, dass der automatisierte Verkehr der Zukunft unfallfrei ablaufen wird? Thomas Hellmut, der Sicherheitschef klärt auf. „Das ist natürlich unser Ziel, aber es wird eine lange Übergangszeit geben, in der automatisierte und konventionelle Autos gemeinsam unterwegs sein werden“. Also muss auch ein Roboter-Auto auf alles vorbereitet sein.
Informationen werden auf die Heckscheibe projiziert
Der ESF 2019 hat auch eine Weiterentwicklung des Kindersitzes an Bord. Er soll künftig mit der Elektronik des Fahrzeugs vernetzt sein, die die richtige Befestigung erkennt und einfordert. Schlamperei und Nachlässigkeit bei der Montage des Sitzes und der richtigen Position des Kindes sind nämlich der Grund, warum es heute im Falle eines Unfalls immer wieder Verletzungen der kleinen Mitfahrer gibt. Der zuständige Ingenieur Hakan Ipek: „Künftig werden wir die Vorteile unseres „Pre-Safe“-Systems auch beim Kindersitz nutzen, dessen Gurte bei Erkennung einer Gefahr ebenfalls vorgespannt werden“. Neu ist auch eine kleine Kamera am Sitz, durch die die Eltern den Nachwuchs im Blick haben können. Im Stand per Monitor, während der Fahrt auf dem Smartphone. Durch Gesichtserkennung kann auch das Wohlbefinden des kleinen Mitfahrers überprüft werden.
Weitere Neuheiten im Forschungsauto: Da erstmals bei einem solchen „Denkmodell“ keine Limousine, sondern ein SUV genutzt wird, kann dessen große Heckscheibe für Informationen an den Hintermann genutzt werden. In die Scheibe werden Hinweise projiziert, zum Beispiel Warnungen vor einem Stauende, vor Glätte oder auch vor einem leichtsinnigen Fußgänger, der gerade die Straße überquert. Dazu kann auch ein Kamerabild in Echtzeit auf die Scheibe gespiegelt werden, das das Geschehen vor dem Auto nach hinten meldet. Das dicke SUV wird für die Fahrzeuge hinter ihm gleichsam durchsichtig. Lichtbänder an den Seiten und eine Projektionsfläche im Kühlergrill sollen ebenfalls per Farbe die Umwelt informieren. So bedeutet violettes Licht immer: „Ich bin autonom unterwegs“.
Autonomes Warndreick
Auch um das Warndreieck bei einer Panne muss sich der GLE-Fahrer der Zukunft keine Gedanken mehr machen. Es ist auf einem kleinen Gerät montiert, das an heutige Roboter-Staubsauger erinnert. Das Warndreieck bekommt Räder und bewegt sich aus seiner „Garage“ im Heck auf die Straße. Ist die Panne behoben kehrt es wieder ins Auto zurück.
Wichtig für die Gurtmuffel unter den Hinterbänkler: Der ESF hat die nächste Gurt-Generation an Bord, die die Lust am Anschnallen fördern soll: Das Schloss ist beleuchtet, das Stoffband wird automatisch in Griffnähe des Beifahrers befördert, hat einen USB-Stecker und ist vor allem beheizbar. Frei nach dem Motto: Kuschelig angeschnallt in die Zukunft.
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