Schmierstoffe Motoröl ohne Öl?

Von Steffen Dominsky

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Die Entwicklung geht hin zu immer dünnflüssigeren Motorölen, um Kraftstoffverbrauch und Emissionen zu senken. Doch beliebig dünn können diese nicht werden – zumindest nicht, wenn sie auf Öl basieren. Während es ein 0W0 (noch) nicht gibt, sorgt beispielsweise ein 75W70 für Verwirrung.

Oliver Kuhn, stellvertretender Leiter des Öllabors von Liqui Moly, beim Blick in die Schmierstoffglaskugel, ob es irgendwann mal ein 0W0-Öl geben wird.
Oliver Kuhn, stellvertretender Leiter des Öllabors von Liqui Moly, beim Blick in die Schmierstoffglaskugel, ob es irgendwann mal ein 0W0-Öl geben wird.
(Bild: Liqui Moly)

Seit Anfang der Fünfzigerjahre gibt man die Viskosität von Motorölen in der bekannten SAE-Spezifikation an. Sie besteht bei sogenannten Mehrbereichsölen aus zwei Zahlen, plus einem „W“, zum Beispiel 5W-30. Dabei steht die erste Zahl mit dem „W“ für die Tieftemperaturviskosität, also wie flüssig das Öl bei niedrigen Temperaturen ist. Die zweite Zahl steht für die Hochtemperaturviskosität, also wie flüssig das Öl bei hohen Temperaturen ist. Für beide Zahlen gilt: Je höher sie ist, desto viskoser, also dickflüssiger ist das Öl. Und umgekehrt: Je niedriger sie ist, desto dünnflüssiger ist das Öl.

Bekanntermaßen sinken beide Zahlenwerte bei den entsprechenden Normen und Freigaben der Fahrzeughersteller seit Jahren kontinuierlich. Doch warum wird Motoröl immer dünnflüssiger? „Das liegt an den Autoherstellern und ihrem Bemühen, die Emissionen der Fahrzeuge weiter zu senken. Je dünnflüssiger ein Motoröl ist, desto weniger Kraft muss der Motor aufwenden, um es zu pumpen. Das verringert den Kraftstoffverbrauch“, erklärt Oliver Kuhn, stellvertretender Leiter des Öllabors von Liqui Moly. Zwar ist dieser Effekt nicht riesig. Aber dünnes Öl ist eine von vielen Stellschrauben, an denen die Autohersteller drehen, um die Effizienz ihrer Fahrzeuge zu steigern. „Unsere Aufgabe als Ölhersteller ist es dann, Motoröle zu entwickeln, die dünnflüssig sind und trotzdem die benötigte Leistung bieten“, so Kuhn.

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