Neue Herausforderungen für das Kfz-Gewerbe

Autor / Redakteur: cb/gst / Christoph Baeuchle

Die Wirtschaft kühlt ab. Dies deuten diverse Indikatoren an. Was auf die Branche in den nächsten Monaten zukommt, erläuterten Experten wie Willi Diez beim ersten ZDK-Wirtschaftstreff.

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Die Situation des Kfz-Gewerbes im Spannungsfeld wirtschaftlicher Entwicklungen - diesem Thema widmete sich der erste ZDK-Wirtschaftstreff am Dienstag in Hamburg. Dabei stellten mehrere hochkarätige Referenten ihre Prognosen und Erwartungen für den Kfz-Handel und -Service in einem labiler werdenden wirtschaftlichen Umfeld vor.

Einig war man sich darin, dass das Kfz-Gewerbe auch im kommenden Jahr wieder mit vielen Herausforderungen konfrontiert sein wird. „Die wirtschaftliche Lage hat sich zwar verbessert. Doch es gibt nur begrenzt Anlass zum Jubeln, denn es kommen offenbar schwierige Zeiten auf uns zu“, sagte der Vorsitzende des ZDK-Wirtschaftsausschusses Fritz Kuckartz mit Blick auf die Ergebnisse in Handel und Handwerk.

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Eigene Stärken nutzen

Auch Volkswirt Michael Grömling vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln rechnet mit turbulenteren Zeiten. Neben Geschäftsklima- und Einkaufsmanagerindex deuteten vor allem die Auftragseingänge, die seit etwa einem Jahr stagnierten, auf eine Abkühlung der Konjunktur hin, so Grömling. Zugleich aber warnte er vor allzu großem Pessimismus: „Der Arbeitsmarkt bleibt robust, damit ist auch der Konsum relativ stabil - wenn auch Inflation und Verunsicherung ihren Tribut fordern.“

Aus Expertensicht haben die Betriebe allerdings durchaus individuelle Möglichkeiten, sich gegen wirtschaftliche Stürme zu wappnen - zum Beispiel durch eine höhere Kundenzufriedenheit. „Es gibt einen evidenten Zusammenhang zwischen Kundenzufriedenheit und Rendite“, betonte Willi Diez, Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft (Ifa) an der Fachhochschule Nürtingen/Geislingen.

Service statt Rabatte

Entscheidend dabei sei allerdings nicht die gemessene Kundenzufriedenheit. Vielmehr komme es auf die konkreten Mittel an, die ein Händler einsetzt, um die Zufriedenheit des Kunden zu steigern. „Weniger profitable Händler steigern ihre Kundenzufriedenheit über höhere Rabatte, Sonderaktionsangebote und kostenloses Zubehör“, erläuterte Diez. Anders die überdurchschnittlich profitablen Kfz-Betriebe: „Sie setzen weniger auf monetäre Anreize sondern stärker auf kundenbindende Serviceleistungen“. Der Ifa-Chef stellte im Rahmen des ZDK-Wirtschaftstreffs eine aktuelle Studie zu diesem Thema vor, die im Auftrag der Prüforganisation Dekra entstand.

Der ZDK-Wirtschaftstreff soll künftig zu einer festen Einrichtung werden, zu ihr lädt der Ausschuss ausgewählte Gäste ein. „In Zukunft wollen wir jeden Herbst einen Wirtschaftstreff veranstalten“, kündigte Fritz Kuckartz an. Zudem will sich der ZDK-Wirtschaftsausschuss weiterhin regelmäßig im Frühjahr treffen, im nächsten Jahr in Berlin.

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