Neuwagenmarkt Die Eigenzulassungen im Handel kehren zurück

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Der Neuwagenmarkt hat in den letzten Monaten deutlich zugelegt. Trotzdem bemängelt der Handel schon länger eine deutliche Zurückhaltung der Neukunden. Nun sieht auch die Marktforschung Dataforce Anzeichen für eine Marktabkühlung.

Die Neuzulassungen steigen – noch. Die Prognosen für eine deutlich schwächere Entwicklung mehren sich.(Bild:  Grimm – VCG)
Die Neuzulassungen steigen – noch. Die Prognosen für eine deutlich schwächere Entwicklung mehren sich.
(Bild: Grimm – VCG)

Lange war das Thema Eigenzulassungen von der Agenda verschwunden. Bei hoher Nachfrage und knappem Angebot brauchte es keinen Absatzschub durch vergünstigte Modelle. Doch nun deutet sich eine Trendwende an. Laut einer Auswertung der Neuzulassungen der Marktforschung Dataforce legten die Erstzulassungen auf den Handel im Juli ungefähr im Gleichklang mit der Marktentwicklung zu. Treiber des Aufwärtstrends bleibt allerdings noch immer das Gewerbekundengeschäft.

Konkret ließ der Handel 17,4 Prozent mehr Neuwagen zu als im Vorjahresmonat. Die Steigerungsrate liegt damit nahe an der Gesamtmarkt-Entwicklung mit einem Neuzulassungsplus von 18,1 Prozent. Im Jahresverlauf waren die Zuwachsraten der Händlerzulassungen im Schnitt etwas verhaltener als der Gesamtmarkt gewesen. Während also möglicherweise die Autohändler wieder stärker darauf achten, die Kunden mit günstigeren Tageszulassungen zu versorgen, bleiben die Hersteller und Importeur mit Eigenzulassungen zurückhaltend. In dieser Kategorie stiegen die Neuzulassungen nur um 4,2 Prozent.

Noch scheinen die Hersteller also ausreichend beschäftigt, den Auftragsberg abzuarbeiten. Doch die Marktforschung EY rechnet mittelfristig mit einer deutlichen Trendwende und „einem kräftigen Dämpfer bei den Neuzulassungen“.

Einen Vertriebskanal füttern die Hersteller auf jeden Fall schon jetzt: die Vermieter. Diese Klientel, die zu Zeiten der Lieferengpässe nur noch sporadisch bedient worden war, nimmt gerne überschüssige Fahrzeuge zu günstigen Konditionen in ihre Flotten auf. Im Juli legte der Kanal um überdurchschnittliche 26 Prozent zu.

Der bedeutendste und wachstumsstärkste Absatzkanal war jedoch einmal mehr der Gewerbekundenmarkt. In diesem Vertriebssegment kletterten die Zulassungszahlen im Juli laut Dataforce um 32,2 Prozent. Mit 87.707 Einheiten ist der Kanal zudem bei Weitem am volumenstärksten. Die Privatkunden ließen rund 12.000 Einheiten weniger zu – und bleiben mit einem Zuwachs um 5,5 Prozent sehr deutlich hinter der Marktentwicklung zurück. Der Anteil des Privatmarkts betrug im Juli nur noch 31 Prozent – nach 36 Prozent im Gesamtjahr 2022.

Für den Flottenmarkt wird es nach Einschätzung von Dataforce im August noch einmal steil nach oben gehen, solange die Förderung für E-Autos noch besteht. Nach deren Auslaufen wird die Entwicklung wohl einbrechen. Im Juli kamen die BEVs im Flottenmarkt auf den höchsten Marktanteil des laufenden Jahres: 23 Prozent.

Angesichts des zurückhaltenden Privatkonsums dürfte die Aufholjagd auf dem Neuwagenmarkt spätestens nach dem Jahreswechsel vorbei sein. Dann werde der Wettbewerb wieder verstärkt über den Preis ausgetragen wird – zumindest im Volumensegment, erwartet Constantin Gall, Leiter Mobility bei EY für die Region Westeuropa.

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