Im November sind die Pkw-Neuzulassungen um fast sechs Prozent gesunken. Allerdings war der Vorjahresmonat aufgrund eines Sondereffekts besonders stark. Im Jahresverlauf liegt der Markt deutlich im Plus – doch das Niveau bleibt niedrig und erreicht nicht die Vorkrisenwerte.
(Bild: Wehner/»kfz-betrieb«)
Der deutsche Pkw-Markt ist im November ins Minus gerutscht. Wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Dienstag mitteilte, wurden im vergangenen Monat 245.701 Autos neu zugelassen. Das waren 5,7 Prozent weniger als im November 2022.
Der Hauptgrund für diesen recht deutlichen Rückgang war jedoch der verhältnismäßig starke Vorjahresmonat: Im vergangenen Jahr hatte die bevorstehende Reduzierung der Förderung von E-Autos zum Jahresende hin für ein massives Wachstum bei den neu registrierten Elektroautos gesorgt. Das hatte auch den Gesamtmarkt gepusht.
Dementsprechend lagen die E-Auto-Neuzulassungen im vergangenen Monat im Vergleich zum November 2022 noch deutlicher im Minus. Hier betrug der Rückgang 22,5 Prozent. Der Marktanteil schrumpfte von 22,3 Prozent im Vorjahresmonat auf 18,3 Prozent.
Im Jahresverlauf stieg der E-Auto-Absatz jedoch. Die 44.942 neu registrierten Stromer im November bedeuteten ein Plus von rund 20 Prozent im Vergleich zum Oktober. „Im Dezember werden die Elektro-Neuzulassungen voraussichtlich weiter steigen“, erwartet Constantin M. Gall, Mobilitätsexperte beim Beratungsunternehmen EY. Denn die aktuelle staatliche E-Auto-Prämie gibt es nur noch in diesem Jahr, was für zusätzliche Nachfrage zum Jahresende sorgen dürfte.
Für die Zukunft der Elektromobilität ist Gall wenig optimistisch. „Seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Klima- und Transformationsfonds steht der Umweltbonus für Elektroautos auf der Kippe. Es ist derzeit völlig unklar, wie es mit der Kaufprämie weitergeht und ob es zukünftig überhaupt noch einen staatlichen Zuschuss beim Kauf eines Elektroautos geben wird“, so der Experte. Sollte es zu einem Förder-Aus kommen, rücke das ohnehin unrealistische Ziel von 15 Millionen Elektroautos bis 2030 auf deutschen Straßen in weite Ferne.
Im bisherigen Gesamtjahr liegt der deutsche Pkw-Markt insgesamt mit 2,60 Millionen Neuzulassungen satt im Plus (11,4 %). Daran dürfte sich auch nichts mehr ändern. Der Importeursverband VDIK rechnet für 2023 mit insgesamt 2,85 Millionen neu registrierten Pkw. Das wäre ein Zuwachs von etwa 7 Prozent gegenüber 2022. Doch die Freude über das zu erwartende Plus sei getrübt, sagte VDIK-Präsident Reinhard Zirpel. „Denn der deutsche Pkw-Markt pendelt sich nun im vierten Jahr in Folge deutlich unter dem Niveau der Vorkrisenjahre ein“, so Zirpel.
Auch im nächsten Jahr erwartet der Verband ein ähnliches Marktniveau – genauso wie EY-Experte Gall. „Der Neuwagenmarkt wird sich eher seitwärts bewegen, und damit deutlich unter dem Vorkrisenniveau bleiben“, sagte Gall. Als Gründe führt er einerseits die schwache Konjunkturlage, die geopolitischen Krisen und die hohen Zinsen an. Andererseits gingen auch vom Elektrosegment vorerst nur noch schwache oder sogar gar keine Wachstumsimpulse mehr aus. Darauf werden die Hersteller mit Rabatten und Angeboten reagieren. „Aus dem Verkäufermarkt wird wieder ein Käufermarkt, die Margen werden unter Druck geraten“, erwartet Gall.
Starke Ausschläge in den Verkaufszahlen der Marken
Im November schlugen sich die deutschen Fabrikate sowie die dazugehörigen Konzernmarken besser als die klassischen Importmarken. Während die Marken der deutschen Hersteller laut dem Verband der Automobilindustrie (VDA) 172.100 Einheiten zur Zulassung brachten (unverändert zum Vorjahresmonat), sank der Absatz der Importeure um 17 Prozent auf 73.600 Einheiten.
Die Zulassungsentwicklung der einzelnen Fabrikate fiel im November allgemein sehr unterschiedlich aus. Citroën (+46,0 %) und Skoda (+41,1 %) legten am stärksten zu – sieht man einmal von Nischenfabrikaten ab (Lotus: +143 %, Alpine: +50 %). Größter Verlierer ist mit einem Minus von 54 Prozent bezeichnenderweise Tesla – die US-Marke ist im Abwärtsstrudel der Elektromobilität. Auch Nio verliert mit gerade mal 50 Neuzulassungen fast die Hälfte des Absatzes im Vergleich zum Vorjahresmonat. Da war die Marke allerdings frisch in Deutschland gestartet. Dagegen legt MG weiter leicht zu (+2,2 %). Auch die erst in diesem Jahr gestarteten Hersteller Great Wall und BYD verkaufen Neuwagen und kommen zusammen auf einen Marktanteil von 0,3 Prozent.
Stand: 08.12.2025
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