Forum zu synthetischen Kraftstoffen Ohne E-Fuels werden Autos zu teuer

Von Nick Luhmann 3 min Lesedauer

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Beim Forum im Handwerkerzelt in Mannheim widmeten sich Experten dem Thema E-Fuels. Nur mit dem Einsatz synthetischer Kraftstoffe könnten die Klimaziele erreicht werden und die individuelle Mobilität bezahlbar bleiben, so das Fazit.

Übergabe eines E-Fuel-Kanisters an die Abgeordneten in Mannheim: (v. l.) Dr. Christian Jung, Friedrich Haag, Prof. Thomas Koch und Obermeister Dietmar Clysters.(Bild:  Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg)
Übergabe eines E-Fuel-Kanisters an die Abgeordneten in Mannheim: (v. l.) Dr. Christian Jung, Friedrich Haag, Prof. Thomas Koch und Obermeister Dietmar Clysters.
(Bild: Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg)

Unter Moderation von Dr. Christian Jung (verkehrspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion) diskutierten am 7. Mai im Forum des Handwerkerzeltes auf dem Maimarkt in Mannheim mehrere Experten über das Thema „E-Fuels: Kraftstoff für Klimaschutz“.

Teilnehmer waren Werner Steber (Geschäftsführer Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK)), Carsten Beuß (Hauptgeschäftsführer Verband des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg), Prof. Dr. Thomas Koch (Leiter Institut Kolbenmaschinen am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und Friedrich Haag (Sprecher der Fraktion für individuelle Mobilität).

Die Begrüßung übernahm Dietmar Clysters als Gastgeber und Obermeister der Kfz-Innung Rhein-Neckar-Odenwald. Er betonte die Bedeutung von E-Fuels für die Sicherung der individuellen Mobilität der Zukunft.

Friedrich Haag, Sprecher für individuelle Mobilität, appellierte: „China investiert massiv in die Verbrennertechnologie. Wir sollten Vorhandenes sinnvoll weiternutzen. Mit synthetischen Kraftstoffen ist eine klimaneutrale Mobilität möglich. Nicht der Motor ist das Problem, sondern der fossile Kraftstoff. Wir dürfen unsere Kernkompetenz in der Verbrennertechnologie nicht in andere Länder abwandern lassen. Es ist ein Unding, in Zeiten des Hochlaufs von Kohlekraftwerken so zu tun, als sei die E-Mobilität CO₂-frei. Mit der E-Fuels-Strategie wird der wichtige Hochlauf der Produktion gelingen. So verhindern wir neue Abhängigkeiten.“

Carsten Beuß, Hauptgeschäftsführer vom Landesverband des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg, berichtete von einem großen Beratungsbedarf der Autohauskunden. Es bestehe eine große Unsicherheit. Zudem komme durch den technologischen Wandel auf die Mitarbeiter im Autohaus ein großer Qualifizierungsaufwand zu. Das Verbrenner-Aus durch die EU könne er nicht nachvollziehen, so Beuß.

Ladeinfrastruktur für E-Autos längst nicht ausreichend

Beuß erklärte, es sei aus seiner Sicht wenig nachhaltig, einwandfrei funktionierende Autos aus dem Verkehr zu ziehen. Zumal sich mit E-Fuels auch andere Möglichkeiten bieten würden. Für E-Fuels brauche es auch keine neue Infrastruktur, die vorhandene habe sich bewährt. Dagegen gebe es noch großen Nachholbedarf bei der für E-Autos: „Die Ladeinfrastruktur reicht vorne und hinten nicht. Derzeit sind erst 6 Prozent der öffentlichen Ladepunkte in Betrieb, die für die angepeilten 15 Millionen E-Autos notwendig sind, die im Jahr 2030 auf der Straße sein sollen. Stromnetz und Ladestrukturen sind noch Lichtjahre vom Bedarf entfernt.“

Auch Prof. Dr. Koch zeigte sich vom Nutzen synthetischer Kraftstoffe für Autos überzeugt: „Die CO2-Diskussion ist eher der Hebel zur Einengung der individuellen Mobilität. Die E-Mobilität hat eine soziale Bedeutung. Diese Fahrzeuge sind sehr, sehr teuer.“ Ohne E-Fuels könnten sich viele Menschen die individuelle Mobilität nicht mehr leisten.

E-Fuels dort herstellen, wo es sich rechnet

Koch sprach sich für ambitionierte Reduzierungsziele des CO2 beim Treibstoff aus, die mit entsprechenden Beimischungsquoten erreicht werden könnten. Dazu müssten E-Fuels natürlich dort erzeugt werden, wo regenerative Energien im Überfluss vorhanden seien. Dann wären 80 Cent Herstellungskosten je Liter durchaus vorstellbar, so Koch. Er betonte, wie wichtig der Hochlauf von synthetischen Kraftstoffen auch für den Heizungsbereich sei.

Diese Meinung teilt auch ZDK-Geschäftsführer Werner Steber: „Mit synthetischen Kraftstoffen kann man sofort in den Klimaschutz einsteigen. Diese sind problemlos nutzbar. Ich selbst habe mit unserem Demonstrationsfahrzeug Zigtausende Kilometer ohne Probleme zurückgelegt.“ Er sprach zudem die große Bedeutung der Motorentechnologie für viele mittelständische Unternehmen an. Mit E-Fuels sei es im Gegensatz zur Elektrizität auch möglich, Energie über weite Strecken zu transportieren.

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