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Opel schaltet Onstar ab

| Autor: Jens Rehberg

Dass Opel das GM-Konnektivitätspaket „Onstar“ so bald wie möglich einstellen will, war zu erwarten. Jetzt hat Rüsselsheim den Endtermin bekannt gegeben. Das Nachfolgeprodukt kommt wahrscheinlich aus China.

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(Foto: Rehberg)

Opel wird das Konnektivitätspaket seines früheren Mutterkonzerns General Motors nur noch bis 2020 anbieten. Dies hat der Hersteller am Mittwoch in einer Presseerklärung bekannt gegeben. Wie ein Sprecher auf Anfrage von »kfz-betrieb« sagte, sind derzeit in Europa rund 500.000 Opel-Modelle an Onstar angebunden. Insgesamt sind 1,5 Millionen Fahrzeuge auf europäischen Straßen unterwegs, die von der Ausstattung her Onstar-fähig sind. Wie viele deutsche Opel-Fahrer derzeit Onstar nutzen, will Rüsselsheim nicht sagen.

Hauptmerkmale von Onstar sind ein Multi-Hotspot für schnelles Internet im Fahrzeug in Kombination mit Notruffunktion und persönlicher Callcenter-Betreuung. Unter anderem die Ferndiagnosefunktion fand die große Mehrzahl der Kunden offenbar so nützlich, dass in der Regel eine Einverständniserklärung in Bezug auf die regelmäßige Übertragung der Fahrzeugdaten an den Hersteller vorliegt. Die Servicepartner versprachen sich allerdings deutlich mehr von der Datensammlung – kaum eine Werkstatt berichtet von einer systematischen und letztlich gewinnbringenden Bearbeitung der für die Partner verfügbaren Daten aus den Kundenfahrzeugen.

In einigen Opel-Ausstattungslinien war Onstar serienmäßig enthalten – als Zusatzoption kostete es 490 Euro. Die laufende Nutzung ist im ersten Jahr kostenfrei, danach fällt eine Jahresgebühr von 99 Euro an – über die Quote in Bezug auf die kostenpflichtige Verlängerung hüllte sich der Hersteller stets in Schweigen. Zusätzlich fallen marktübliche Gebühren für Datenpakete im Rahmen einer schnellen Internetanbindung an.

Ab 2019 wird Onstar aller Wahrscheinlichkeit nach durch ein neues System des chinesischen Telekommunikationsausrüsters Huawei ersetzt. Die von Opel bereits kommunizierten Produktmerkmale – vernetzte Navigation, Fahrzeugdiagnose, Diebstahl-Notfallservice, Zugriffsmöglichkeiten per Fernsteuerung und Flottenmanagement-Funktionen – finden sich in ähnlicher Form auch in einer PSA-Mitteilung von der Hannover Messe Ende April wieder, wo die Opel-Mutter eine cloud-basierte Huawei-Plattform zur Fahrzeugvernetzung vorstellte.

Bis 2024 soll das neue „Opel Connect“ dann laut dem Autobauer für die gesamte Rüsselsheimer Modellpalette zur Verfügung stehen.

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Über den Autor

 Jens Rehberg

Jens Rehberg

stellv. Chefredakteur und Ressortleiter Newsdesk bei der Vogel Communications Group