Gefahren Polestar 4 – außen Coupé, innen SUV

Von Julia Mauritz 3 min Lesedauer

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Das jüngste E-Auto im Line-up der schwedischen Performance-Marke darf sich gleich mit zwei Superlativen schmücken: Es ist Polestars schnellstes Serienmodell und das mit dem geringsten CO2-Fußabdruck. Außergewöhnlich ist aber vor allem die fehlende Heckscheibe.

Der Polestar 4 wird seit wenigen Wochen ausgeliefert. Zum Launch bietet Polestar das SUV-Coupé ab 57.900 Euro an.(Bild:  Mauritz – VCG)
Der Polestar 4 wird seit wenigen Wochen ausgeliefert. Zum Launch bietet Polestar das SUV-Coupé ab 57.900 Euro an.
(Bild: Mauritz – VCG)

Eigentlich ist Polestar ja für sein reduziertes und cleanes Außen- und Innenraumdesign bekannt – bei seinem jüngsten Modell Polestar 4 konnte sich der schwedische Hersteller ein wenig Spielerei jedoch nicht verkneifen: So kann man sich beispielsweise unter anderem zwischen einem Jupiter-, Venus-, Saturn- oder Mars-Ambientelicht entscheiden und erhält gleich auch Informationen zum gewählten Planeten – und manchmal schwebt auf dem großen Display in der Mittelkonsole plötzlich ein Polestar 4 durch das stilisierte All.

Das ist bei Weitem nicht die einzige Besonderheit des SUV-Coupés, das mit Heckantrieb regulär mindestens 61.900 Euro kostet, bis Mitte November dank einer Rabattaktion aber schon für 57.900 Euro zu haben ist: Da wären auch noch die fehlende Heckscheibe und der dadurch notwendige digitale Rückspiegel zu erwähnen. Spannend ist auch, dass sich Polestar als kleiner Hersteller ein Modell gönnt, das in keine klassische Segment-Schublade passt.

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Die Modellbezeichnung selbst gibt keinen Aufschluss über die Größe des Fahrzeugs: Das SUV-Coupé, das seit Mitte August ausgeliefert wird, ist in chronologischer Reihenfolge das vierte Modell des schwedischen Herstellers. Hinsichtlich der Größe und des Preises füllt das SUV-Coupé die Lücke zwischen dem Polestar 2 und dem Polestar 3.

Schmücken kann sich der Polestar 4 gleich mit zwei Superlativen: Es ist das Fahrzeug mit dem geringsten CO2-Fußabdruck und zugleich das schnellste Modell im Line-up der schwedischen Performancemarke. Den Sprint von 0 auf 100 km/h meistert das SUV-Coupé in der 400 kW/544 PS starken Allradvariante in gerade einmal 3,8 Sekunden – ein besonderes Erlebnis. Bei einer Geschwindigkeit von 200 km/h wird das Modell elektronisch abgeregelt. Was das Fahrgefühl angeht, merkt man nicht nur an der reinen Leistung, sondern auch am agilen Fahrverhalten, dass man am Steuer eines Fahrzeugs sitzt, das von einer Performancemarke entwickelt wurde, wobei der Fahrkomfort SUV-typisch ist. Auch die Wendigkeit ist mit Blick auf die gut 4,8 Meter Länge des Polestar 4 positiv hervorzuheben.

Was das Fahrzeugkonzept angeht, wird Polestar nicht müde zu betonen, sich bewusst dagegen entschieden zu haben, den Polestar 3 mit einer kürzeren Dachlinie als SUV-Coupé auf den Markt zu bringen – denn das hätte den Sitzkomfort der hinteren Insassen geschmälert. Stattdessen habe man beim Design des Polestar 4 ganz besonders auf das Wohlbefinden auf den Rücksitzen geachtet. Die Folge: Der Polestar hat keine Heckscheibe.

Tatsächlich ist der Sitzkomfort im Fond des Polestar 4 hoch, zumal sich auch die Rücksitzlehne elektrisch verstellen lässt. Anders als man vermuten könnte, realisiert man auf der hinteren Sitzreihe kaum, dass die Heckscheibe fehlt. Der Grund dafür ist das riesige Panoramadach, das sich über die hintere Sitzreihe zieht.

Digitaler Rückspiegel ist gewöhnungsbedürftig

Als Fahrer ist das anders: Gerade wenn man häufig in den Rückspiegel schaut, muss man sich erst mal daran gewöhnen, dass Polestar diesen durch einen Bildschirm ersetzt hat – zum einen ist das Sichtfeld größer und zum anderen wirkt die räumliche Darstellung etwas verzerrt.

Sowohl in der getesteten über 500 PS starken Allrad-Variante, als auch beim Polestar 4 mit Heckantrieb hat sich der Hersteller für eine 100-kWh-Batterie entschieden. Während der 200 kW/272 PS starke Polestar 4 mit Single-Motor im WLTP-Zyklus gemessen bis zu 620 Kilometer weit fährt, bis er wieder an die Ladesäule muss, liegt die maximale Reichweite beim Polestar 4 mit Dual Motor bei 590 Kilometern.

Werte, die sich genauso sehen lassen können wie der Verbrauch: Im WLTP-Modus gemessen liegt der beim Polestar 4 mit Heckantrieb und serienmäßiger Wärmepumpe zwischen 17,8 und 18,1 kWh/100 km, bei der getesteten Allradvariante sind es 18,7 bis 21,7 kWh/100 km. Auf der Testfahrt, die vorwiegend auf E-Auto-freundlichen Landstraßen stattfand, begnügte sich das SUV-Coupé mit 18,3 kWh/100 km.

Praktisch ist, dass der Fahrer beim Allradmodell selbst zwischen einem Reichweiten- und einem Performancemodus wählen kann: Letzterer schaltet beide Motoren ein. Beim Reichweitenmodus wird hingegen nur der hintere Motor aktiviert. Laden lässt sich sowohl die Single- als auch die Dual-Motor-Variante mit bis zu 200 kW Gleichstrom und 22 kW Wechselstrom.

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Querformatiges Display

Der cleane Innenraum des Polestar 4 lehnt sich stark an die anderen Modelle des Herstellers an. Ein Unterschied sticht jedoch ins Auge: Die zentrale Bedieneinheit für sämtliche Fahrsicherheits-, Fahrkomfort- und Infotainmentfunktionen bildet im SUV-Coupé ein hochauflösender 15,4-Zoll-Touchscreen im Quer- statt Hochformat. Dazu gesellen sich ein 10,2-Zoll-Fahrerdisplay, das Informationen zu Geschwindigkeit, Batterie und Reichweite anzeigt, sowie ein Head-up-Display.

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