Porsche 911 Targa S – luftiger Bügel

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So wie damals, 1970, im Targa S. Das Antriebskonzept ist heute immer noch eine Wucht: 2,2-Liter-Sechszylinder-Boxermotor mit 132 kW/180 PS, mechanischer Benzineinspritzung, Sport-Fünfganggetriebe mit erstem Gang links unten. Nach kurzem Dreh des links neben dem Lenkrad positionierten Zündschlüssels erwacht der Boxer im Heck, schaufelt die neun Liter Öl der Trockensumpfschmierung durch den Motor und tut sich mit den ersten Metern schwer. Per Standgashebel bleibt die Drehzahl im Warmlaufmodus erhöht, der erste Gang benötigt viel Feingefühl zum Finden seiner Gasse und die Lenkung eine harte Hand.

Erst nach rund 20 Kilometern ist das Öl auf Betriebstemperatur, und der Porsche verlangt die Sporen. Die Gänge flutschen durch die Gassen wie ein heißes Messer durch die Butter. Der Sechszylinder will über 3.000 Touren gehalten werden. Mit einem wohligen Sägen dreht der Boxer knochig bis 5.500 Touren, bellt beim Zwischengas für den nächsten Gang kurz auf und klettert den Drehzahlmesser weiter empor. Die Saugrohreinspritzung mit mechanischer Sechs-Stempel-Einspritzpumpe zerstäubt derweil den Sprit fein in den sechs Brennräumen und entzündet neben ausreichend Kraft ein orchestrales Klangbild.

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Mit aufgestelltem Nackenhaar und schnellen Reaktionen ist man im Oldie in rund acht Sekunden auf Tempo 100, bei fester Hand und viel Mut gehört einem die linke Autobahnspur bis 230 km/h – ein 1200er Käfer schaffte vor 42 Jahren gerade mal 116 km/h. Dann zieht der Wind aber merklich an und mutiert zum Orkan. An eine Unterhaltung mit dem Beifahrer ist nicht mehr zu denken, und der Druck in der Kabine des 2+2-Sitzers lässt die Augen zukneifen. Also runter von der Bahn und wieder rauf auf Landstraßen, Alleen und Serpentinen. Dort ist der nur 4,16 Meter lange und 1,32 Meter hohe Elfer in seinem Element, spielt mit dem 1,1 Tonnen Leergewicht und giert nach Beschleunigung und der nächsten Kurve. Die 185/70 VR-15-Reifen halten den Kontakt zur Fahrbahn und winseln nur bei leichtem Heckdrift um Gnade, fangen sich aber schnell wieder und ziehen treu ihre Spur.

So viel Vergnügen kostete. Neben einem Verbrauch von rund 14 Litern waren es 1970 mindestens 32.200 Mark (16.463 Euro) – der automobile Urmeter Käfer kam auf 4.525 Mark. Auch beim nächsten Modell muss wieder tief in die Tasche gegriffen werden. Für das mobile Dach darf mit einem Aufpreis von rund 8.000 Euro gerechnet werden, sodass der neue Targa für rund 96.000 Euro zu haben ist. Doch nach 40 Jahren und guter Pflege wird sich die Investition rentieren: Das von uns bewegte, seltene und sehr gut erhaltene Modell aus dem Bestand des Porsche-Museums hat mittlerweile einen Marktwert von rund 120.000 Euro.

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