Praxistipp: Basislack richtig verarbeiten

Tipps für die Anwendung von Basislack

| Autor: Holger Schweitzer

Auf die richtige Verarbeitung kommt es an: Erik Faßbender, Standox-Trainingsleiter, erklärt, worauf beim Applizieren des Standoblue-Basislacks zu achten ist.
Auf die richtige Verarbeitung kommt es an: Erik Faßbender, Standox-Trainingsleiter, erklärt, worauf beim Applizieren des Standoblue-Basislacks zu achten ist. (Bild: Standox)

Selbst bei alltäglichen Aufgaben im Lackierbetrieb, etwa dem Applizieren von Basislack, lassen sich immer noch Fehler vermeiden und Abläufe verbessern. Erik Faßbender, Leiter Training Standox Deutschland, beschreibt am Beispiel des Standoblue-Basislacks, wie bei der Verarbeitung vorzugehen ist und worauf Lackierer bei der Verarbeitung achten sollten.

Wie Faßbender erklärt, kann mit dem Basislack in einem Arbeitsgang lackiert werden. Er rät Lackierern, hierfür zunächst im ersten Spritzgang einen gleichmäßigen und geschlossenen Lackfilm mit einem normalen Abstand zum Objekt aufzutragen. Dabei sei es nicht zwingend erforderlich, das Deckvermögen in diesem ersten Spritzgang zu erreichen. Vielmehr komme es darauf an, eine 75- bis 80-prozentige Abdeckung des Untergrunds anzustreben.

Dabei sollten die Anwender darauf achten, dass der erste Spritzgang nicht zu nass angelegt wird, so der Trainingsleiter. Er empfiehlt, dass der Lackfilm eine leichte Spritznarbe (Struktur) aufweisen sollte. Ist die Lackierung des ersten Spritzgangs hingegen zu nass, könne der Materialverbrauch steigen, was zu längeren Trockenzeiten führe.

Es folgt der Effektspritzgang: Dieser wird laut dem Experten ohne Zwischenabluft mit erhöhtem Abstand zum Objekt und gleichmäßig überlappenden Spritzzügen in den noch nassen ersten Spritzgang lackiert. Anwender sollten auch hier auf eine feine Struktur der Lackoberfläche achten. So lasse sich das endgültige Deckvermögen und eine gleichmäßige wolkenfreie Effektorientierung erreichen.

Spritznebel reduzieren – Wolkenbildung vermeiden

Für das Lackieren empfiehlt Faßbender, auf stehenden Flächen jeweils von unten nach oben zu lackieren. Dies reduziere angetrockneten Spritznebel auf den zu lackierenden Flächen. Gleiches gelte für das Lackieren mehrerer zusammenhängender Bauteile, wie etwa bei Fahrzeugseiten: Um Spritznebel zu reduzieren und ein gleichmäßiges Erscheinungsbild zu erzielen, rät der Trainingsleiter, die Überlappungszonen des ersten Spritzgangs und des zweiten (Effekt-)Spritzgangs versetzt anzuordnen.

Wie der Experte erklärt, sei es prinzipiell sehr einfach, Wolkenbildung und Effektorientierung zu kontrollieren. Ist man mit dem erzielten Ergebnis dennoch nicht zufrieden, lasse sich dies meist auf unterschiedliche Faktoren zurückführen, weiß der Lackierexperte. Hierzu gehörten beispielsweise eine fehlerhafte Applikation, die falsche Wahl der Pistole oder Düsenbestückung oder eine komplexe Farbtonformulierung.

Durch einen weiteren Effektspritzgang in den noch nassen Basislackfilm könne man jedoch noch Korrekturen durchführen, so Faßbender. Dabei sollten die Lackierer darauf achten, einen noch größeren Abstand zum Objekt zu halten als beim ersten Effektspritzgang. Zudem komme es auf eine gleichmäßige Überlappung der Spritzzüge an. Allerdings sei solch ein zusätzlicher Effektspritzgang nur so lange möglich, wie der Basislackfilm noch nass ist. Hat der Lackfilm bereits begonnen, abzulüften, sei dies nicht mehr möglich, so der Trainingsleiter.

Nähere Informationen und Lackiertipps finden Interessierte im zugehörigen Anwendungsvideo „Standoblue – Lackierprozess“, das Standox auf seinem Youtube-Kanal anbietet. Hier demonstriert ein Anwendungstechniker, wie der Basislacks korrekt aufgetragen werden sollte.

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