Praxistipps: Klimaanlagenreparatur

Redakteur: Ottmar Holz

Kompressor und Kondensator sind die „üblichen Verdächtigen“ für Kältemittelverlust. Doch Steinschlag, Salzfraß und Scheuerstellen zerstören ebenso die Leitungen. Der aufwendige Austausch muss nicht immer sein, oft reicht eine preiswerte Reparatur.

Klimaanlagenleitungen sind empfindlich – bereits kleinste Lecks führen zum Ausfall der Anlage.
Klimaanlagenleitungen sind empfindlich – bereits kleinste Lecks führen zum Ausfall der Anlage.
(Foto: Waeco)

Michael Hübner schwitzt. Vergeblich dreht er am Temperaturregler – aus den Lüftungsdüsen seines betagten Renault Kangoo quillt nur noch heiße Luft. Auf der Rücksitzbank rangeln die beiden Kinder. Seit einer Stunde steht die Familie in brütender Hitze im obligatorischen Ferienstau, kein Fahrtwind bringt kühlende Erleichterung. „Wie sollen wir mit dieser rollenden Sauna bis nach Italien kommen? Hast Du denn die Klimaanlage nicht erst neulich warten lassen“, fragt die genervte Ehefrau vom Beifahrersitz. „Ja doch, die haben sogar das Gas wieder aufgefüllt“, entgegnet ihr Mann, „ich weiß auch nicht, was das soll. Schau doch bitte schnell mal in der Drivelog-App nach der nächsten Werkstatt, vielleicht ist es nur eine Kleinigkeit.“

Michael Hübner hatte eigentlich alles richtig gemacht. Auch die Werkstatt hat bei der durchgeführten Wartung der Anlage alle Vorschriften beachtet. Die Wartungsstation hatte die Dichtheit der Anlage geprüft und kein Leck angezeigt. So schob der Mechaniker den niedrigen Füllgrad mit Kältemittel auf fehlende Wartung und füllte das fehlende Gas ohne weitere Fehlersuche einfach auf. Hätte er die Anlage eingehender geprüft, wäre ihm die durch Streusalz korrosionsgeschwächte Leitung unter dem Kühler nicht entgangen und diese nicht im nächsten Stau geplatzt.