Presse: Audi kriegt Software-Update für Euro-6-Diesel nicht hin

Zwangsrückruf bisher nicht angelaufen

| Autor: Christoph Seyerlein

In Deutschland sind 77.600 Audi-Modelle mit 3-Liter-V6-Diesel der Abgas-Norm Euro 6 vom Rückruf betroffen.
In Deutschland sind 77.600 Audi-Modelle mit 3-Liter-V6-Diesel der Abgas-Norm Euro 6 vom Rückruf betroffen. (Bild: Audi)

Anfang des Jahres hatte das KBA wegen unerlaubter Abschalteinrichtungen einen Zwangsrückruf für rund 127.000 Audi-Modelle mit Drei-Liter-V6-Dieselmotoren der Abgasnorm Euro 6 angeordnet. Passiert ist seitdem nichts. Den Grund dafür will nun das „Handelsblatt“ erfahren haben: Offenbar sind die Audi-Ingenieure bislang nicht dazu in der Lage, ein entsprechendes Software-Update zu liefern.

Das KBA selbst wollte sich gegenüber der Zeitung nicht äußern, von Audi hieß es lediglich, man stehe im Austausch mit der Behörde. Das Handelsblatt beruft sich unter anderem auf Aussagen von Anwälten und schreibt, dass noch kein Halter der betroffenen Modelle A4, A5, A6, A7, Q5, SQ5 und Q7 Post vom Hersteller wegen der nötigen Umrüstung bekommen habe. In Deutschland geht es um 77.600 Einheiten.

Aktuell fehle nicht die Genehmigung für die Software, sondern vielmehr die Software selbst, heißt es weiter. Als Beleg zitiert das „Handelsblatt“ aus einem Schreiben an einen A6-Fahrer. Daraus geht hervor, dass Audi noch daran arbeitet, „ein Software-Update zu entwickeln, ausführlich zu testen und dann eine Freigabe durch die zuständigen Behörden zu erhalten.“

Dabei hätte Audi diese schon vor acht Monaten liefern sollen. Vor fünf Monaten hatte der damals noch amtierende Unternehmenschef Rupert Stadler im Bundesverkehrsministerium den Stand der Software-Updates erklären müssen. Offiziell war von einem „konstruktiven Gespräch“ die Rede, konstruktive Ergebnisse scheinen aber bis heute ausgeblieben zu sein.

Auch auf die Frage, ob dem Hersteller deshalb nun Konsequenzen drohen, wollte das KBA nicht antworten. Sollte Audi die Autos tatsächlich nicht umrüsten können, hätte das erhebliche Folgen, da die Modelle nicht in den genehmigten Zustand versetzt werden können. Denkbar wäre dann etwa, dass der Autobauer die Fahrzeuge zurücknehmen und den Kunden den Kaufpreis erstatten muss.

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