Ampere Renault sagt Börsengang seiner E-Autosparte ab

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Bereits im November 2022 veröffentlichte der Autobauer seine Pläne zur Verselbstständigung von Ampere. Die kurzfristige Absage des Börsengangs kommt allerdings wenig überraschend.

(Bild:  Renault)
(Bild: Renault)

Der französische Autobauer Renault hat den Börsengang seiner Elektroauto- und Softwaresparte Ampere abgesagt. Grund sei unter anderem die Lage an den Märkten, teilte Renault am Montagabend in Boulogne-Billancourt bei Paris mit. Der Konzern werde die Entwicklung aus eigener Kraft vorantreiben. Renault hatte bei günstigen Marktbedingungen zuletzt einen Teilbörsengang des Geschäfts im ersten Halbjahr 2024 angestrebt. Analysten waren vom Aus für den Börsengang wenig überrascht. Anleger reagierten sogar erleichtert, die Renault-Aktie zog am Dienstag an.

Das Papier lag in Paris am Vormittag nach Handelsbeginn 3,7 Prozent im Plus bei 35,58 Euro. Große Fantasie hatte das Vorhaben des Ampere-Teilbörsengangs bei Investoren nie so recht ausgelöst. Im November 2022 hatten die Franzosen die Pläne zur Verselbstständigung von Ampere und anderen Konzernteilen öffentlich gemacht. Damals lag der Kurs bei um die 30 Euro. Zwischenzeitlich hatten gute Zahlen in der Erholung nach der Corona-Pandemie der Aktie ein Zwischenhoch bei über 43 Euro beschert. Nachhaltigen Auftrieb gaben die Ampere-Pläne aber nicht.

Schlechte Marktstimmung

Analyst David Lesne von der Schweizer Bank UBS sprach in einer ersten Reaktion von einer nur bedingt überraschenden Entscheidung von Renault. Die Marktstimmung rund um Elektroautos sei aktuell schlecht und die in der Presse kolportierten Bewertungen von Ampere hätten zu hoch gewirkt. So hatten die Renault-Manager laut Berichten wohl eine Bewertung von rund zehn Milliarden Euro für das Geschäft ins Auge gefasst. Renault als Ganzes ist derzeit an der Börse aber ebenfalls nur rund zehn Milliarden wert. Das Vorhaben hatte sich zudem bereits etwas in die Länge gezogen.

Renault-Chef Luca de Meo hatte versucht, den Investoren die Sparte mit hohen Ambitionen schmackhaft zu machen, offenkundig ohne großen Erfolg. Der Manager hatte unter anderem deutliche Kostensenkungen bei Ampere in Höhe von 40 Prozent bis 2027/28 ausgerufen. Diese sollten es ermöglichen, Elektroautos vor der Konkurrenz zum gleichen Preis anzubieten wie Verbrenner. Ampere solle bereits 2025 mehr als zehn Milliarden Euro Jahresumsatz erzielen, hieß es im vergangenen November. 2031 sind sogar mehr als 25 Milliarden Euro Erlös avisiert.

Nissan und Mitsubishi ursprünglich Ankerinvestoren

Die Autobauer Nissan und Mitsubishi wollten bei einem Ampere-Börsengang als Ankerinvestoren eigentlich bis zu 800 Millionen Euro beisteuern. Der Chipkonzern Qualcomm trug sich ebenfalls mit Gedanken rund um einen Einstieg bei der Erstemission.

Nissan wolle weiterhin investieren, egal ob es zu einem Börsengang komme oder nicht, sagte Renault-Finanzchef Thierry Pieton am Montag in einer Telefonkonferenz mit Journalisten und Analysten. Mit Mitsubishi Motors werde gesprochen. Mit Blick auf Qualcomm habe das Investment hingegen vom Börsengang abgehangen. Es müsse nun diskutiert werden, ob das Unternehmen weiter interessiert sei.

Wenngleich Nissan und Mitsubishi die Option für ein Investment in Ampere behielten, mindere die Absage des Börsengangs das Anteilsverwässerungsrisiko für die Renault-Aktionäre, schrieb Analyst Philippe Houchois vom Investmenthaus Jefferies in einer ersten Reaktion. Auch werde die Anlagestory weniger komplex.

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