Retzlaff Automotive: Ein Faible für Oldtimer und E-Autos

Jury des Deutschen Werkstattpreises besucht freie Werkstatt in Ahrensfelde

| Autor: Norbert Rubbel

Die freie Werkstatt von Marco Retzlaff (r.) in Ahrensfelde ist unter den Top Ten des Deutschen Werkstattpreises 2019.
Die freie Werkstatt von Marco Retzlaff (r.) in Ahrensfelde ist unter den Top Ten des Deutschen Werkstattpreises 2019. (Bild: Rubbel/»kfz-betrieb«)

Sein Karosserie- und Lackgeschäft bezeichnet Marco Retzlaff als „Zugpferd“ und sich selbst als „Autonarren“. Obwohl sich seine freie Werkstatt in Ahrensfelde in Brandenburg innerhalb von knapp zehn Jahren von zwei auf 15 Mitarbeitern vergrößerte, schraubt er immer noch gerne selbst mit. Seine wohl größte Leidenschaft hegt der Inhaber von Retzlaff Automotive für die Oldtimer. „Aufwendige Restaurationsarbeiten führe ich zum größten Teil selbst durch“, erläutert Marco Retzlaff den Jurymitgliedern des Deutschen Werkstattpreises. Für Wartungen und Reparaturen an den Klassikern hat er aber auch einen gut ausgebildeten Mechaniker, der die Historie vieler Klassiker kennt und die alte Fahrzeugtechnik noch beherrscht.

Marco Retzlaff stockte nicht nur die Zahl seiner Mitarbeiter auf. Er investierte im Laufe der Jahre auch permanent in neue Werkstattausrüstung und erweiterte seine Räumlichkeiten von anfangs 400 auf heute 2.000 Quadratmeter. Eine leerstehende Getränkehalle baute der gelernte Lackierer und Karosseriebauer zu einer modernen Werkstatt mit insgesamt 13 Arbeitsplätzen um.

Schon bei der Anfahrt auf das Firmengelände sticht den Besuchern der grüne Lancia Hyena Zagato auf der hölzernen Präsentationsbühne vor dem Gebäude ins Auge. Das Leichtbau-Coupé aus dem Jahr 1992, von dem nur 24 Exemplare gebaut wurden, haben die Retzlaff-Spezialisten in mühevoller Kleinarbeit originalgetreu wiederhergestellt. Zu haben ist das 250 PS starke Sammlerstück jedoch nicht mehr. Denn für das exklusive Zagato-Modell hat Marco Retzlaff bereits einen Käufer gefunden.

Kostbare Raritäten im Showroom

Vor und in der Werkstatt fallen der Hippie-Bulli aus den Siebzigerjahren, der 41 Jahre alte Porsche Targa und der Wartburg 313 Roadster auf, an denen noch Reparaturen durchzuführen sind. Der ganze Stolz von Marco Retzlaff befindet sich in seinem Showroom, der von außen nicht einzusehen ist: zum Beispiel ein Jaguar MK2 3.4 von 1962, ein Lotus Elite MK14 S1 und ein Aston Martin DBmk3 von 1959. Allein die Restauration des Jaguars dauerte mehr als zehn Jahre. Etwa 20 Prozent des Gesamtumsatzes des markenunabhängigen Kfz-Betriebs in Ahrensfelde entfallen auf das Oldtimergeschäft – Tendenz steigend.

Nicht weniger attraktiv sind für Marco Retzlaff der Verkauf und die Reparatur von Elektrofahrzeugen. Erst vor einem Jahr begann er, gebrauchte Fiat 500 E-Fahrzeuge aus Kalifornien zu importieren. Er rüstet sie für den deutschen Straßenverkehr um und bietet sie mit zwei Jahren HU und einer sechsmonatigen „Retzlaff-Garantie“ an. Dass die freie Werkstatt fit für Reparaturen an den Stromern ist, hat sich bereits herumgesprochen. So kommen mittlerweile auch Kunden mit elektrischen Smart-Modellen zu Marco Retzlaff und lassen unter anderem defekte Akkus von ihm reparieren.

Retzlaff zählt zu den Besten

Die große Leidenschaft für Oldtimerrestaurationen und das Engagement für neue Geschäftsfelder wie die Elektromobilität haben der Jury des Deutschen Werkstattpreises sehr gut gefallen. Die Entscheidung der Jurymitglieder, bestehend aus Vertretern der Redaktion »kfz-betrieb« und der Automechanika Frankfurt: Retzlaff Automotive in Ahrensfelde kommt unter die Top Ten beim Deutschen Werkstattpreis 2019.

Interessierte Inhaber und Mitarbeiter von freien Werkstätten sollten sich die Preisverleihung nicht entgehen lassen. Sie findet am 18. Oktober 2019, dem Vorabend der Fachtagung Freie Werkstätten und Servicebetriebe, im Würzburger Vogel Convention Center statt. Übrigens ist die Teilnahme an der Preisverleihung für die Besucher der Fachtagung kostenlos.

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