Caravaning-Studie Rückläufige Neuzulassungen trotz stabilem Interesse

Von Julia Mauritz 3 min Lesedauer

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Der Neuwagenmarkt für Reisemobile und Wohnwagen kommt nicht in Schwung, obgleich das Interesse der Deutschen an Freizeitmobilen ungebrochen hoch ist – so das Ergebnis einer repräsentativen Befragung. Sie offenbart auch, wie Händler gegensteuern können.

Das Interesse an Freizeitmobilen ist hoch, es muss nur entsprechend bedient werden.(Bild:  Messe Düsseldorf / ctillmann)
Das Interesse an Freizeitmobilen ist hoch, es muss nur entsprechend bedient werden.
(Bild: Messe Düsseldorf / ctillmann)

Als herausfordernd und differenziert bezeichnet Stephan Lützenkirchen, Senior Consultant bei der Unternehmensberatung GSR, die aktuelle Lage in der Caravaning-Branche: Während der Neuwagenmarkt schwächelt, steigt die Nachfrage nach gebrauchten Freizeitmobilen. Die Besitzumschreibungen stiegen dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zufolge von Januar bis Juli 2025 um 4,7 Prozent bei den Reisemobilen und um 2,7 Prozent bei Wohnwagen. Die Krux für den Handel ist jedoch, dass der Markt für gebrauchte Freizeitmobile förmlich leergefegt ist und die Fahrzeuge größtenteils privat verkauft werden.

„Der Markt sucht Antworten darauf, wie man knapp fünf Prozent Rückgang bei neu zugelassenen Reisemobilen und knapp 10 Prozent bei Wohnwagen in den ersten sieben Monaten dieses Jahres überwinden kann“, schildert Stephan Lützenkirchen die aktuelle Lage. Als wesentliche Bremsfaktoren für das Neuwagengeschäft wertet er die hohen Neufahrzeugpreise, gestiegene Unterhaltskosten und Probleme, einen geeigneten Abstellplatz eines erworbenen Fahrzeugs zu finden.

Hoffnung macht ihm, dass das Interesse an Reisemobilen und Wohnwagen in Deutschland ungebrochen hoch ist. Das untermauert auch die jüngste bevölkerungsrepräsentative Caravaning-Studie der Augsburger Unternehmensberatung GSR und des Nürnberger Marktforschungunternehmens Miios. Die Macher der Studie hatten dafür im Sommer zum sechsten Jahr in Folge knapp 10.650 Menschen in Deutschland zu ihren Caravaning-Interessen und -Präferenzen befragt.

Demnach interessieren sich weiterhin rund 19 Mio. Menschen für Reisemobile und Wohnwagen: Sie sind entweder bereits Besitzer oder Mieter von Freizeitmobilen, oder sie wollen es werden. Die Caravaning-affinen Menschen, so ein weiteres Ergebnis der Online-Umfrage, sind im Schnitt jünger, kaufkräftiger und digital affiner als die Befragten, die kein Interesse an Freizeitmobilen haben. Zudem haben sie der Studie zufolge einen höheren Bildungsabschluss. 58 Prozent der Befragten, die in nächster Zeit den Erwerb eines Freizeitmobils erwägen, sind dabei Erstkäufer.

Fast jeder Zweite hat Interesse an kompakten Reisemobilen

Nicht nur spezialisierten Caravaning-Händlern, sondern auch Autohäusern empfiehlt Miios-Geschäftsführer Niklas Haupt, das Potenzial, das in dieser Entwicklung schlummert, besser auszuschöpfen. Als Beispiel nennt er das gestiegene Interesse an Campervans und Kastenwagen, die bei einer Vielzahl von Händlern im Showroom stehen: 47 Prozent der Befragten bekundeten Interesse an diesen kompakten Reisemobilen. Gleichzeitig sei der Transfer von Mietkunden zu Kaufkunden ungebrochen hoch – jeder zweite Kaufinteressent gab in der Online-Befragung an, im Vorfeld ein Fahrzeug gemietet zu haben.

Potenzial schlummert den Machern der Studie zufolge aber auch bei Finanzierungsangeboten und in der Kundenansprache. Nur jeder fünfte Befragte zeigte sich in Sachen Kauferlebnis vollkommen zufrieden. Sabine Weber, Senior Analyst Caravaning bei der GSR Unternehmensberatung, bemerkt: „Der Beratungsbedarf bei Reisemobilen und Wohnwagen geht weit über die Produkte hinaus. Wenn Hersteller und Handel wachsen wollen, müssen auch Themen wie Unterhaltskosten aktiv angesprochen und Barrieren herabgesetzt werden.“

Die Anschaffungspreise sind aber letztlich doch vielfach das Zünglein an der Waage für die tatsächliche Transaktion: Auch das ist ein Ergebnis der Studie. Rund jeder zweite Kaufinteressent gab an, das Fahrzeug später als geplant kaufen zu wollen, in der Hoffnung, ein besseres Angebot zu bekommen. 40 Prozent können sich dabei auch die Anschaffung eines Reisemobils aus China vorstellen.

„Wenn man die richtigen Knöpfe drückt und die richtige Ansprache wählt, hat man gute Chancen. Gleichwohl bedarf es Impulsen von Herstellern und Händlern“, resümiert Stephan Lützenkirchen. In Summe rechnen GSR und Miios im Gesamtjahr 2025 mit rund 100.000 Neuzulassungen und 200.000 Besitzumschreibungen von Freizeitmobilen.

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