Absatzbilanz 2023 Seat legt kräftig zu, Cupra noch deutlich mehr

Von Andreas Grimm 3 min Lesedauer

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Im vergangenen Jahr hat der spanische Autobauer fast seine historische Bestmarke von 2019 erreicht. Erwartungsgemäß hat Cupra daran wieder einen großen Anteil. Doch der Erfolg ruht aktuell auf vielen Säulen.

Für Seat und noch mehr für Cupra ist das Jahr 2023 gut gelaufen. Das hat gleich mehrere Ursachen.(Bild:  Grimm – VCG)
Für Seat und noch mehr für Cupra ist das Jahr 2023 gut gelaufen. Das hat gleich mehrere Ursachen.
(Bild: Grimm – VCG)

Der spanische Hersteller Seat S.A. ist dank der Marke Cupra weiterhin im Aufwärtstrend. In einer ersten Bilanz des Jahres 2023 weist die Volkswagen-Konzerntochter ein steiles Absatzplus von 34,6 Prozent auf 519.200 Einheiten aus. Das ist nach Unternehmensangaben das zweitbeste Ergebnis des Autobauers – besser war nur das Ausnahmejahr 2019 verlaufen.

Maßgeblichen Anteil am Erfolg haben zwei Faktoren: der deutsche Markt – und natürlich die Marke Cupra, die wiederum speziell in Deutschland große Erfolge feiert. Weltweit hat der Anteil der Cupra-Verkäufe (230.700 Einheiten) am Seat-Gesamtabsatz im vergangenen Jahr 44,4 Prozent erreicht – 2022 waren es 39,6.

Cupra wächst also weiterhin schneller als die spanische Ursprungsmarke. Konkret legten die Auslieferungen der selbsternannten „Challenger Brand“ binnen eines Jahres um 50,9 Prozent zu. Aber auch die Seat-Modelle verkauften sich deutlich häufiger als in dem noch von Liefer- und Teileproblemen geprägten Jahr 2022. Die insgesamt 288.200 Einheiten bedeuten ein Auslieferungsplus von 24 Prozent.

Seat-Vorstandschef Wayne Griffiths sieht sich angesichts der Bilanz in der Strategie des Unternehmens bestätigt: „Die Rekordergebnisse von Cupra und die Rückkehr der Marke Seat auf den Wachstumspfad beweisen, dass es uns gelingt, die Schwierigkeiten zu überwinden.“ Trotz der eingetrübten wirtschaftlichen Erwartungen blickt er optimistisch auf das laufende Jahr.

Cupra ist in Deutschland besonders hui

Zufrieden mit der Entwicklung zeigt sich auch der Importeur Seat Deutschland. Mit 132.624 Neuzulassungen (+18,8 %) haben die deutschen Seat- und Cupra-Händler ihr zweitbestes nationales Ergebnis aller Zeiten erreicht. Hierzulande war das Verkaufsergebnis nur im Jahr 2019 mit 138.670 Einheiten besser. Damals hatte allerdings auch der Gesamtmarkt einen Höchststand erreicht, weshalb Seat Deutschland für 2023 einen neuen Bestwert des Marktanteils von 4,7 Prozent feiern kann. Damit hat sich diese Kennzahl seit 2016 stetig verbessert.

In Deutschland hat Cupra einen deutlich größeren Anteil am Aufwärtstrend der Spanier als im weltweiten Durchschnitt. Hierzulande kommen die Cupra-Modelle auf einen Anteil von 54,4 Prozent am Neuwagenabsatz. Allerdings hat sich der Aufwärtstrend angesichts des erreichten Absatz-Niveaus verlangsamt: 2023 legten die Cupra-Verkäufe hierzulande noch um 23,8 Prozent zu. Damit liegt die Wachstumsrate aber auch in Deutschland noch über der Seat-Entwicklung (+21,2 %).

Unter dem Strich bleibt Deutschland der wichtigste Markt für die Seat S.A. vor Spanien (79.200 Einheiten / +26 %). Gleichzeitig zeigt sich, dass das Unternehmen in allen großen europäischen Märkten deutlich zulegen konnte, insbesondere in Großbritannien (57.800 / +58,1 %), aber auch in Frankreich (33.100 / 53,9 %) und Italien (25.300 / 25,1 %). Daneben kommen die beiden Marken in vielen kleineren europäischen Märkten (Österreich, Polen, Dänemark) voran, ebenso wie international etwa in Mexiko und der Türkei.

Für die Zukunft viel Cupra und wenig Seat

Wie wichtig Cupra inzwischen für den Autobauer ist, zeigt ein Blick auf die meistverkauften Modelle. In diesem Ranking liegt der Cupra Formentor mit 120.100 Auslieferungen vor dem Seat Arona mit 89.000 Einheiten. Danach folgen Seat Ibiza (77.700 Einheiten) und Seat Ateca (66.800 Einheiten) vor dem vollelektrischen Cupra Born (45.300 Einheiten). Auch deswegen spricht der Hersteller in seiner Jahresbilanz von einem „historischen Jahr für Cupra“.

Folgerichtig steht das Jahr erneut im Zeichen der Performance-Marke. Unter anderem steht die Premiere des SUV-Modells Cupra Terramar an – aber auch der 40. Geburtstag des Seat Ibiza. Zudem spendiert der Autobauer dem Cupra Leon und dem Cupra Formentor ein Facelift und bringt das leistungsgesteigerte Derivat Cupra Born VZ auf den Markt. Außerdem sollen neue City Garagen in Madrid, Manchester, Wien und Istanbul weitere Impulse für das globale Wachstum der Marke Cupra setzen.

Fünf Jahre Garantie und Sicherheit für die Batterie

Als ersten Absatzboost für das Jahr 2024, das allgemein eher als schwierig eingestuft wird, hat der Importeur die Garantie auf fünf Jahre verlängert (oder 150.000 Kilometer). Sie gilt seit dem 21. Dezember 2023 für alle ab Werk bestellten Neufahrzeuge, heißt es in einer Mitteilung von Seat Deutschland. Für vollelektrische Fahrzeuge wie dem Cupra Born gewährt die Marke zudem eine Garantie auf das System. Demnach hat der Stromspeicher nach acht Jahren oder maximal 160.000 Kilometern noch mindestens 70 Prozent der Kapazität bei Auslieferung.

Die Garantie ist zudem gestaffelt. Cupra garantiert bis maximal 60.000 Kilometer – oder bis drei Jahre nach Erstauslieferung – mindestens 78 Prozent Restkapazität. Mindestens 74 Prozent sollen bis maximal 100.000 Kilometer – oder bis fünf Jahre nach Erstauslieferung verfügbar sein.

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