September-Neuzulassungen: Sondereffekt schönt Privatmarktbilanz

Zulassungsplus wegen WLTP-Loch im Vorjahr

| Autor: Andreas Grimm

(Bild: Grimm / »kfz-betrieb«)

Der sprunghafte Anstieg des Neuwagenabsatzes im September um 22,2 Prozent findet in verschiedenen Marktsegmenten seine Ursachen. Wie aus einer Analyse der Zulassungszahlen durch die Marktforschung Dataforce hervorgeht, bleibt das Privatkundengeschäft im langfristigen Vergleich aber dennoch sehr schwach.

Zwar stiegen in diesem Segment die Zulassungszahlen um 19 Prozent auf 80.714 Einheiten. Das allerdings ist ausweislich der Dataforce-Datenbank der zweitniedrigste Wert seit dem Jahr 2001 für den Verkauf an Privatpersonen in einem September – der bisher niedrigste Wert stammt aus dem Vorjahr aufgrund des WLTP-Loches mit 67.838 Einheiten. Damit gerät das schon seit Jahresanfang schwächelnde Privatkundengeschäft weiter unter Druck. In den bisherigen drei Quartalen des Jahres wurden in einem insgesamt wachsenden Markt (+2,5 %) rund 12.000 Einheiten weniger von privat zugelassen als im Vorjahreszeitraum.

Trotz dieser Entwicklung ist die Zahl der Eigenzulassungen nur verhalten gestiegen. Zwar kletterten die Erstanmeldungen durch Händler und Hersteller im September. Speziell im Handel blieb der Zuwachs allerdings weit hinter der Gesamtentwicklung zurück. 52.927 Erstzulassungen auf Händler bedeuten ein Plus von 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Die Hersteller und Importeure wurden deutlich aktiver – hier stiegen die Zulassungen um 24,8 Prozent auf 19.933 Einheiten. Zählt man beide Sonderkanäle zusammen, erhöhten sich die taktischen Zulassungen im September dennoch nur um 10,9 Prozent.

An die Vermieter flossen im vergangenen Monat 23.643 Neuwagen ab. Das war nur ein moderates Plus von 4 Prozent.

Die Gewerbekunden retten das Ergebnis

Erheblich nach oben getrieben hat die September-Neuzulassungen letztlich das Flottengeschäft. Allerdings erreichte auch dieses Marktsegment nicht das Absatzvolumen früherer Jahre. Laut Dataforce fanden im letzten Monat 67.405 Neuwagen ihren Weg auf die Straßen über Firmenkunden und Gewerbetreibende. Das waren 53,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Dieser extreme Sprung erklärt sich aus dem starken Einbruch des Flottengeschäfts im Zuge der WLTP-Probleme vor allem der deutschen Fabrikate des VW-Konzerns: Die Autos waren schlicht nicht lieferbar – oder die Gewerbekunden hatten die Anschaffung vorgezogen bzw. nach hinten verschoben, um Planungssicherheit zu haben.

Trotz des Wachstums in diesem Vertriebskanal erreichte der Flottenmarkt nicht das Neuwagen-Volumen der Jahre 2017 und 2016. Damals hatten die Gewerbekunden noch jeweils 4.000 Einheiten mehr zugelassen. Gleichwohl lässt sich aus der aktuellen Zahl ablesen, dass WLTP II keine neuerlichen Verwerfungen im Neuwagenvertrieb ausgelöst hat – und der Flottenmarkt ein Wachstumsgeschäft ist. In den bisherigen drei Quartalen des Jahres sind über diesen Kanal 12,7 Prozent mehr Neuwagen abgeflossen als im Vorjahreszeitraum. „Die Nachfrage nach Firmenwagen steigt weiter an“, heißt es in der Dataforce-Analyse.

Transportermarkt nur minimal im Plus

Nach den schlechten Erfahrungen mit der WLTP-Umstellung bei den Pkw im Vorjahr, hatte der Handel die neuerliche Anpassung im vergangenen Monat mit Spannung erwartet. Insbesondere da nun die Umstellung bei den leichten Nutzfahrzeugen anstand. Diese Hürde hat die Autobranche aber gut genommen, ein Zulassungseinbruch bei den leichten Nutzfahrzeugen und Pkw-Utilities blieb im September aus. Insgesamt kamen in diesem Bereich, für den Dataforce eine Sonderauswertung vornimmt, 33.111 Fahrzeuge neu auf die Straßen. Das waren 0,2 Prozent mehr als vor Jahresfrist.

Anders als im Gesamtmarkt entwickelten sich dabei die beiden größten Vertriebskanäle. Während die Erstzulassungen durch Gewerbekunden leicht auf 16.699 Einheiten sanken (-1,6 %), ging es bei den Privatkunden sogar überdurchschnittlich aufwärts (+5,7 %). Auffällig ist der starke Zulassungsanstieg durch Hersteller und Importeure (+64,5 %), der aber durch rückläufige Zahlen im Handel ausgeglichen wird.

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