Sessner nutzt Umweltprämie überzeugend

Autor / Redakteur: Stephan Richter / Joachim von Maltzan

Das Autohaus Sessner aus Kitzingen hat mit Verkaufsaktionen zur Umweltprämie einen Platz in den Fernsehnachrichten erreicht. 3.237 Neuwagen lautet die Bilanz, die Platz eins im Vertriebs Award begründet.

Umweltprämie: Ein kleines Wort für Deutschland, ein ganzes Buch für den Erstplatzierten des Vertriebs Award 2010 von »kfz-betrieb«. Nachdem sich der Staub gelegt hatte, den der Ansturm im vergangenen Jahr in vielen Ausstellungsräumen der Nation aufgewirbelt hatte, standen beim Autohaus Sessner 3.237 verkaufte Neuwagen der Marken VW und Audi auf der Uhr: 98 Prozent Neukunden, 93 Prozent aus der Region und 65 Prozent der Kunden kamen mit Fremdfabrikaten.

Ein Autohaus, das innerhalb weniger Monate das Fünffache der normalen Neuwagenzahlen verkauft, ohne große Reibungsverluste zu verzeichnen, muss seine Vertriebsprozesse einfach im Griff haben. Sessner hat alles richtig gemacht: früh gehandelt, die Risikovariante gewählt, seine Kunden ausgiebig über die Umweltprämie informiert, Kapazitäten freigestellt und Wege gefunden, des unerwartet großen Ansturms Herr zu werden. Und bei alledem finanzierte das Unternehmen seinen Kunden die 2.500 Euro der Umweltprämie vor.

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Ein Sessner-Kunde brachte das Ausmaß des Ganzen bei der Fahrzeugauslieferung auf den Punkt: „Im Leben muss man drei Dinge erlebt haben: Die erste Mondlandung, die Wiedervereinigung und Abwracken beim Sessner.“

Spielanleitung zur Umweltprämie

Der Anfang bestand in einer kurzen Meldung in der überregionalen Presse, die Jens Bergmann, Geschäftsführer der Sessner GmbH, Mitte Januar entdeckte. Dort war von dem staatlichen Zuschuss die Rede. Ein kurzer Anruf bei einem Vertrauten im Berliner Bundestag bestätigte die auflodernde Erkenntnis von Bergmann, dass sich hier etwas Großes anbahnte: „Ich war von Anfang an der festen Überzeugung, dass diese Idee aufgehen könnte. Leider waren die ersten Richtlinien viel zu kompliziert formuliert. Deshalb buchten wir schon einige Tage später eine Seite in der lokalen Tageszeitung, um in Form einer Spielanleitung zu erklären, was die Umweltprämie ist und wie man sie bekommt.“

Zeitgleich bestellte das Unternehmen bei seinem regionalen Vertriebsleiter 200 VW Polo – auf Verdacht. Kurze Zeit später erreichte Volkswagen eine weitere Anfrage aus der Sessner-Disposition: Dieses Mal ging es um 600 Fahrzeuge – quer durch die gesamte Modellpalette.

Mehr Mitarbeiter an der Infotheke

Ab dem 7. Februar wurde das Autohaus förmlich überrannt. Die Infotheke war ab diesem Zeitpunkt stets mit fünf Mitarbeitern besetzt. Zwei der insgesamt drei Geschäftsführer waren ständig im Ausstellungsraum zugegen und begrüßten die zahlreichen Kunden.

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