Smart Vision EQ Fortwo: Der kommt auf Knopfdruck

Redakteur: Christian Otto

Smart hat noch vor der IAA einen Ausblick auf seine Vision der künftigen urbanen Mobilität gegeben. Mit dem vollelektrischen und autonomen Vision EQ Fortwo zielt die Daimler-Tochter auf Carsharing-Nutzer in Großstädten.

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Der vorgestellte Smart Vision EQ Fortwo kann nicht nur elektrisch sondern auch völlig autonom fahren und ist mit seiner Umwelt voll vernetzt. Offizielle Premiere feiert die Studie auf der IAA in Frankfurt.
Der vorgestellte Smart Vision EQ Fortwo kann nicht nur elektrisch sondern auch völlig autonom fahren und ist mit seiner Umwelt voll vernetzt. Offizielle Premiere feiert die Studie auf der IAA in Frankfurt.
(Bild: Daimler)

Die Frage, wie die zukünftige Mobilität aussehen wird, treibt die ganze Branche um. Auch die Daimler-Tochter Smart hat nun hierzu eine eigene Vision entwickelt, die im künftigen Produktportfolio der neuen Sub-Marke EQ ihren Platz finden könnte.

Unter EQ bündelt Mercedes alle Fahrzeuge, die elektrisch angetrieben werden. Der vorgestellte Smart Vision EQ Fortwo kann dabei nicht nur elektrisch sondern auch völlig autonom fahren und ist mit seiner Umwelt voll vernetzt. Offizielle Premiere feiert die Studie auf der IAA in Frankfurt.

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Smart hat bezüglich des Elektroantriebs schon einige Erfahrungen gesammelt: Aktuell fährt die zweite Generation des E-Smarts auf den Straßen und ist laut dem Hersteller sehr gut nachgefragt. Die Entwickler des Vision EQ Fortwo fokussieren deshalb auch stärker auf das autonome Fahren, und die Rolle des intelligenten Fahrzeugs als Alltagsbegleiter.

Dabei zielt das Fahrzeug weniger auf Privatkunden ab, sondern soll dem Hersteller zufolge für den Einsatz in Carsharing-Flotten prädestiniert sein. Aufgrund der Abmessungen hat sich der Smart schon als Fahrzeug für dieses Mobilitätskonzept in urbanen Ballungsgebieten bewährt. Da diese mit steigenden Einwohnerzahlen und einem enormen Anstieg des Verkehrsaufkommens umgehen müssen, gilt Carsharing als ein Schlüssel zur Bewältigung des zukünftigen innerstädtischen Verkehrs. Wobei Carsharing anders als andere Pooling-Konzepte auch noch eine individuellen Beförderung zulässt.

Uneingeschränkte Verfügbarkeit

Der Erfolg solcher Konzepte hängt insbesondere von der uneingeschränkten Verfügbarkeit für den Kunden ab. Das kann bei den bisherigen Modellen praktisch noch kein Anbieter garantieren. Sollten die Autos aber autonom fahren, steigt die Flexibilität des Modells. Per Knopfdruck sind die Autos dann abrufbar und holen den Fahrgast an jedem beliebigen Punkt ab. Bei der Smart-Vision würde der Ruf über eine virtuelle Taste auf dem Smartphone erfolgen. Um Wartezeiten zu verhindern, berechnet ein System über Algorithmen, zu welcher Zeit, an welchem Ort, welche Anzahl an Autos benötigt werden.

Erreicht der Smart den Fahrgast, gibt es eine persönliche Begrüßung. Über ein Display im Kühlergrill heißt der Kleinwagen ihn dafür namentlich willkommen. Durch ein passendes Hintergrundbild und entsprechend illuminierten Türen kann der Nutzer das Fahrzeug direkt erkennen und wird seiner Stimmung entsprechend chauffiert. Die Studie zeigt zudem schon von außen an, auf welcher Seite man in den auch zukünftig noch 2,69 Meter langen Fortwo einsteigen soll. Der Zweisitzer kann die Passagiere dabei an unterschiedlichen Standorten abholen. Sind Nutzer allein unterwegs, fragt der Smart je nach Situation nach, ob eine weitere Person zusteigen darf. Sind zwei Passagiere an Bord, fährt zwischen diesen eine Armlehne hoch. Ist man allein unterwegs ist auch die komplette Sitzbank nutzbar.

Kommunikation mit der Umwelt

Die Front des Smart trägt moderne Displays als Scheinwerferersatz, die ebenfalls der Kommunikation mit der Umwelt dienen. Dafür nehmen sie die Form von Augen an und zwinkern Verkehrsteilnehmern zu. Das Display, das den Kühlergrill ersetzt, hat eine ähnliche Funktion und kann beispielsweise an Zebrastreifen den Passanten signalisieren, dass sie die Straße überqueren können.

Bis auf wenige praktische Ablagemöglichkeiten ist der Smart Vision EQ Fortwo im Innenraum auf Verzicht getrimmt. Schalter, Hebel, Pedale und ein Lenkrad entfallen. Ein breiter Bildschirm ist quer vor den Passagieren positioniert. Er hat allerdings keine Touch-Funktion. Die Bedienung des Smart erfolgt allein per Smartphone. Auf Wunsch spiegelt das System persönliche Inhalte – Musik, Bilder oder Videos – auf dem Fahrzeug-Display. Auch ein eigenes Unterhaltungsprogramm steht im Fahrzeug zur Verfügung. Wer öfter die Fahrten mit anderen teilt, wird belohnt: Über ein Zählsystem sammelt man Punkte, die der Nutzer beispielsweise nutzen kann, um weitere Optionen zur Personalisierung freizuschalten.

Der Smart soll auch als Multiplikator dienen: Die runden, nach hinten aufschwingenden Türen sind dabei Infoanzeigen für Dinge wie Werbung oder den Wetterbericht. Geladen wird der Stromer induktiv.

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