Mercedes Sprinter-Rückrufe wegen austretender Brems- und Lenkflüssigkeit

Autor / Redakteur: Niko Ganzer / Tanja Schmitt

Für die Baureihen 906, 907 und 910 gibt es jeweils eine Aktion, weil entweder Lenk- oder Bremsflüssigkeit austreten kann. Eine weitere Maßnahme betrifft die Transporter-Variante mit Elektroantrieb.

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Der Sprinter hat gleich mehrere Rückrufe zu verbuchen.
Der Sprinter hat gleich mehrere Rückrufe zu verbuchen.
(Bild: Mercedes Benz)

Für den Sprinter von Mercedes gibt es wieder einige Rückrufmeldungen. Wie eine Sprecherin der Konzernsparte auf Nachfrage bestätigte, könnte bei der Baureihe 910 aus dem Produktionszeitraum Januar 2018 bis Februar 2019 der Bremsschlauch der Vorderachse an der Radhausinnenverkleidung anliegen und scheuern. Aus diesem Grund hat der Hersteller einen Rückruf gestartet, der intern mit den Kürzeln „VS3BRELAU“ bzw. „4296094“ versehen wurde.

Ein Austritt von Bremsflüssigkeit sei an einem sich verlängernden Bremspedalweg und einem weicheren Bremspedalgefühl wahrnehmbar. „Sofern ein Fahrer die aufleuchtende Warnlampe zum Bremsflüssigkeitsstand im Kombiinstrument nicht beachtet, könnte sich der Bremsweg des Fahrzeuges verlängern“, erklärte die Sprecherin. Bei weltweit knapp 15.700 Fahrzeugen müssen daher die Bremsschläuche an der Vorderachse ersetzt werden. In Deutschland stehen etwas über 4.400 Einheiten für 90 Minuten in der Vertragswerkstatt.

Noch keine Stückzahlangaben gibt es zum zweiten Sprinter-Rückruf, der sowohl die Baureihen 906 als auch 907 aus dem Produktionszeitraum Januar 2017 bis März 2021 betrifft. Ihnen drohe ein Verlust von Lenkflüssigkeit und folglich der Lenkkraftunterstützung, sagte die Sprecherin. „Als vorsorgliche Maßnahme ist vorgesehen, die Verbindungen der Rücklaufleitung der hydraulischen Lenkunterstützung zu prüfen und, sofern erforderlich, eine Schraubschelle an der Verbindungsstelle zu installieren“, kündigte sie an. Die Aktion „NV3LETULPX“ soll etwa eine Stunde dauern.

Der dritte Rückruf mit dem Code „V3ESCRABAT“ bzw. „4794051“ ist überschaubar und nur für die Elektrovariante des Sprinters relevant. Bei weltweit 1.113 E-Sprinter-Modellen, die mit einer zusätzlichen Traktionsbatterie ausgeliefert wurden, könnten sich die Befestigungsschrauben am Rahmen dieser Hochvolt-Batterie sukzessive lösen, wodurch die sichere Befestigung des Batteriemoduls nicht mehr dauerhaft gewährleistet ist. Die Stromtransporter verließen zwischen November 2019 und September 2020 das Werk. Hierzulande müssen gut 500 Exemplare für etwa viereinhalb Stunden zum Partnerbetrieb, wo die Modulverschraubung entsprechend der Spezifikation korrigiert wird.

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 Niko Ganzer

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Freier Journalist