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Stromkosten bei E-Autos: Ladeverluste zum Teil erheblich

| Autor: Andreas Wehner

Der ADAC hat 15 Elektroautos auf ihren realen Strombedarf untersucht und mit den Verbrauchsangaben im Bordcomputer verglichen. Der Unterschied betrug je nach Modell bis zu 25 Prozent.

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Beim Laden von E-Autos geht einiges an Strom flöten.
Beim Laden von E-Autos geht einiges an Strom flöten.
(Bild: Wehner/»kfz-betrieb«)

Was der Bordcomputer eines Elektroautos als Stromverbrauch anzeigt, entspricht für gewöhnlich nicht dem, was das Auto tatsächlich aus der Steckdose zieht. Im Bordcomputer ist nur der Verbrauch für den Antrieb abzulesen, Verluste beim Ladevorgang bleiben unberücksichtigt. Dennoch müssen sie mitbezahlt werden.

Der ADAC hat den realen Strombedarf von 15 Elektroautos untersucht und festgestellt: die Unterschiede zur Anzeige im Bordcomputer sind zum Teil erheblich. Je nach Fahrzeug weichen die Angaben – weitere Ungenauigkeiten inbegriffen – um 10 bis 25 Prozent voneinander ab, wie der Autofahrerclub am Mittwoch mitteilte.

Die größte Diskrepanz fanden die ADAC-Experten beim Tesla Model 3 LR. Bei dem US-Modell müsse man 25 Prozent zur Bordcomputer-Angabe hinzuaddieren, so der Club. Beim Seat Mii Electric sind es knapp 21 Prozent und beim Jaguar i-Pace gute 17 Prozent. Aber auch der Renault Zoe (knapp 19 Prozent), der Nissan Leaf (17,6 Prozent) und VW E-Up (15,6 Prozent) zeigen ein deutliches Plus. Lediglich der Kia E-Niro (9,9 Prozent) bleibt unter der 10-Prozent-Marke.

Um dem Verbraucher eine vollständige Übersicht über den Stromverbrauch zu liefern, fordert der ADAC von den Herstellern, nicht nur die Verbrauchswerte, sondern auch die Ladeverluste in Prozent bei den technischen Angaben mitaufzuführen. Außerdem sollten sie bei der Entwicklung nicht nur auf effiziente Antriebe, sondern auch auf Ladesysteme mit niedrigen Verlusten achten. Ladeverluste entstehen sowohl in der vorgelagerten Elektroinstallation und der Ladestation als auch im Bordladegerät des Fahrzeuges und in der Antriebsbatterie.

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Über den Autor

 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«