Techno Classica: Rüsselsheimer in Essen

Autor / Redakteur: Steffen Dominsky / Steffen Dominsky

Bei Opel haben Cabriolets eine lange Tradition. Wie diese aussieht, zeigt der Autobauer auf der Oldtimermesse Techno Classica.

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Als Limousinen noch extra kosteten: Opel 4 PS („Laubfrosch“) Cabriolet.
Als Limousinen noch extra kosteten: Opel 4 PS („Laubfrosch“) Cabriolet.
(Foto: Opel)

„Der Sonne entgegen – Die Geschichte der großen Opel Cabrios“. Unter diesem Motto steht der diesjährige Auftritt der Marke mit dem Blitz auf dem Oldtimer-Großevent Techno Classica. Mit 13 Fahrzeugen stellt Opel Classic auf der Historienmesse seinen Anteil an über 120 Jahren Automobilbau-Geschichte zur Schau – und das in seiner oftmals schönsten, da offenen Form. Wie in den Jahren zuvor präsentiert sich die Traditions-Abteilung der Adam Opel AG auf einem über 700 Quadratmeter großen Stand in Halle 2 gemeinsam mit der Alt-Opel-IG, dem größten Opel-Markenclub weltweit.

Vor 75 Jahren präsentierte Opel 1938 seinen Kapitän, den die Rüsselsheimer als zwei- und viertürige Limousine sowie als Cabriolet anboten. Auf Grundlage des opulenten Opel Admiral schuf die Firma Hebmüller Karosserie 1937 ein luxuriöses, zweisitziges Sport-Cabriolet. Ähnlich verfuhr Gläser aus Dresden mit dem Opel Super 6 von 1936. Der Karosseriebauer Deutsch aus Köln verwandelte Ende der 60er-Jahre zudem den viersitzigen Rekord C in ein offenes Gefährt. Gleiches galt für den Opel-Vertragshändler Keinath aus Dettingen: Er schneiderte aus dem flotten Coupé Monza ein ebenso ansehnliches Cabriolet.

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Komplettiert wird der Querschnitt der Cabrio-Historie mit einem Opel 6/12 PS von 1910, dem Nachfolger des legendären 4/12 PS „Doktorwagens“, dem schicken 1,1 Liter Luxuszweisitzer, einem dynamisch gezeichneten 1,8 Liter „Moonlight-Roadster“ von 1933 und einer Olympia Cabrio-Limousine von 1950, allesamt Fahrzeuge der Opel-Classic-Sammlung.

Aller Anfang ist offen

Der erste Opel ist ein Cabriolet. Der Opel-Patentmotorwagen „System Lutzmann“ von 1899 orientiert sich, wie alle Fahrzeuge der automobilen Frühzeit, am althergebrachten Kutschenbau und verfügt serienmäßig nur über einen offenen Aufbau ohne Verdeck. Auch der Opel 10/18 PS von 1908, sowie der 6/12 PS von 1910 werden ab Werk offen geliefert. Verdeck und seitlicher Wetterschutz bleiben kostenpflichtige Extras. Und auch wenn selbst in den späten 20er-Jahren die offene Karosserie immer noch Standard ist, wird nach einer Zeit der festen Aufbauten in den 30er-Jahren dann wieder der freie Himmel über den Köpfen der Insassen zu einem Luxus- und Genussgegenstand.

Anlässlich des 75. Firmenjubiläums präsentiert die Adam Opel AG am 17. Februar 1937 zwei Neuheiten, deren Konstruktion in die Zukunft weist: den Super 6 und das Oberklasse-Modell Admiral. Beide Typen sind nicht nur mit fortschrittlicher OHV-Motoren-Technologie ausgerüstet, sondern ab Werk sowohl als Limousine wie auch als zwei-, beziehungsweise im Falle des Admiral, als viertüriges Cabriolet lieferbar. Neben Buhne (Berlin), Autenrieth (Darmstadt) und Hebmüller (Wülfrath) baut Gläser aus Dresden Sonderkarosserien auf Grundlage des Super 6. Das Gläser-Cabrio ist ein Roadster-ähnliches Cabriolet, das im lang gezogenen Heck über zwei Notsitze verfügt. Ähnlich elegant geschnitten, aber größer, luxuriöser und noch exklusiver ist das Sport-Cabriolet auf Basis des Admiral von Hebmüller.

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