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Tesla baut Spitzenposition unter den E-Auto-Bauern aus

| Autor: Andreas Grimm

In der Elektromobilität ist Tesla derzeit das Maß aller Dinge. Mit dem Produktionsplus des Vorjahres bauten die Amerikaner ihre Führungsposition deutlich aus. Allerdings werden die etablierten Konkurrenten in den kommenden Jahren aufholen.

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Ob nun Automobiltechnik oder Ladeinfrastruktur – Tesla hat derzeit in vielen Punkten die Nase vorn, allerdings ist die Führungsposition gefährdet.
Ob nun Automobiltechnik oder Ladeinfrastruktur – Tesla hat derzeit in vielen Punkten die Nase vorn, allerdings ist die Führungsposition gefährdet.
(Bild: Tesla)

Tesla gilt zwar als der Elektroauto-Hersteller schlechthin, größter Hersteller in dieser Nische ist er aber erst seit dem letzten Jahr. Das geht aus einer Erhebung des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach hervor. Laut den Daten des „Electromobility Report“ hat der US-Autobauer seine Auslieferungen im vergangenen Jahr um 50 Prozent auf 367.000 Pkw erhöht. Dank Model 3 und Schlussspurt hatte der Hersteller gerade so sein Ziel von 360.000 bis 400.000 Neuwagen für 2019 erreicht.

Dank des letztjährigen Absatzsprungs ließ Tesla im Ranking der großen E-Auto-Hersteller nun erstmals deutlich die Konkurrenz hinter sich. Seit dem Jahr 2012 hatten Tesla und der chinesische Konkurrent BYD immer ähnliche Größenordnungen produziert – zunächst lag Tesla vorn, dann BYD. Im Jahr 2018 hatte Tesla dann wieder die Nase vorn und baute sein Geschäft nun kräftig aus. Dagegen sank der Absatz von BYD im Jahr 2019 leicht gegenüber dem Vorjahr: von 230.000 auf 219.000 Einheiten.

Der Abstand zu den nächstplatzierten E-Auto-Herstellern ist deutlich. In China sind neben BYD die Autokonzerne BAIC und SAIC noch gut im Geschäft. Ihren Absatz schätzt das CAM auf rund 160.000 beziehungsweise circa 135.000 Einheiten. Auf den Plätzen folgen BMW mit rund 130.000 verkauften E-Autos und VW mit unter 100.000 Einheiten.

Teslas Höhenflug basiert vor allem von den Verkäufen des Model 3, das gleichzeitig weltweit mit über 300.000 Stück meistverkaufte Modell des Jahres war. Davon wurden rund 160.000 Fahrzeuge in den USA, etwa 100.000 in Europa und ca. 30.000 in China abgesetzt. Seit dem Start des Model S im Jahr 2012 konnte Tesla insgesamt rund 900.000 Elektrofahrzeuge weltweit verkaufen. Auch hinsichtlich dieser Kennzahl hat Tesla nun BYD abgelöst. Die Chinesen kommen von 2012 bis 2019 auf rund 750.000 verkaufte E-Pkw.

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Mit dem Hochlaufen seiner Fabrik in Shanghai sowie der Einführung des neuen Model Y will Tesla weiter wachsen. 2020 rechnen die Amerikaner mit einem Absatz von einer halben Million Fahrzeuge. Von Dauer wird die Marktführerschaft von Tesla jedoch nicht bleiben, erwartet CAM-Studienleiter Stefan Bratzel. Er sieht für Hersteller wie VW gute Chancen „bei konsequenter Fokussierung die Rückstände aufzuholen und die Marktführerschaft bis Mitte der 2020er Jahre zu übernehmen“.

Ein immer wieder diskutierter entscheidender Punkt im Markthochlauf bleibt auch aus Sicht von Bratzel die Dichte und Verlässlichkeit der Ladeinfrastruktur. „Hier gibt es noch erheblichen Handlungsbedarf in Deutschland hinsichtlich Quantität der Schnell- und Normalladestationen sowie deren tatsächlicher Verfügbarkeit und technischer Verlässlichkeit“, mahnt er.

Tesla jedenfalls hat im vergangenen Jahr die firmeneigenen Schnellladestationen weiter ausgebaut, die neben den Modellen ein wichtiger Wettbewerbsvorteil des Herstellers sind. Innerhalb eines Jahres hat Tesla die Zahl der Ladepunkte seines Supercharger-Netzes um rund 4.000 auf 16.104 erhöht. Das entspricht einer Steigerung um 34 Prozent. In 2019 sind die Ladestationen um 28 Prozent gewachsen auf jetzt 1.821 Standorte.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«