Mängel-Report Tesla Model S bei E-Autos am auffälligsten – mit Abstand

Von Peter Diehl

Eine Sonderauswertung des aktuellen TÜV-Reports vergleicht die Mängel der vier beliebtesten E-Autos der vergangenen Jahre. Ergebnis: Das Tesla Model S entpuppt sich als Mängelriese, bei dem die Quote gut dreimal so hoch liegt wie beim Mängelzwerg Smart Fortwo Electric Drive.

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Starke Unterschiede beim Umfang der festgestellten Mängel: Der TÜV-Verband verglich die Mängel der viel verkauften E-Autos BMW i3, Renault Zoe, Smart Fortwo Electric Drive und Tesla Model S.
Starke Unterschiede beim Umfang der festgestellten Mängel: Der TÜV-Verband verglich die Mängel der viel verkauften E-Autos BMW i3, Renault Zoe, Smart Fortwo Electric Drive und Tesla Model S.
(Bild: TÜV Süd)

Der Smart Fortwo Electric Drive ist im Vergleich verschiedener viel verkaufter E-Autos das Modell mit der niedrigsten Mängelquote. Das geht aus einer Sonderauswertung des TÜV-Reports 2022 hervor. Auf den Plätzen zwei und drei landen demnach der BMW i3 und der Renault Zoe.

„Erstmals sind ausreichend viele Elektroautos bei den TÜV-Prüfstellen vorgefahren, um eine vorläufige Bewertung der technischen Sicherheit der Fahrzeuge vornehmen zu können“, erläutert TÜV-Verband-Geschäftsführer Dr. Joachim Bühler den Beweggrund für die Sonderauswertung. In der Analyse verglichen die Überwacher die vier beliebtesten E-Autos der vergangenen Jahre: BMW i3, Renault Zoe, Smart Fortwo Electric Drive und Tesla Model S. Das Abschneiden der Fahrzeuge bezeichneten die Überwacher unterm Strich als „durchwachsen“.

i3 und Zoe folgen auf E-Smart

Die Mängelquote beim Vergleichssieger Smart Fortwo Electric Drive lag bei 3,5 Prozent. Mit Mängeln an Abblendlicht und Bremsscheiben sowie einer Quote von 4,7 Prozent landete der BMW i3 auf Platz zwei. 5,7 Prozent und Mängel an Scheinwerfern und Fahrwerk sind es beim Renault Zoe.

Zum Verlierer urteilt der TÜV-Verband: „Am schlechtesten schneidet in dem Quartett der Tesla Model S ab. Mit einer Mängelquote von 10,7 Prozent fällt jeder zehnte Tesla Model S durch die erste Hauptuntersuchung.“

Nach Model S nur Dacia Duster und Logan

Projiziert auf die 128 im TÜV-Report 2022 gelisteten Pkw mit Verbrennungsmotor, würde der Smart Fortwo Electric Drive im ersten Drittel, der BMW i3 im zweiten Drittel sowie Renault Zoe und Tesla Model S im letzten Drittel landen. Der TÜV-Verband erklärt: „Hinter dem Tesla würden nur noch der Dacia Duster und der Dacia Logan rangieren.“

Der zusätzliche Prüfumfang von E-Autos innerhalb der HU umfasst derzeit unter anderem den Hochvolt-Akku (Sichtprüfung) und dessen Befestigung, den Zustand von Leitungen, Isolierungen, Anschlüssen und Steckern, das Einstecken und Abziehen des Ladekabelsteckers sowie die Wegfahrsperrenfunktion bei angeschlossenem Ladekabel. Das Ladekabel selbst wird jedoch nicht geprüft.

Ladekabel ausgeklammert

TÜV-Verband-Geschäftsführer Bühler begründet das mit der fehlenden Verpflichtung, Ladekabel im Auto dabei zu haben: „Eine Mitführpflicht für Ladekabel müsste erst gesetzlich verankert werden, bevor diese bei der HU geprüft werden können.“

Für den TÜV-Report 2022 wurden rund 9,6 Millionen Pkw-Hauptuntersuchungen ausgewertet. Untersuchungszeitraum war Juli 2020 bis Juni 2021.

Als Basis der Mängelquoten der vier genannten E-Autos dienten 1.142 HU des BMW i3, 1.939 HU des Renault Zoe, 1.645 HU des Smart Fortwo Electric Drive und 812 HU des Tesla Model S. Im TÜV-Report sind die Fahrzeuge jedoch nicht enthalten, weil sie erst seit einigen Jahren in nennenswerten Stückzahlen verkauft werden.

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