Nachhaltigkeitsbericht Tesla verspricht: Model 3 legt CO2-Rucksack nach 8.600 Kilometern ab

Autor Christoph Seyerlein

Im eigenen Nachhaltigkeitsbericht rühmt sich Tesla für seine Vorteile gegenüber Verbrennern. Die veröffentlichten Zahlen wirken im Vergleich zu wissenschaftlichen Studien teils utopisch. Wie Tesla sie erklärt.

Firmen zum Thema

Tesla erklärt sein Model 3 zum energieeffizientesten Auto überhaupt.
Tesla erklärt sein Model 3 zum energieeffizientesten Auto überhaupt.
(Bild: Tesla)

Tesla hat seinen aktuellen Nachhaltigkeitsbericht vorgelegt. Darin sparen die Kalifornier nicht an Eigenlob. Beispielsweise hätten Tesla-Kunden mit ihren Produkten wie E-Autos und Solarpanels im Jahr 2020 dazu beigetragen, die Emission von fünf Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten einzusparen.

Sein Model 3 erklärte der Hersteller in dem Bericht zum energieeffizientesten Pkw der Welt. Zwar sei die Produktion mit ein wenig höheren Treibhausgas-Emissionen verbunden als bei Autos mit Verbrennungsmotor. Doch den dabei anfallenden CO2-Rucksack könne man auf der Straße schnell abstreifen. Nach durchschnittlich 5.340 gefahrenen Meilen (8.594 Kilometer) soll ein Model 3 einen vergleichbaren Verbrenner in der Umweltbilanz überholen.

Dieses Szenario erscheint optimistisch. Studien kommen zwar immer häufiger zu dem Schluss, dass batteriebetriebene Autos über den gesamten Lebenszyklus hinweg eine klar bessere CO2-Bilanz haben als Benziner oder Diesel. Eine Auswertung der Technischen Universität Eindhoven kam 2020 aber beispielsweise zu dem Schluss, dass Stromer ihre Nachteile aus der Produktion „erst“ nach etwa 30.000 Kilometern egalisieren. Als Vergleichsfahrzeuge hatten die Wissenschaftler ein Model 3 und einen Mercedes C 220 d herangezogen.

Derartige Unterschiede führt Tesla in seinem Bericht unter anderem darauf zurück, dass die Studien den WLTP-Abgaszyklus und nicht reale Werte als Grundlage heranzögen. Außerdem würde die höhere Effizienz von Teslas E-Motoren nicht berücksichtigt. Auch die Emissionen durch Raffinerien und Co. blieben außen vor.

Tesla verweist auch auf deutlich weniger Fahrzeugbrände

In Zukunft will Tesla seine CO2-Emissionen weiter drücken. Dabei setzt der Hersteller laut Nachhaltigkeitsbericht auf die Entwicklung „eines kompletten Energie- und Transportökosystems, das vollständig vertikal integriert ist.“ Eine stärker lokalisierte Produktion (Grünheide, Shanghai) soll ebenfalls dazu beitragen. Eine entscheidende Rolle wird auf dem Weg zu weniger Emissionen aber auch der Ausbau erneuerbarer Energiequellen spielen.

Doch auch an anderer Stelle verweist Tesla darauf, dass die eigenen Autos Vorteile gegenüber Verbrennern hätten. Sie seien beispielsweise sicherer. Lediglich alle 330 Millionen gefahrenen Kilometer würde ein Tesla brennen, erklärte der Hersteller. Dagegen käme es in den USA bei Verbrenner-Fahrzeugen alle 31 Millionen Kilometer zu einem Brand.

(ID:47571308)