LED-Lichttechnik im Praxistest Teuer strahlt am besten

Autor: Viktoria Hahn

Die Zeitschrift „Auto Motor und Sport“ hat bei einer Ausfahrt die chipgesteuerten LEDs von sechs aktuellen Modellen verglichen. Das Fazit: Hell sind alle, dennoch gibt es signifikante Unterschiede – unter anderem beim Preis.

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Die beste Leistung zum höchsten Preis lieferte im AMS-Test der neue Audi E-Tron. Er verfügt bereits über digitales Matrix LED und kann über einen Chip eine Million Minispiegel ansteuern und so das LED-Licht individuell an die Straßenverhältnisse anpassen.
Die beste Leistung zum höchsten Preis lieferte im AMS-Test der neue Audi E-Tron. Er verfügt bereits über digitales Matrix LED und kann über einen Chip eine Million Minispiegel ansteuern und so das LED-Licht individuell an die Straßenverhältnisse anpassen.
(Bild: Audi AG)

Einst waren Halogen-Scheinwerfer, dann Xenon-Leuchten der letzte Schrei. Inzwischen leuchten moderne Autos mit chipgesteuerten LEDs, die teilweise sogar von Lasern unterstützt werden und die Reichweite erhöhen. Doch wie unterscheiden sich diese neuen Lichtsysteme? Das hat die Zeitschrift „Auto Motor und Sport“ (AMS) nun in ihrer aktuellen Ausgabe (4/2021), die am Donnerstag erscheint und »kfz-betrieb« bereits im Vorfeld vorliegt, getestet.

Mit von der Partie waren bei der Testfahrt der BMW X5, der Ford Focus, die Mercedes A-Klasse, der Porsche Cayenne, der Audi E-Tron und der Volvo XC60. Ergebnis: Hell sind alle. Sämtliche Systeme leuchten laut den Testern selbst tückische Kuppen und Senken aus und reagieren auf entgegenkommende Fahrzeuge durch Aussparen bestimmter Blendbereiche. Aber dabei gibt es Differenzen: Manche Systeme arbeiten eher abrupt, andere mit ruhiger Leuchthand und großzügigeren Ausschnitten.

Große Unterschiede gibt es vor allem beim Preis: In der Regel lassen sich die Hersteller die neue Technik und Extras wie schwenkbare LED-Module teuer bezahlen. So kostet das Modul beim BMW X5 und dem Cayenne rund 2.000 Euro, bei der A-Klasse sind knapp 1.500 Euro fällig, zwischen 500 und 1.300 kostet die Lichttechnik im Ford Focus, 1.000 Euro bei Volvo.

E-Tron liefert beste Leistung zum höchsten Preis

Die beste Leistung liefert der neue Audi E-Tron: Er verfügt bereits über digitales Matrix LED, kann über einen Chip eine Million Minispiegel ansteuern und so das LED-Licht individuell an die Straßenverhältnisse anpassen. Dadurch bietet das System lichtunterstützte vorausschauende Spurführung und Orientierungshilfe, etwa in engen Baustellen oder beim Spurwechsel durch Markierungen, sowie einen Lichtteppich vor dem Auto.

Entgegen kommende Fahrzeuge werden den Testern zufolge hervorragend erfasst und ausgespart, um Blendung zu verhindern. Kein Modell im Test verteilt sein Licht feiner, kein Auto blendet gefühlvoller ein und aus. Das allerdings hat auch seinen Preis: Audi verlangt für die Technik 4.500 Euro extra, kein System im Test war teurer als das des E-Tron.

BMW bietet dank Laserunterstützung größte Reichweite

Die größte Reichweite bietet BMW mit bis zu 500 Metern dank Laserunterstützung. Das Licht ist sehr hell und leuchtet mit einem breiten Kegel auch die Seitenbereiche sehr gut aus. Teilweise fanden die Tester die Lichtausbeute jedoch etwas fleckig und das Aussparen von Bereichen zu abrupt. Bei der A-Klasse bietet Mercedes ein etwas gelberes Licht und eine etwas geringere Reichweite. Einzige Kritik: Die Regelung des Matrixlichts empfanden die Tester als etwas zögerlich.

Ebenfalls gute Reichweiten, homogene Ausleuchtung und zuverlässiges Ausblenden bei entgegen kommenden Fahrzeugen bieten Porsche und Volvo. Beim Porsche Cayenne können jedoch Verkehrsschilder reflektieren, während die Matrixregelung des XC60 manchmal etwas hektisch wirkt.

Bei Ford sind Reichweite und Leuchtkraft geringer als bei der Konkurrenz, aber immer noch gut und kein Vergleich zur Leistung alter Xenon-Leuchten.

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Über den Autor

 Viktoria Hahn

Viktoria Hahn

Volontärin des Newsdesk von »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group GmbH & Co. KG