Toyota startet Auto-Abo

Autor: Julia Mauritz

Kinto Flex heißt Toyotas neues digitales Mobilitätsangebot. Zum Start können die Kunden die Fahrzeuge nur direkt beim Hersteller oder über ausgewählte Pilothändler abonnieren. Doch das soll sich ändern.

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(Bild: Toyota)

Unter dem Namen Kinto will Toyota im Laufe dieses Jahres europaweit gleich mehrere neue Mobilitätsdienstleistungen an den Start bringen. Den Anfang macht das digitale Auto-Abo Kinto Flex. Die Kunden können ab sofort ein Toyota-Modell wahlweise für 6, 12, 18 oder 24 Monate abonnieren. Drei Monate vor dem Vertragsauslauf haben sie die Wahl, ihr Fahrzeug zu behalten, auf ein neues Modell zu wechseln oder das Vertragsverhältnis zu beenden. Aktiv kündigen müssen sie in diesem Fall nicht.

Als Partner für die Entwicklung und den operativen Betrieb des Mobilitätswebshops hat sich der Kölner Importeur für den Auto-Abospezialisten Fleetpool entschieden. Abonnieren kann ein Kunde sein Wunschfahrzeug auf zwei Arten: direkt über die Kinto-Website des Herstellers oder über den Webauftritt von aktuell sieben deutschen Toyota-Partnern, die als Pilothändler für das neue Projekt fungieren. Kommt der Vertrag über die Autohäuser zustande, sollen diese eine Vermittlungspauschale erhalten.

Perspektivisch ist geplant, das Aboangebot auf breiter Front im Händlernetz auszurollen, als feste Ergänzung zum Leasing und zur Finanzierung. Nähere Details, beispielsweise über die künftige Gestaltung des Vergütungsmodells, sind noch nicht bekannt. Die Gespräche mit den Pilothändlern laufen nach Aussage von Frank Levy, Präsident des Toyota- und Lexus-Händlerverbands, erst noch an. Levy begrüßt, dass sich Toyota mit neuen Mobilitätskonzepten auseinandersetzt. Gleichzeitig unterstreicht er: „Ein neues Vertriebsmodell kann nur erfolgreich sein, wenn der Handel entsprechend involviert ist.“

Das Spektrum der gut ausgestatteten Fahrzeuge reicht vom Kleinwagen bis zum Kastenwagen. Mit dem UX ist zudem auch ein Lexus-Modell abonnierbar. Die Preise starten bei 279 Euro für einen Aygo und reichen bis zu 539 Euro für einen Lexus UX. Im Abopreis inkludiert sind, auf Jahresbasis gerechnet, 15.000 Freikilometer, die Versicherung, die Kfz-Steuer, die Zulassungskosten, Wartung und Verschleiß, ein kostenfreier Fahrzeugcheck und eine jahreszeitgerechte Bereifung. Abgeholt werden können die Fahrzeuge aktuell in den Großräumen Köln/Aachen, Osnabrück, Berlin, Frankfurt und München. In diesen Städten haben die beteiligten Pilothändler ihren Sitz. Für knapp 300 Euro ist es zudem möglich, sich das Fahrzeug liefern zu lassen.

„Das Auto-Abo ist die perfekte Mobilitätslösung für alle Personen, die sich nicht festlegen möchten oder ein Fahrzeug nur für einen begrenzten Zeitraum benötigen“, ist sich Alain Uyttenhoven, Präsident Toyota Deutschland, sicher. Er erwartet überwiegend Neukunden, die bisher noch nicht mit den Marken Toyota und Lexus in Berührung gekommen sind.

Neben dem Abo-Service will Toyota im Laufe dieses Jahres noch ein Full-Service-Leasing-Angebot namens Kinto One für gewerbliche Kunden launchen sowie das Corporate-Carsharing-Angebot Kinto Share. Auch eine Mitfahrgelegenheit-Plattform namens Kinto Join soll folgen. Weitere Dienste wie Ride-Hailing oder eine multimodale App sind laut Toyota derzeit in Planung.

Die Fleetpool Group mit Sitz in Köln hat sich auf das Angebot von digitalen Mobilitätslösungen spezialisiert. Das Unternehmen entwickelt nicht nur die Plattform, sondern verwaltet über eine eigens entwickelte ERP-Software alle Kundendaten und sämtliche Fahrzeuge und verfügt über die nötige Logistik für Verwaltung und Schadensmanagement. Nach eigenen Angaben nimmt das Unternehmen monatlich 1.200 Neuwagen neu in Betrieb. Als White-Label Provider arbeitet Fleetpool für Automobilhersteller. Sechs eigene Marken hat das 2008 von Gert Schaub gegründete Unternehmen bereits aufgebaut, darunter Brands wie Eazycars, Like2drive oder Seats Auto-Abo namens Conqar.

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Stv. Ressortleiterin