Verbindungstechnik: Die Erben des Archimedes

Redakteur: Jan Rosenow

Die Zeit der Normschraube ist in der Automobiltechnik abgelaufen. Immer häufiger kommen kunden- und anwendungsspezifische Verbindungselemente zum Einsatz. Das hat auch Einfluss auf die Werkstattarbeit.

Die Welt der Verbindungselemente wird immer vielfältiger: Neben gewindeformenden Schrauben (Mitte) gibt es beispielsweise auch das Rivtac-Verfahren mit nagelähnlichen Bolzen (rechts).
Die Welt der Verbindungselemente wird immer vielfältiger: Neben gewindeformenden Schrauben (Mitte) gibt es beispielsweise auch das Rivtac-Verfahren mit nagelähnlichen Bolzen (rechts).
(Foto: Rosenow)

Manchmal bringt die Verbindungstechnik selbst ausgebuffte Kfz-Profis zum Staunen, beispielsweise »kfz-betrieb«-Redakteur Steffen Dominsky. Der Kfz-Meister restauriert seit einiger Zeit einen alten Porsche, und als die Motormontage anstand, kam er bei den Preisen für einen Satz Dilavar-Zylinderstehbolzen heftig ins Schleudern. 39,44 Euro stand da auf dem Preisschild – pro Stück! Bei einem Sechszylinder kommen da nach Adam Riese fast 1.000 Euro zusammen, für eine Handvoll Schrauben!

Nun weiß man ja, dass Porsche-Originalersatzteile von den Zwergen im Schwarzwald bei Vollmond aus purem Gold handgefeilt werden. Aber das Beispiel zeigt, dass in simplen Verbindungselementen oft doch viel mehr an Technik-Know-how, Fertigungsfinesse und Materialgüte steckt, als der Augenschein vermuten lässt.