Aiways Vertriebsoffensive mit neuen Märkten, Modellen und Partnern

Von Andreas Grimm

Bislang hat Aiways viele gute Kritiken erhalten, aber wenig verkauft. Nun hat der Hersteller einen starken Partner in Europa gefunden, der zum großen Sprung nach vorn verhelfen soll. Ganz unrealistisch ist das nicht, denn der Großimporteur ist selbst auf Expansionskurs.

Aiways will in Europa 2022 eine fünfstellige Absatzzahl erreichen.
Aiways will in Europa 2022 eine fünfstellige Absatzzahl erreichen.
(Bild: Aiways)

Der chinesische Autobauer Aiways gibt sich zuversichtlich, im Zuge des Elektroauto-Booms im kommenden Jahr nennenswerte Stückzahlen in Europa zu schaffen. Gestützt wird die Hoffnung durch den weiteren Ausbau der Marktpräsenz in der Schweiz sowie in Portugal und in Spanien. Modellseitig soll der Start des SUV-Coupés U6 die Entwicklung unterstützen.

Aiways will die Autoverkäufe in Europa im kommenden Jahr mindestens verdreifachen und fünfstellige Werte erreichen. In diesem Jahr rechnet die Marke noch mit nur rund 3.000 Neuzulassungen in ganz Europa, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Bei der Präsentation des neuen chinesischen Fabrikats im März 2020 hatte Europachef Alexander Klose noch 5.000 Einheiten im Premierenjahr angestrebt – das war allerdings vor den Corona-Lockdowns.

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Realisierbar soll das Wachstumsziel durch die Bearbeitung zusätzlicher Märkte werden. Nach dem Start in Deutschland hat Aiways bereits Partner in Dänemark, Frankreich, Belgien und den Niederlanden gefunden. Ab Anfang 2022 kommen die Schweiz, wo sich der Hersteller jüngst auf der Messe Auto Zürich präsentierte, sowie Portugal und Spanien neu hinzu. In der Alpenrepublik arbeiten die Chinesen mit dem Großimporteur Alcomotive zusammen, der in mehreren europäischen Ländern tätig ist.

Alcomotive handelt bisher mit Hyundai, Suzuki, Isuzu, Ssangyong, Maxus und MG und war unter dem Namen Alcadis eine Tochter der belgischen Alcopa-Gruppe. Die wiederum brachte ihr Neuwagengeschäft 2020 in ein Joint Venture mit der spanischen Bergé-Gruppe ein, die seither 60 Prozent an Alcomotive hält. Bergé wiederum firmiert seit Kurzem unter dem Namen Astara, nachdem der Importkonzern unter altem Namen noch Ende Oktober die Übernahme der Nissan-Aktivitäten für Österreich angekündigt hatte.

Zurück zu Aiways: Die Chinesen arbeiten in zwei weiteren Märkten, Spanien und Portugal, ebenfalls mit Bergé beziehungsweise Astara zusammen. Wie der Hersteller am 16. November bekannt gab, wird Astara den Import der Modelle auf der iberischen Halbinsel übernehmen. Damit wird Aiways zum Jahreswechsel in neun europäischen Ländern vertreten sein. Das könnten noch mehr werden, denn Astara ist in 14 Ländern präsent und bedient neben den Endkunden auch den B2B-Markt und ist im Auto-Abo aktiv.

Marktübergreifend will Aiways neben dem SUV U5 noch im ersten Quartal das SUV-Coupé U6 ausliefern. Zudem erneuerte Europachef Klose die Absicht, in den kommenden Jahren jährlich ein neues Elektromodell auf den europäischen Markt zu bringen. Helfen soll das wachsende Interesse an E-Autos: „Wir werden dieses Momentum nutzen, um weiteres Wachstum und Expansion voranzutreiben“, sagte er laut einer Pressemitteilung.

Entsprechend dem ökologischen Zeitgeist hat sich Aiways auf die Reduktion der CO2-Emissionen eingestellt. Die CO2-Zielvorgaben der Europäischen Union will der Autobauer bis 2027 erreichen. So sollen nicht nur die Emissionen des Antriebs, sondern auch die in der Produktion reduziert werden. Dies soll nach Unternehmensangaben die gesamte Lieferkette betreffen.

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