Vesta Kombi schiebt Veränderungen bei Lada an

Autor: Andreas Grimm

Seit Ende April hat der Importeur zwei Kombi-Varianten seines Kompaktwagens Vesta im Angebot. Von den Modellen erwartet sich Lada-Verkaufsleiter Max Schmidt einige Impulse – für den Absatz wie auch für das Vertriebsnetz.

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Der Lada Vesta SW Cross soll mit leicht offroad-tauglichen Fahreigenschaften punkten.
Der Lada Vesta SW Cross soll mit leicht offroad-tauglichen Fahreigenschaften punkten.
(Bild: Grimm / »kfz-betrieb«)

Lada will die Rundum-Erneuerung der Marke auch in Deutschland fortsetzen und sich im Neuwagenvertrieb breiter aufstellen als bisher. Das entscheidende Mittel, um im deutschen Markt wahrnehmbar zu werden, ist das Modell Vesta. Nach dem Start des Stufenheckmodells im Frühjahr 2017 sollen nun gleich zwei Kombi-Varianten die Stückzahlen des Importeurs deutlich erhöhen.

Der Erfolg des Stufenheck-Vesta blieb im ersten Jahr begrenzt, 472 Erstzulassungen zählte das Kraftfahrt-Bundesamt für das Modell in Deutschland, das der Importeur aus Buxtehude eigentlich als Hoffnungsträger sieht. Denn die Modelle Granta (693 Neuzulassungen) und Kalina (18) laufen aus, sie erfüllen verschiedene EU-Vorgaben nicht mehr. Und das Hauptmodell, der Allrad-Klassiker Niva/Taiga mit knapp 1.500 Verkäufen, wird in seiner bisherigen Form das kommende Jahrzehnt kaum mehr erleben.

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Ein bisschen mehr hatte sich die Importeursspitze bei der Vorstellung des Vesta im Vorjahr schon erhofft, doch für Verkaufsleiter Max Schmidt waren die knapp 500 Einheiten durchaus ein Erfolg. „Stufenheck-Modelle verkaufen sich in Deutschland kaum – und letztlich haben wir vom Vesta so viele verkauft wie Citroën vom C-Elysee und ein bisschen weniger als Seat mit dem Toledo“, ordnet er das Ergebnis ein.

Doch mit dem Kombi – oder genauer den beiden Kombi-Varianten Vesta SW und Vesta SW Cross – muss der Importeur nun liefern. Schließlich will man das Händlernetz weiter qualifizieren und Vertriebspartner gewinnen. Aktive Partner wird man aber nur locken und halten können, wenn die Nachfrage stimmt. Etwa 300 Partner zählt das Netz, etwa 180 sind auch Händler, davon wiederum 80 echte Vollsortiment-Betriebe.

Umbruch im Händlernetz

Im Handel hat Schmidt ein wachsendes Interesse an der Marke Lada festgestellt, er registriert mehr Anfragen. Gleichzeitig ist ihm klar, dass sich die neuen Lada-Modelle nicht mehr von selbst verkaufen werden wie der Niva. Die Markenwerte – Robustheit zum günstigen Preis – müssten die Lada-Partner künftig aktiv kommunizieren und gezielt auf potenzielle Kunden zugehen. Speziell Händler von Fabrikaten, deren Produktangebot höher positioniert wird wie etwa bei Skoda oder Citroën, erwägen laut Schmidt Lada als günstige Einsteigermarke.

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Mit den Vesta-Modellen habe für Lada eine spannende Zeit begonnen, ist sich der Verkaufsleiter sicher. Sie fördern den Umbruch im Vertrieb. Einerseits klopfen neue Interessenten an, andererseits stellen langjährige Händler ihr Geschäftsmodell auf den Prüfstand: Trägt der Vertrieb noch, ist die Unternehmensnachfolge geklärt, sind Investitionen nötig oder macht die Konzentration auf den Service mehr Sinn, lauten ihre Fragen.

Damit die Händlerbetreuung funktioniert und interessante Partner angeworben werden, hat Lada inzwischen vier Gebietsleiter, die sich um das Partnernetz kümmern. Interessant ist das Fabrikat weiterhin wegen der geringen Basis-Investitionen von etwa 10.000 Euro. Gerade in den Städten hat Lada großen Nachholbedarf.

Auf etwa 10.000 Euro schätzt Schmidt den Anfangsinvest für einen neuen Partner – ohne die Vorführfahrzeuge. „Wir haben ein paar CI-Elemente, aber den Pylon für 8.000 Euro gibt es bei uns nicht“. Dafür eine Flagge, Transparente, Beachflags und einen Werkstatttester. Gleichzeitig intensiviert der Importeur nun die Schulungen für alte und neue Partner. Der Vesta will erklärt und im Konkurrenzvergleich eingeordnet werden, Garantie und Finanzierung werden immer mehr auch im Lada-Netz zum Thema.

Ein Auto für pragmatische Kunden

Das Absatzpotenzial für die gesamte Vesta-Familie schätzt Schmidt auf zunächst 2.000 bis 2.500 Einheiten. Mit dem Vesta Kombi und speziell mit dem Vesta SW Cross, beide sind seit dem 25. April bestellbar, könne Lada ein wachsendes Käufersegment bedienen. Der Verkaufsleiter zielt damit auf die wachsende SUV-Gemeinde ab. In zwei Punkten hebt er sich der Vesta SW Cross aber von seinen Lifestyle-Konkurrenten ab. Zum einen sei er auch ohne Allradantrieb bedingt geländetauglich („geprüft auf südrussischen Straßen“), bleibe wegen seiner kompakten Abmessungen aber weiterhin für den Stadtverkehr problemlos geeignet.

Der SW Cross misst 4.424 Millimeter Länge, 1.785 Millimeter Breite und 1.537 Millimeter Höhe – das sind übrigens jeweils einige Millimeter mehr als der einfache Vesta Kombi. Als Motorisierung ist für beide Varianten nur ein 1,6 Liter Vierzylinder-Otto-Motor mit 78 kW/106 PS erhältlich, der das Fahrzeug in 11,8 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen soll und die Euro-6b-Norm erfüllt. Kombinierbar ist das Aggregat mit einem manuellen 5-Gang-Getriebe oder einem automatisierten 5-Gang-Getriebe.

Den Vesta SW gibt es ab 12.990 Euro, der Vesta SW Cross ist ab 15.990 Euro im Angebot. Allerdings hat auch Lada inzwischen drei Ausstattungslinien (Standard, Comfort, Luxus), so dass der Grundpreis für den Vesta SW Cross auf 17.290 Euro klettern kann. Die weitere Optionsliste ist dann allerdings recht schmal.

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Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«